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Schwellenländeranleihen trotz höherer Renditen gemieden
17.03.20 11:45
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Als hätten sie es geahnt und vorweggenommen, erst erlitten die Börsen einen Einbruch bei den Aktienkursen und den Rentenrenditen, bevor die Konjunkturforschungsinstitute ihre Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft nach unten revidierten, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Das Ausmaß der Kursverluste in so kurzer Zeit aber deute auf ein gehöriges Maß an Panik und Hysterie. Und das sei stets ein schlechter Ratgeber für das weitere Anlageverhalten. Der DAX habe in einer einzigen Woche 20% verloren, der S&P seit dem 19.02.2020 sogar fast 30%.
Die meisten Aktienkurse seien schon vor der Verschärfung der Coronavirus Pandemie überbewertet gewesen und lediglich durch die ultra-expansive Geldpolitik der Zentralbanken und den dadurch bedingten Mangel an Anlagealternativen auf Höchststand gestiegen. Und die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen von -0,75% für die Bunds und 0,50% für die Treasuries würden sowieso nicht die langfristigen Risiken spiegeln. Doch COVID-19 stelle die Stimmung auf den Kopf. Wie sähen die längerfristigen Konjunkturaussichten aus?
Konjunkturanalysten würden sich häufig auf Stimmungsindikatoren stützen, die den harten Faktoren wie Auftragseingang, Kapazitätsauslastung, Auftragsbestand, usw. zeitlich vorauseilen würden. Solche Stimmungen würden sich in Erwartungsindices wie Geschäftsklima, Umsatzprognosen, Sentiment, Index der Einkaufsmanager (PMI), usw. spiegeln. Letztere würden als besonders zuverlässig angesehen, weil diese Manager über die Geschäftsentwicklung des Unternehmens am besten informiert seien. Ausgangspunkt für den Börsencrash sei die Entwicklung Chinas gewesen.
Hier zeige der PM-Index sowohl für die Industrieproduktion als auch den Servicebereich einen Einbruch (COVID-19) in kurzer Zeit weit stärker als in vorangegangenen Krisen wie Ebola, Schweinegrippe H1N1 oder der weltweiten Überschuldungskrise in 2018 (GFC große Finanzkrise). Auch die Aktienkurse seien gewissermaßen ein Stimmungsindikator, zumindest teilweise. Aus diesen Gründen seien die Wachstumsprognosen für 2020 in den letzten Tagen immer vorsichtiger geworden.
Im 4Q/19 hätten nach Angaben der OECD die G-20 Länder noch ein Wachstum von 0,6% erzielt. Für 2020 würden die Konjunkturforscher jetzt eine Rezession der Weltwirtschaft erwarten, ebenfalls eine in den USA und der EU. Deutschland als bisher wichtigster Exporteur im Welthandel werde davon besonders betroffen. In China werde als Worst Case Szenario eine Stagnation unterstellt. Das zeige sich jetzt in steigender Risikoaversion der Anleger.
Dies spiegele u.a. der steigende Spread zu den Anleihen der Schwellenmärkte, die trotz höherer Renditen gemieden würden. Der Ruf an den Börsen nach dem angeblichen Allheilmittel expansiver Geldpolitik und höherem Deficit Spending durch die Regierungen werde lauter. Dabei werde übersehen, dass die Zentralbanken schon seit Jahren einem ultra-expansiven Kurs folgen würden und die Verschuldung aller Sektoren mit ca. USD 247 Billionen weltweit auf historischem Höchststand liege, was zu den jetzigen Ungleichgewichten und Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten geführt habe. Deutschland mit seiner während der letzten Jahre verfolgten "schwarzen Null" im Haushalt stehe vergleichsweise günstig da.
