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Ein Spiel aus Drohung und Gegendrohung
08.03.18 12:45
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Gary Cohn schmeißt hin - im Streit um die von seinem Präsidenten favorisierten Strafzölle verlässt der Chefökonom das Weiße Haus, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Und weil Cohn, Mitglied der Demokraten, der wichtigste Wirtschaftsberater von D.T., dem Unberechenbaren, gewesen sei, hätten die Märkte sofort reagiert. Dies zeige, wie groß die Hoffnung der Investoren gewesen sei, dass der ehemalige Vizechef von Goldman Sachs als letzte Stimme der wirtschaftspolitischen Vernunft den sprunghaften Trump mit seinem aggressiven Handelsansatz einhegen könnte.
Cohns Abgang aber sei nun ein Signal dafür, dass es ihm nicht gelungen sei, seinen Präsidenten von Strafzöllen auf Aluminium und Stahl und damit von dem Weg in einen Handelskrieg abzuhalten. Auch der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan, habe zuvor dem US-Präsidenten von den Strafzöllen abgeraten und weitere 100 republikanische Abgeordnete des Repräsentantenhauses hätten in einem offenen Brief an die Vernunft von D.T. appelliert - welche Vernunft? Denn es bestehe die Gefahr, dass Vergeltungsmaßnahmen anderer Staaten in den USA bis zu 150.000 Jobs vernichten würden. Die Wege des mächtigsten Mannes im Weißen Haus seien eben unergründlich und es könne nicht ausgeschlossen werden, dass damit auch Wahlhilfe für den republikanischen Kandidaten bei einer Sonderwahl am kommenden Dienstag im Bundesstaat Pennsylvania, einem traditionellen Stahl-Standort, betrieben werden solle.
Dabei sei Cohn, der als Architekt von Trumps Steuerreform gelte, nicht der einzige, der vor kurzem dem Präsidenten den Rücken gekehrt habe. Zuletzt habe Stabssekretär Rob Porter gehen müssen, dann habe Kommunikationschefin Hope Hicks hingeschmissen, die als Trumps rechte Hand gegolten habe. Wenn der Präsident dann auch noch zu witzeln versuche, indem er frage, wer wohl als Nächstes gehe und dabei den Namen seiner Ehefrau Melania ausspreche, dann verdeutliche dies nur, wessen Geistes Kind er sei. Zumal dies nicht der rechte Zeitpunkt für Scherze sei und es um das Funktionieren der immer noch mächtigsten Nation der Welt gehe.
Noch sei nicht klar, wie genau die US-Strafzölle auf ausländischen Stahl und Aluminium aussehen sollten. Bisher sei es ein Spiel aus Drohung und Gegendrohung. Sollte etwa die Europäische Union mit Gegenmaßnahmen reagieren, wie sie Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angekündigt habe, würden die USA "zurückschlagen", habe Trump gepoltert. Dann würde man eben europäische Autos mit einer Steuer von 25% belegen. Dass es Einfuhrzölle auf beiden Seiten des Atlantiks gebe, sei ja unbestritten. Und die seien auch nicht immer gleich hoch. So belege die EU importierte Autos mit 10%, die USA nur mit 2,5%. Umgekehrt sei es etwa bei Tabak.
Trump stoße sich am riesigen Handelsdefizit, das sich im Januar des Jahres so stark ausgeweitet habe wie seit neun Jahren nicht mehr. Insbesondere gegenüber China und Deutschland fordere er eine deutliche Reduzierung des Handelsüberschusses. Im gleichen Atemzug stelle er allerdings auch in Aussicht, dass falls die EU einige ihrer "furchtbaren Hürden" abbauen würde, man ja anfangen könne zu reden. Wie er das meine, sei nicht ganz klar. Denn wenn sich eine Nation im Welthandel übervorteilt sehe, gebe es bei der Welthandelsorganisation (WTO) einen geordneten Prozess der Schlichtung. Ob Trump diesen etablierten Weg beschreiten würde, sei fraglich. Habe er doch selbst die WTO infrage gestellt und mit einem Austritt der USA gedroht. Aber vielleicht benutze er auch schon bald das Argument der nationalen Sicherheit, um Ausnahmen zu gestatten.
