Schweiz: Unerschrocken voran - SNB senkt Leitzins


25.03.24 10:36
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Das reale saison-, kalender- und Sport-Event bereinigte BIP wuchs im vierten Quartal moderat um 0,3% Y/Y und schloss damit das Gesamtjahr 2023 mit einem Plus von 1,3%, so die Analysten der NORD LB.

Einmal mehr habe sich der Dienstleistungssektor als Stütze erwiesen, was auch die Beschäftigung weiter angetrieben habe. Das Wachstum sei erneut vom Gastgewerbe gezogen worden. In der Industrie zeichne sich zumindest eine Bodenbildung ab. So sei die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe ohne Chemie und Pharma nach zwei negativen Quartalen erstmals wieder angestiegen. Die Binnennachfrage sei aber im abgelaufenen Quartal leicht rückläufig gewesen. Hierzu hätten insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen beigetragen, die sich stark rückläufig entwickelt hätten. Die Konjunkturbarometer hätten im Februar unverändert ein konsistentes Bild geliefert. Danach setze sich das moderate Wachstum fort, mit Erholungstendenzen im verarbeitenden Gewerbe und einer nachlassenden Dynamik in den Dienstleistungssektoren. Der Einkaufsmanagerindex in der Industrie sei um 1,1 Punkte auf 44,0 geklettert, habe aber weiter ein Schrumpfen des Sektors signalisiert, wenn auch etwas langsamer als im Vormonat. Weiterhin groß geblieben sei der Abstand zum PMI des Dienstleistungssektors, der um 1,6 Punkte nachgegeben habe, aber mit 53,0 Punkten weiter auf ein ordentliches Wachstum deute. Wohlgemerkt: Der Dienstleistungssektor habet einen Anteil an der Schweizer Wirtschaftsleistung von drei Vierteln. Sinkende Zinsen und eine schwächere Währung dürften dem verarbeitenden Gewerbe Impulse bescheren. Vom Wechselkurs sollte auch der Dienstleistungssektor profitieren, da der internationale Tourismus nach Corona eine zunehmende Bedeutung erlangt habe. Insgesamt würden die Analysten der NORD LB aber aufgrund der schwachen Weltkonjunktur weiterhin ein eher moderates Wachstum erwarten.

Zinsschritt sei nicht ganz überraschend gekommen - Inflation seit Mai 2023 unter der Zielmarke von 2,0%

Als erste große Notenbank habe die SNB gestern ihren Leitzins von 1,75 auf 1,50% gesenkt. Sie habe auf eine spürbar geringere Dynamik bei der Teuerung verwiesen. Der Preisanstieg sei im Februar mit 1,2% Y/Y erneut geringer als von Beobachtern und der SNB selbst erwartet gewesen. Auch die Kernrate sei weiter zurückgegangen. Die Befürchtungen der Zentralbank, dass es zu Jahresbeginn noch einmal einen Rebound geben könnte, habe sich damit nicht erfüllt. Die SNB habe ihre Inflationserwartungen erneut gesenkt. In der aktuellen bedingten Prognose bleibe die Teuerung nun auf absehbare Zeit unter 2%. Der Euro habe gegenüber dem Franken unmittelbar nach der Entscheidung in der Spitze um 1% auf 0,9780 EUR/CHF zugelegt. Am Devisenmarkt habe sich die Schweizer Währung schon seit Jahresbeginn von ihrem im Dezember 2023 markierten Allzeithoch von 0,927 EUR/CHF entfernt. Angesichts der schwachen Industrie-Konjunktur in der Schweiz und der günstigen Entwicklung der Inflation, sei das den Währungshütern wohl eher entgegengekommen und sie habe zuletzt den Kurs laufen lassen. Die SNB habe aber in ihrer Mitteilung den Passus beibehalten, gegebenenfalls am Devisenmarkt tätig zu werden. Der angekündigte Wechsel an der Spitze des Instituts - Thomas Jordan verlasse die Nationalbank zur Mitte des Jahres - sei kein Thema gewesen. (Economic Adviser April 2024) (25.03.2024/alc/a/a)




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