An den Börsen sei die Krise noch lange nicht vorüber. Es könne durchaus noch schlimmer werden, der Höhepunkt sei nicht vorauszusehen. Panik sei aber ein schlechter Ratgeber, daher gelte Gelassenheit sei Trumpf. Auf lange Sicht werde die Forschung der Wissenschaftler sicher eine Entschlüsselung des COVD-19 Virus und ein Gegenmittel finden. Dennoch sollte vorerst weiterhin auf ausreichende Liquidität geachtet werden. Sei diese nicht vorhanden, dann könnten Phasen der Kurserholung zu deren Aufbau genutzt werden. Keine Kreditengagements. Die starke Geldmengenausweitung durch die Notenbanken wirke auf weitere Sicht inflationär. Somit sei der Preisrückschlag bei Edelmetallen infolge von Gewinnmitnahmen eine Gelegenheit zur Aufstockung von Positionen. (Ausgabe vom 16.03.2020) (17.03.2020/alc/a/a)
Das Ausmaß der Kursverluste in so kurzer Zeit aber deute auf ein gehöriges Maß an Panik und Hysterie. Und das sei stets ein schlechter Ratgeber für das weitere Anlageverhalten. Der DAX habe in einer einzigen Woche 20% verloren, der S&P seit dem 19.02.2020 sogar fast 30%.
Die meisten Aktienkurse seien schon vor der Verschärfung der Coronavirus Pandemie überbewertet gewesen und lediglich durch die ultra-expansive Geldpolitik der Zentralbanken und den dadurch bedingten Mangel an Anlagealternativen auf Höchststand gestiegen. Und die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen von -0,75% für die Bunds und 0,50% für die Treasuries würden sowieso nicht die langfristigen Risiken spiegeln. Doch COVID-19 stelle die Stimmung auf den Kopf. Wie sähen die längerfristigen Konjunkturaussichten aus?
Hier zeige der PM-Index sowohl für die Industrieproduktion als auch den Servicebereich einen Einbruch (COVID-19) in kurzer Zeit weit stärker als in vorangegangenen Krisen wie Ebola, Schweinegrippe H1N1 oder der weltweiten Überschuldungskrise in 2018 (GFC große Finanzkrise). Auch die Aktienkurse seien gewissermaßen ein Stimmungsindikator, zumindest teilweise. Aus diesen Gründen seien die Wachstumsprognosen für 2020 in den letzten Tagen immer vorsichtiger geworden.
Im 4Q/19 hätten nach Angaben der OECD die G-20 Länder noch ein Wachstum von 0,6% erzielt. Für 2020 würden die Konjunkturforscher jetzt eine Rezession der Weltwirtschaft erwarten, ebenfalls eine in den USA und der EU. Deutschland als bisher wichtigster Exporteur im Welthandel werde davon besonders betroffen. In China werde als Worst Case Szenario eine Stagnation unterstellt. Das zeige sich jetzt in steigender Risikoaversion der Anleger.
Dies spiegele u.a. der steigende Spread zu den Anleihen der Schwellenmärkte, die trotz höherer Renditen gemieden würden. Der Ruf an den Börsen nach dem angeblichen Allheilmittel expansiver Geldpolitik und höherem Deficit Spending durch die Regierungen werde lauter. Dabei werde übersehen, dass die Zentralbanken schon seit Jahren einem ultra-expansiven Kurs folgen würden und die Verschuldung aller Sektoren mit ca. USD 247 Billionen weltweit auf historischem Höchststand liege, was zu den jetzigen Ungleichgewichten und Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten geführt habe. Deutschland mit seiner während der letzten Jahre verfolgten "schwarzen Null" im Haushalt stehe vergleichsweise günstig da.
An den Börsen sei die Krise noch lange nicht vorüber. Es könne durchaus noch schlimmer werden, der Höhepunkt sei nicht vorauszusehen. Panik sei aber ein schlechter Ratgeber, daher gelte Gelassenheit sei Trumpf. Auf lange Sicht werde die Forschung der Wissenschaftler sicher eine Entschlüsselung des COVD-19 Virus und ein Gegenmittel finden. Dennoch sollte vorerst weiterhin auf ausreichende Liquidität geachtet werden. Sei diese nicht vorhanden, dann könnten Phasen der Kurserholung zu deren Aufbau genutzt werden. Keine Kreditengagements. Die starke Geldmengenausweitung durch die Notenbanken wirke auf weitere Sicht inflationär. Somit sei der Preisrückschlag bei Edelmetallen infolge von Gewinnmitnahmen eine Gelegenheit zur Aufstockung von Positionen. (Ausgabe vom 16.03.2020) (17.03.2020/alc/a/a)