Was aber schon jetzt klar sei: Einfuhrzölle, etwa auf Stahl, würden Produkte teurer machen. Und den Preis dafür würden am Ende die Verbraucher zahlen - auf beiden Seiten des Atlantiks. Daneben drohe die Gefahr sinkender Handelsvolumina und eines geringeren Wirtschaftswachstums. Am Ende hätte man also das, was schon immer das Resultat einer protektionistischen Wirtschaftspolitik gewesen sei: Verlierer auf allen Seiten.
Inzwischen habe der Zins zwar seine ursprünglich ihm zugedachte Funktion größtenteils verloren, aber dennoch sei das alle sechs Wochen stattfindende Treffen der europäischen Notenbanker eine gute Gelegenheit, sich neu zu orientieren. So werde man auch heute wieder gespannt den Worten von Super-Mario lauschen und versuchen zwischen den Zeilen zu lesen, was die Zukunft bringen werde. Nachdem bereits am Dienstag die australische Notenbank den seit dem 2. August 2016 gültigen Leitzins erwartungsgemäß nicht verändert habe, hätten die Notenbanken Kanadas und der Türkei zur Wochenmitte beschlossen, das Gleiche zu tun. Somit stünden in dieser Woche mit der heutigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und am morgigen Tag mit der Bank of Japan (BoJ) noch zwei Zinsentscheide aus, bei denen jedoch ebenfalls keine Änderung erwartet werde.
Gehe es bei der BoJ eher darum, den Anlegern schonend den nahenden Ausstieg aus der ultra-akkommodierenden Geldpolitik schmackhaft zu machen, so seien die Notenbanker der EZB schon einen Schritt weiter. Sie müssten sich in den kommenden Wochen und Monaten mit der Feinadjustierung bei der Wortwahl beschäftigen. Denn trotz guter Konjunktur und einer bisher nicht gekannten Mittelzufuhr seitens der Zentralbank, sei die Inflation in der Eurozone im Februar den dritten Monat in Folge gesunken. Somit entferne sie sich immer weiter von dem angepeilten Ziel von 2%. Deshalb sei davon auszugehen, dass an diesem Donnerstag der EZB-Rat an der bisherigen Forward Guidance festhalten werde.
Das sei auch die Meinung im Hause Barclays. Deren Analysten würden frühestens in der nächsten Sitzung im April ein Abrücken von der bisherigen Aussage einer möglichen Ausweitung der Ankäufe erwarten. Im Zuge dieser Anpassung würden auch erst Beratungen über die Weiterentwicklung des Hauptrefinanzierungssatzes nach einem möglichen QE-Ende Sinn machen. Zusammen mit Nomura und Wermuth Asset Management würden diese drei Häuser sogar eine erste Zinserhöhung in 2018 erwarten - jedoch in sehr unterschiedlicher Ausprägung.
Jedoch stehe und falle eine solche Prognose nicht zuletzt mit der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, den USA, Japan und China. Aber auch jede Art protektionistischer Maßnahmen zum Schutze der heimischen Wirtschaft werde nicht ohne Auswirkung auf die Notenbankpolitik bleiben und somit in die Überlegungen mit einzubeziehen sein. Dies habe sogar der Präsident der FED Atlanta, Raphael Bostic, jüngst angedeutet. Denn seines Erachtens würde ein eskalierender Handelsstreit gegebenenfalls eine Verlangsamung des bisherigen Kurses der behutsamen Zinserhöhungen erforderlich machen.
Doch so weit ist man in der Eurozone noch nicht und hierzulande sind sich alle Marktbeobachter darin einig, dass zuerst das QE-Volumen reduziert wird, bevor man es final einstellt, so die Analysten der Baader Bank. Und erst anschließend sei der Weg frei für eine Zinsanhebung. Denn inzwischen spiele der Bestand an Anleihen bereits eine größere Rolle als der weitere Ankauf von Papieren. Dadurch habe man Zeit gewonnen, sodass erst die Sitzung am 14. Juni wieder etwas mehr Licht ins Dunkel bringen werde.
Die Lähmung in der deutschen Politik werde von der Lähmung in Italien abgelöst, habe das "Wall Street Journal" mit Blick auf den vergangenen Sonntag geschrieben. Da habe das SPD-Mitgliedervotum endlich den Weg zu einer Regierungsbildung in Deutschland freigemacht, während der Wahlausgang in Italien den Beginn einer Paralyse eingeläutet habe. Sicher dürfte sein, dass den Italienern ein quälend langer Prozess der Regierungsbildung bevorstehe. Denn zwischen der stärksten Gruppierung, der Fünf-Sterne-Bewegung, und der rechtsgerichteten Lega lägen politische Welten. Beide aber würden ihren Führungsanspruch geltend machen und beide seien als populistisch zu bezeichnen.
