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Schweizer Käse
08.08.25 11:40
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die US-Arbeitsmarktdaten sind schlecht, und über die Inflation in den nächsten Monaten kann man bestenfalls Vermutungen anstellen, so Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.
Keine angenehme Situation für die FED, selbst ohne den konstanten politischen Druck aus dem Weißen Haus. Während die FED in rauer See navigieren müsse, suche die Schweiz einen völlig neuen Kurs. 39% seien der höchste Zoll, den ein Industrieland bislang schultern müsse - und die wichtige Pharmabranche könnte es sogar noch deutlich härter treffen.
Seit der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am vergangenen Freitag würden die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen durch die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik durch die FED gestützt. Hätten die FED-Vertreter die schwachen Arbeitsmarktdaten der letzten drei Monate gesehen, hätte dies wohl eine Zinssenkung beim FOMC-Treffen im Juli gerechtfertigt.
Der Dreimonatsdurchschnitt des Beschäftigungswachstums liege derzeit bei nur 35.000 Arbeitsplätzen. Im Vergleich dazu seien es im September letzten Jahres 82.000 gewesen - damals habe der FOMC die abrupte Abkühlung des Arbeitsmarktes zum Anlass für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte genommen. Allerdings sei zu beachten, dass die Arbeitslosenquote damals im Anstieg gewesen sei - heute sei sie mit 4,2% stabil.
Vor diesem Hintergrund würden die Märkte eine Senkung um 25 Basispunkte bei der nächsten FED-Sitzung einpreisen, obwohl sie offenbar viel empfindlicher auf Anzeichen einer breiteren Konjunkturabkühlung reagieren würden, sollten sich diese in den Daten der kommenden Wochen abzeichnen.
Es bleibe ungewiss, ob die Hauptlast der Zölle letztlich auf die US-Verbraucher oder auf die exportierenden Unternehmen fallen werde, die den Großteil der Belastung über Margen und Gewinne auffangen würden. Diese Unsicherheit sei der Hauptgrund für Powells Wunsch, bei der Anpassung der Zinssätze abzuwarten.
Die schwächeren Arbeitsmarktdaten allerdings würden das Lager seiner Kritiker wachsen lassen. In einer Zeit, in der die FED unter erheblichem politischen Druck stehe, sei es verständlich, dass sie ihre Reihen schließen und sich auf eine einheitliche Position für die FOMC-Sitzung im September einigen wolle. Die bevorstehenden Meetings in Jackson Hole Ende diesen Monat könnten Powell daher eine Gelegenheit bieten, eine geldpolitische Lockerung anzudeuten, sofern der Verbraucherpreisindex nächste Woche kein unschönes Anziehen der Inflation zeige.
Während in Europa die Ferienzeit in vollem Gange sei, stehe die Schweiz im Mittelpunkt unerwünschter Aufmerksamkeit, da das Land mit 39% die höchsten US-Zölle aller Industrieländer zu schultern habe. In der vergangenen Woche sei die Schweizer Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter nach Washington gereist, um diese Entscheidung neu zu verhandeln, habe jedoch keine Fortschritte erzielen können. Diese Nachricht habe Schweizer Vermögenswerte belastet und auch der Franken habe nachgegeben.
Die Haltung gegenüber der Schweiz könnte jedoch einen wichtigen Hinweis darauf geben, was hinsichtlich der bevorstehenden Zölle für den Pharmasektor zu erwarten sei. In diesem Zusammenhang habe Trump die Idee einer anfänglichen Zollrate von 25-50% auf Pharmaimporte ins Spiel gebracht, die in den nächsten 18 Monaten auf 150% oder mehr steigen könnte.
RBC BlueBay Asset Management gehe davon aus, dass in den nächsten Wochen eine Ankündigung von Zöllen gemäß Section 232 (Stahl und Aluminium) erfolgen werde, was in einem ansonsten ruhigen Monat zu einer gewissen Marktvolatilität führen könnte.
Ausblick
In der kommenden Woche stehe der US-Verbraucherpreisindex im Fokus des Interesses der Makro-Investoren. Schätzungen würden von einem Anstieg der Preise um 0,3% im Juli ausgehen, was auf das ganze Jahr berechnet 3,0% bedeuten würde.
RBC BlueBay Asset Management halte die Risiken für die Datenprognose für eher hoch. Sollte sich diese jedoch bestätigen, dürfte dies die Stimmen verstärken, die meinen würden, dass die FED Spielraum für Zinssenkungen habe und sich zu viele Sorgen über vorübergehende Inflationseffekte mache, die sich aus einmaligen Preisänderungen im Zusammenhang mit der Einführung von Zöllen ergeben könnten.
