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Schwellenländeranleihen: Negative Wertentwicklung in 2013 - Anleiheanalyse


13.01.14 13:47
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Auf Jahressicht haben Schwellenländeranleihen zum nunmehr dritten Mal seit 1998 eine negative Wertentwicklung hingelegt, so Claudia Calich, Fondsmanagerin Anleihen bei M&G Investments.

Die Ursachen dafür seien steigende Zinsen auf US-Staatsanleihen, Ängste vor der Reduktion der Anleihenkäufe durch die FED sowie Besorgnisse um rückläufige Mittelzuflüsse aus den etablierten Volkswirtschaften an die Schwellenländermärkte gewesen. Darüber hinaus seien einige Schwellenländer durch länderspezifische Faktoren noch zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Dazu hätten ein nachlassendes Wachstum, eine sinkende Produktivität, so genannte "Zwillingsdefizite" (also ein Leistungsbilanzdefizit gepaart mit einem Handelsbilanzdefizit) sowie eine Beeinflussung durch die schwächelnde Konjunktur Chinas gezählt.

Zwar hätten Schwellenländeranleihen im Jahr 2013 immer noch Mittelzuflüsse in Höhe von insgesamt 9,7 Mrd. US-Dollar verzeichnet, die aber damit deutlich unter den 97,5 Mrd. US-Dollar aus dem Jahr 2012 gelegen hätten. Gleichzeitig habe diese Anlageklasse seit Mai Mittelabflüsse von etwa 40 Mrd. US-Dollar erlitten (Quellen: EPFR, JP Morgan).

Innerhalb der Anlageklasse selbst hätten sich Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern mit einem Minus von lediglich 0,6 Prozent in 2013 besser entwickelt als Schwellenländer-Staatsanleihen, die Verluste von 5,3 Prozent verzeichnet hätten. Dabei habe die erst genannte Sub-Anlageklasse von ihrer vergleichsweise kurzen Duration sowie einem Domino-Effekt profitiert (oder seien es engere Korrelationen gewesen?), der auf die feste Tendenz globaler Unternehmensanleihen mit Investmentstatus und Hochzinspapiere zurückzuführen gewesen sei.

Außerdem seien die Zinsdifferenzen von Schwellenländer-Unternehmensanleihen gegenüber in Hartwährungen denominierten Staatspapieren auf Basis des JP Morgan Corporate EMBI-Index mittlerweile sehr gering, nachdem diese seit Anfang 2013 um nunmehr 66 Basispunkte geschrumpft seien.

Aus diesem Grund sei die Asset-Allokation zwischen auf Hartwährungen sowie auf lokale Währungen lautenden Schwellenländer-Staatsanleihen einerseits und Unternehmenspapieren aus den Schwellenländern andererseits für die Wertentwicklung im Jahr 2013 entscheidend gewesen. Im Laufe des Jahres hätten Staatsanleihen unterdurchschnittliche Ergebnisse vorgelegt. Dabei hätten in Hartwährungen denominierte Papiere 5,3 Prozent eingebüßt, was auch der Tatsache geschuldet gewesen sei, dass diese Anleihen von allen drei Sub-Anlageklassen die höchste Duration aufweisen würden.

Mit einem Minus von insgesamt 9,0 Prozent hätten Papiere in lokalen Währungen jedoch ein besonders schwieriges Jahr verzeichnet. Der Hauptgrund hierfür seien Wechselkursschwankungen gewesen, während der Carry (also der Zusatzertrag, der dank der höheren Zinsen erzielt werden könne) den Anstieg der laufenden Verzinsung wieder habe ausgleichen können. (Ausgabe vom 10.01.2014) (13.01.2014/alc/a/a)