Kritisch sei für Europa, dass sich beide Seiten europakritisch geben würden. Undank sei der Welten Lohn, möge man hier aus europäischer Sicht denken. Denn ausgerechnet der Italiener Mario Draghi habe in seiner Funktion als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) mit seiner Niedrigzinspolitik insbesondere Ländern wie Italien in der Schuldenkrise jede Menge an Zeit erkauft - und das zum Verdruss der Finanzindustrie in den "Nordländern".
Tatsächlich aber habe insbesondere Italien die Zeit nicht genutzt, um Reformen anzupacken. Die Verschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft in Europa liege bei 132% des BIPs, die Jugendarbeitslosigkeit bei über 31% und da nutze auch das stärkste wirtschaftliche Wachstum seit 2010 nicht wirklich viel. Zu groß seien die strukturellen Schwierigkeiten in Italien. Das Wahlergebnis mache noch einmal deutlich, dass die italienische Misere ein europäisches Problem sei. Könnte sich doch von dort aus der Spaltpilz weiterverbreiten. Deshalb müsse die Europäische Union unter Führung von Deutschland und Frankreich die Zeit bis zur Europa-Wahl 2019 nutzen, die Euro- und die Flüchtlingskrise in den Griff zu bekommen. Die Voraussetzungen dafür seien nicht schlecht, weil eine boomende Konjunktur in vielen Ländern für Jobs und Steuern sorge und die Zahl der Flüchtlinge abnehme.
Zunächst aber stehe Italien eine weitere Hängepartie bevor. Königsmacher könnte ausgerechnet die noch regierende sozialdemokratische Partei werden, die unter Matteo Renzi eine historische Niederlage eingefahren habe. Der habe aber in Erinnerung an Martin Schulz schon mal angekündigt, in die Opposition gehen zu wollen. Am 23. März, wenn das Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammentreffe, könnten offiziell Koalitionsgespräche beginnen. Komme an deren Ende keine Regierung zustande, bliebe Staatspräsident Sergio Mattarella die Möglichkeit, Neuwahlen auszurufen. Aber was sollte sich dann ändern?
Innerhalb der britischen Wirtschaft wachse der Unmut gegen die Brexit-Strategie der Regierung unter Premierministerin Theresa May. Diese habe zwar gesagt, sie favorisiere in Regulierungsfragen eine enge Anlehnung an die EU. Das aber sei der Wirtschaft offenbar zu vage, weil es immer noch einen zu starken "Nebel der Unsicherheit" gebe, um Investitions- und Geschäftsentscheidungen zu treffen. Dafür aber würden viele Firmen nach dem Prinzip "Rette sich wer kann" agieren, denn immerhin hätten 60% der Unternehmen bereits Notfallpläne initiiert, sollten die Verhandlungen mit der EU vollständig scheitern, heiße es beim Wirtschaftsverband Confederation of British Industry (CBI), deren Mitglieder zu 80% im Binnenmarkt bleiben möchten.
Deren Chefin Carolyn Fairbairn habe nun im Interview mit der "Welt" klargemacht, dass ein reibungsloser Handel außerhalb des Binnenmarktes nicht mehr möglich sein werde. Aber die Beibehaltung gleicher Rechtsvorschriften könne den Vorteil der Mitgliedschaft im Binnenmarkt nachbilden. Dennoch fordere der CBI weiterhin, dass Großbritannien in der Zollunion bleibe, was wiederum die Regierung ablehne. Denn immer noch würden die Firmen Klarheit vermissen, was das Verhältnis zur EU nach dem 29. März 2019 bringen werde. Zwar deute vieles auf eine zweijährige Übergangszeit hin, in der zunächst alles beim Alten bleibe. Dennoch sei auch eine solche Zwischenlösung noch nicht vereinbart und bleibe für die Unternehmen daher ein Unsicherheitsfaktor.
Dabei werfe der anstehende Brexit seine Schatten längst voraus. Durch die Abwertung des Britischen Pfunds sei die Inflation auf 3% getrieben worden. Dies fresse Lohnsteigerungen auf, weshalb die Einkommen im 4. Quartal 2017 um 0,2% hinter dem Vorjahreswert zurückgeblieben seien, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vorrechne.