Es bestehe weiterhin die Sorge, dass sich die FED auf schlechte Wirtschaftsmodelle und Daten von minderer Qualität stütze. Vor diesem Hintergrund spiegele die Entlassung der Chefin des Bureaus of Labor Statistics, Erika McEntarfer, teilweise die Frustration innerhalb des Weißen Hauses wider. So hätten anscheinend nicht nur die Schweizer in diesem Sommer Grund zum Ärger, sondern auch Jerome Powell. (08.08.2025/alc/a/a)
Keine angenehme Situation für die FED, selbst ohne den konstanten politischen Druck aus dem Weißen Haus. Während die FED in rauer See navigieren müsse, suche die Schweiz einen völlig neuen Kurs. 39% seien der höchste Zoll, den ein Industrieland bislang schultern müsse - und die wichtige Pharmabranche könnte es sogar noch deutlich härter treffen.
Seit der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am vergangenen Freitag würden die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen durch die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik durch die FED gestützt. Hätten die FED-Vertreter die schwachen Arbeitsmarktdaten der letzten drei Monate gesehen, hätte dies wohl eine Zinssenkung beim FOMC-Treffen im Juli gerechtfertigt.
Der Dreimonatsdurchschnitt des Beschäftigungswachstums liege derzeit bei nur 35.000 Arbeitsplätzen. Im Vergleich dazu seien es im September letzten Jahres 82.000 gewesen - damals habe der FOMC die abrupte Abkühlung des Arbeitsmarktes zum Anlass für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte genommen. Allerdings sei zu beachten, dass die Arbeitslosenquote damals im Anstieg gewesen sei - heute sei sie mit 4,2% stabil.
Vor diesem Hintergrund würden die Märkte eine Senkung um 25 Basispunkte bei der nächsten FED-Sitzung einpreisen, obwohl sie offenbar viel empfindlicher auf Anzeichen einer breiteren Konjunkturabkühlung reagieren würden, sollten sich diese in den Daten der kommenden Wochen abzeichnen.
Es bleibe ungewiss, ob die Hauptlast der Zölle letztlich auf die US-Verbraucher oder auf die exportierenden Unternehmen fallen werde, die den Großteil der Belastung über Margen und Gewinne auffangen würden. Diese Unsicherheit sei der Hauptgrund für Powells Wunsch, bei der Anpassung der Zinssätze abzuwarten.
Während in Europa die Ferienzeit in vollem Gange sei, stehe die Schweiz im Mittelpunkt unerwünschter Aufmerksamkeit, da das Land mit 39% die höchsten US-Zölle aller Industrieländer zu schultern habe. In der vergangenen Woche sei die Schweizer Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter nach Washington gereist, um diese Entscheidung neu zu verhandeln, habe jedoch keine Fortschritte erzielen können. Diese Nachricht habe Schweizer Vermögenswerte belastet und auch der Franken habe nachgegeben.
Die Haltung gegenüber der Schweiz könnte jedoch einen wichtigen Hinweis darauf geben, was hinsichtlich der bevorstehenden Zölle für den Pharmasektor zu erwarten sei. In diesem Zusammenhang habe Trump die Idee einer anfänglichen Zollrate von 25-50% auf Pharmaimporte ins Spiel gebracht, die in den nächsten 18 Monaten auf 150% oder mehr steigen könnte.
RBC BlueBay Asset Management gehe davon aus, dass in den nächsten Wochen eine Ankündigung von Zöllen gemäß Section 232 (Stahl und Aluminium) erfolgen werde, was in einem ansonsten ruhigen Monat zu einer gewissen Marktvolatilität führen könnte.
Ausblick
In der kommenden Woche stehe der US-Verbraucherpreisindex im Fokus des Interesses der Makro-Investoren. Schätzungen würden von einem Anstieg der Preise um 0,3% im Juli ausgehen, was auf das ganze Jahr berechnet 3,0% bedeuten würde.
RBC BlueBay Asset Management halte die Risiken für die Datenprognose für eher hoch. Sollte sich diese jedoch bestätigen, dürfte dies die Stimmen verstärken, die meinen würden, dass die FED Spielraum für Zinssenkungen habe und sich zu viele Sorgen über vorübergehende Inflationseffekte mache, die sich aus einmaligen Preisänderungen im Zusammenhang mit der Einführung von Zöllen ergeben könnten.
Es bestehe weiterhin die Sorge, dass sich die FED auf schlechte Wirtschaftsmodelle und Daten von minderer Qualität stütze. Vor diesem Hintergrund spiegele die Entlassung der Chefin des Bureaus of Labor Statistics, Erika McEntarfer, teilweise die Frustration innerhalb des Weißen Hauses wider. So hätten anscheinend nicht nur die Schweizer in diesem Sommer Grund zum Ärger, sondern auch Jerome Powell. (08.08.2025/alc/a/a)


