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Schwellenländeranleihen - eine Klasse für sich?
25.07.12 16:30
Franklin Templeton
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Vor wenigen Jahren noch waren EM-Länderemittenten aufgrund ihrer schwachen Staatsfinanzen und ihrer unzureichenden institutionellen Governance meist unterhalb des Investment-Grade-Bereichs angesiedelt, so William Ledward von Franklin Templeton im Kommentar zu den Emerging Markets (EM).
Doch wiederholte Krisen - unter denen vor allem die Asienkrise 1998 zu nennen sei – hätten viele der aufstrebenden Länder veranlasst, auf ein exportbasiertes Wachstum zu setzen und von festen zu variablen Wechselkursen überzugehen, um Devisenreserven anzuhäufen und die Anfälligkeit für kurzfristige Marktschwankungen zu reduzieren. Durch die Straffung seiner Fiskalpolitik sei es Brasilien gelungen, einen Staatsbankrott abzuwenden. Es wäre der dritte Zahlungsausfall (nach Argentinien und Russland) innerhalb von fünf Jahren unter den vier größten EM-Emittenten gewesen. Die Erholung Brasiliens von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit habe zu einer signifikanten "Rally" bei EM-Anleihen geführt, und seitdem steige das Interesse der Anleger an dieser Anlageklasse.
Im Bereich der EM-Unternehmensanleihen sei die Emissionstätigkeit in den letzten Jahren deutlich gestiegen, und zwar sowohl auf absoluter Ebene als auch verglichen mit der Emission von EM-Staatsanleihen. Angesichts dessen, dass die Schwellenmärkte seit 2000 eine kontinuierlich Outperformance gegenüber den Industrieländern erzielen und substanzielle ausländische Direktinvestitionen anziehen würden, würden die Schwellenmarktunternehmen versuchen, auf langfristige Finanzierungsmöglichkeiten außerhalb ihrer lokalen Märkte zuzugreifen, um von den im Zuge der Globalisierung sowie von Fusionen und Akquisitionen entstehenden Chancen zu profitieren.
Sollte sich die Krise in der Eurozone intensivieren und in einen mit dem Lehman-Zusammenbruch vergleichbaren Schock der globalen Wirtschaft münden, würde dies sicherlich nicht ohne Folgen für die Schwellenmärkte bleiben. Es sei allerdings fraglich, ob dies Auswirkungen auf den stetig wachsenden Anteil der Schwellenmärkte an dem globalen Handel haben würde. Während einige Schwellenländer möglicherweise weiterhin ein stärkeres Exposure zu beispielsweise Rohstoffpreisen oder Kapitalflüssen als andere Ländern aufweisen würden, seien die Experten dennoch davon überzeugt, dass die Abhängigkeit der Schwellenmärkte von den G3-Staaten insgesamt sinke. (Ausgabe Juli 2012) (25.07.2012/alc/a/a)
Doch wiederholte Krisen - unter denen vor allem die Asienkrise 1998 zu nennen sei – hätten viele der aufstrebenden Länder veranlasst, auf ein exportbasiertes Wachstum zu setzen und von festen zu variablen Wechselkursen überzugehen, um Devisenreserven anzuhäufen und die Anfälligkeit für kurzfristige Marktschwankungen zu reduzieren. Durch die Straffung seiner Fiskalpolitik sei es Brasilien gelungen, einen Staatsbankrott abzuwenden. Es wäre der dritte Zahlungsausfall (nach Argentinien und Russland) innerhalb von fünf Jahren unter den vier größten EM-Emittenten gewesen. Die Erholung Brasiliens von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit habe zu einer signifikanten "Rally" bei EM-Anleihen geführt, und seitdem steige das Interesse der Anleger an dieser Anlageklasse.
Im Bereich der EM-Unternehmensanleihen sei die Emissionstätigkeit in den letzten Jahren deutlich gestiegen, und zwar sowohl auf absoluter Ebene als auch verglichen mit der Emission von EM-Staatsanleihen. Angesichts dessen, dass die Schwellenmärkte seit 2000 eine kontinuierlich Outperformance gegenüber den Industrieländern erzielen und substanzielle ausländische Direktinvestitionen anziehen würden, würden die Schwellenmarktunternehmen versuchen, auf langfristige Finanzierungsmöglichkeiten außerhalb ihrer lokalen Märkte zuzugreifen, um von den im Zuge der Globalisierung sowie von Fusionen und Akquisitionen entstehenden Chancen zu profitieren.
Sollte sich die Krise in der Eurozone intensivieren und in einen mit dem Lehman-Zusammenbruch vergleichbaren Schock der globalen Wirtschaft münden, würde dies sicherlich nicht ohne Folgen für die Schwellenmärkte bleiben. Es sei allerdings fraglich, ob dies Auswirkungen auf den stetig wachsenden Anteil der Schwellenmärkte an dem globalen Handel haben würde. Während einige Schwellenländer möglicherweise weiterhin ein stärkeres Exposure zu beispielsweise Rohstoffpreisen oder Kapitalflüssen als andere Ländern aufweisen würden, seien die Experten dennoch davon überzeugt, dass die Abhängigkeit der Schwellenmärkte von den G3-Staaten insgesamt sinke. (Ausgabe Juli 2012) (25.07.2012/alc/a/a)


