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Schweizer Notenbank: Euro-Mindestkurs entfällt, Leitzins bei -0,75%
16.01.15 16:28
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Schweizer Notenbank (SNB) sorgte in diesem noch jungen Jahr gleich für einen Paukenschlag, so die Analysten der Helaba.
Völlig überraschend habe sie die im September 2011 eingeführte Untergrenze beim Euro/Franken-Kurs von 1,20 ersatzlos aufgehoben. In der Folge habe die Schweizer Währung extrem aufgewertet. Der Euro/Franken-Kurs sei kurzzeitig auf ein Allzeittief von 0,85 gefallen und habe sich dann um die Parität eingependelt. Die SNB senke zugleich ihren Leitzins, den Mittelwert ihres Zielbandes vom 3-Monats-Libor, auf -0,75%! Als Begründung habe sie angeführt, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro und damit auch dem Franken in letzter Zeit deutlich aufgewertet habe und damit die "Aufrechterhaltung des Euro/Franken-Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt" sei.
Tatsächlich habe die Dollar-Stärke die wirtschaftliche Belastung eines zu hohen Außenwerts gelindert. Allerdings sei der Dollar/Franken-Kurs gestern ebenfalls auf den tiefsten Stand seit 2011 gefallen. Vermutlich habe die SNB in den letzten Wochen sehr stark - die Daten zu den Devisenreserven würden erst verzögert veröffentlicht - intervenieren müssen, um den Mindestkurs zu halten. Dies hätte sie im Prinzip unbegrenzt fortsetzen können, wenngleich sie dadurch vor allem bilanzielle Risiken und eher theoretische Gefahren für die Preisstabilität eingegangen wäre. Dazu sei die SNB offensichtlich nicht mehr bereit gewesen. Die Notenbank habe 2014 einen Rekordgewinn von 38 Mrd. Franken verbuchen können. Die Verluste auf ihre Devisenreserven am Tag der Abschaffung des Mindestkurses dürften 60 bis 80 Mrd. Franken betragen. Damit hätte die SNB ihr Eigenkapital weitgehend verloren, aber zumindest sollte dieser Posten nicht tiefrot werden.
Leidtragender der Währungsaufwertung sei insbesondere die Schweizer Exportindustrie. Diese habe die Verteuerung des Franken bis 2011 erstaunlich gut gemeistert. Allerdings stelle sich nach der erneuten Aufwertung die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Längerfristig könnte der sehr teure Franken prägnantere Folgen haben als in der kürzeren Frist.
Zwar sei der Franken nun selbst um adjustierte Kaufkraftparitäten gegenüber dem Euro und auch anderen Währungen wieder sehr teuer. Gleichwohl könnten Fehlbewertungen am Devisenmarkt lange anhalten. Das erwartete Kaufprogramm der EZB sowie die mit den Neuwahlen in Griechenland verbundene Unsicherheit könnten den Euro/Franken-Kurs zusätzlich unter Druck setzen. Durch die SNB-Zinssenkung habe sich jedoch auch der "Renditevorteil" des Euro ausgeweitet, d.h. die Zinsen in der Eurozone seien weniger negativ als in der Schweiz. Dies könnte den Wechselkurs mittelfristig stabilisieren. Vereinzelte Devisenmarktinterventionen der SNB könnten ebenfalls dazu beitragen. Kurzfristig sollte der Euro/Franken-Kurs sehr volatil bleiben und sich im Jahresverlauf um die Parität einpendeln. (16.01.2015/alc/a/a)
Völlig überraschend habe sie die im September 2011 eingeführte Untergrenze beim Euro/Franken-Kurs von 1,20 ersatzlos aufgehoben. In der Folge habe die Schweizer Währung extrem aufgewertet. Der Euro/Franken-Kurs sei kurzzeitig auf ein Allzeittief von 0,85 gefallen und habe sich dann um die Parität eingependelt. Die SNB senke zugleich ihren Leitzins, den Mittelwert ihres Zielbandes vom 3-Monats-Libor, auf -0,75%! Als Begründung habe sie angeführt, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro und damit auch dem Franken in letzter Zeit deutlich aufgewertet habe und damit die "Aufrechterhaltung des Euro/Franken-Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt" sei.
Leidtragender der Währungsaufwertung sei insbesondere die Schweizer Exportindustrie. Diese habe die Verteuerung des Franken bis 2011 erstaunlich gut gemeistert. Allerdings stelle sich nach der erneuten Aufwertung die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Längerfristig könnte der sehr teure Franken prägnantere Folgen haben als in der kürzeren Frist.
Zwar sei der Franken nun selbst um adjustierte Kaufkraftparitäten gegenüber dem Euro und auch anderen Währungen wieder sehr teuer. Gleichwohl könnten Fehlbewertungen am Devisenmarkt lange anhalten. Das erwartete Kaufprogramm der EZB sowie die mit den Neuwahlen in Griechenland verbundene Unsicherheit könnten den Euro/Franken-Kurs zusätzlich unter Druck setzen. Durch die SNB-Zinssenkung habe sich jedoch auch der "Renditevorteil" des Euro ausgeweitet, d.h. die Zinsen in der Eurozone seien weniger negativ als in der Schweiz. Dies könnte den Wechselkurs mittelfristig stabilisieren. Vereinzelte Devisenmarktinterventionen der SNB könnten ebenfalls dazu beitragen. Kurzfristig sollte der Euro/Franken-Kurs sehr volatil bleiben und sich im Jahresverlauf um die Parität einpendeln. (16.01.2015/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