Die Wirtschaft, aber auch einige Tory-Rebellen würden an May kritisieren, dass sie insgesamt sehr schwammig bleibe. So spreche die Regierungschefin zwar davon, statt eines Verbleibs in der Zollunion einen "guten Zugang" zu den anderen Märkten aushandeln zu wollen. Doch dies sei Unternehmen, die eben auch Entscheidungen treffen müssten, zu unkonkret.
So bewerte auch die EU Mays Stil in der Brexit-Debatte zwar als eine Änderung im Ton, aber nicht in der Sache. Dies schreibe der britische "Guardian" mit Blick auf ein internes EU-Dokument. Demnach lasse May weiterhin jegliche Klarheit vermissen, geschweige denn, dass sie ein schlüssiges Austrittsszenario vorlegen könne. Vielmehr sei das, was die Regierungschefin anstrebe, so etwas wie "doppelte Rosinenpickerei".
In diese Kerbe schlage auch der UBS Präsident, Axel Weber, der die fehlenden Fortschritte bei den Verhandlungen anprangere. Seines Erachtens verkenne Großbritannien die Brenzligkeit der Situation und die EU wiege sich noch zu stark in der Sicherheit, dass am Ende ein Kompromiss gelingen werde. Darüber hinaus warne er die EU vor Eigentoren beim Brexit!
Die Not dauere noch etwas länger. Nach Einschätzung der EZB-Bankenaufsicht würden die Kreditinstitute von Griechenland länger benötigen als gedacht, um die Schuldenkrise abschließen zu können. Nach einer langen Phase der Krankheit müssten die Institute wohl erst in eine Reha. Kernproblem der griechischen Banken sei ein Anteil von nahezu 50% an notleidenden Kreditengagements. Dies sei die höchste Quote im Euroraum.
Die griechischen Banken hätten mit den Aufsehern der EZB eine Reduzierung fauler Kredite um 40% bis Ende 2019 vereinbart. Das planmäßige Erreichen dieses Ziels würde den Instituten wieder bessere Möglichkeiten an die Hand geben, ihre Mittel für die traditionellen Geschäftsbereiche einzusetzen.
In einem vorgezogenen Stresstest nehme die EZB derzeit zusammen mit der Europäischen Bankenaufsicht EBA die vier größten griechischen Banken unter die Lupe. Damit wolle man sich bis Mai, wenn die Ergebnisse veröffentlicht würden, Klarheit über deren Lage verschaffen. Die Ergebnisse für die 33 anderen europäischen Banken, die noch untersucht würden, sollten im November bekannt gegeben werden.
Die Investoren hätten in dieser Berichtswoche die Auswahl unter vier nennenswerten Neuemissionen gehabt. Zum einen habe RCI Banque eine Dualtranche aufgelegt und A.P. Møller Mærsk sowie Belden hätten jeweils einen Bond begeben.
RCI Banque habe gleich zwei Bonds mit insgesamt 1,3 Mrd. Euro aufgelegt. Die erste Tranche (ISIN FR0013322120 / WKN A19XGP), ein 3-jähriger Bond, sei am 12.07.2021 fällig und habe einen Kupon in Höhe von 0,25%. Das Emissionsvolumen belaufe sich auf 750 Mio. Euro und das Pricing bei 99,597% habe +23 Bps über Mid Swap entsprochen. Eine Make Whole Option und ein Kündigungsrecht ab dem 12.06.2021 zu 100% würden die Bedingungen für dieses Wertpapier abrunden.
Eine zweite, 550 Mio. Euro schwere, 7-jährige Anleihe (ISIN FR0013322146 / WKN A19XGQ) mit Fälligkeit am 12.03.2025 sei als Floater begeben worden und der Zins richte sich nach dem vierteljährlichen Euribor plus 0,58 PP. Der Ausgabepreis habe bei pari gelegen.
Das dänische Unternehmen A.P. Møller Mærsk habe einen 750 Mio. Euro schweren Bond (ISIN XS1789699607 / WKN A19XNN) mit Fälligkeit am 16.03.2026 aufgelegt. Die Anleihe sei mit einem jährlichen Zins von 1,75% ausgestattet. A.P. Møller Mærsk sei insbesondere im Bereich Logistik tätigt und seit etwas mehr als 20 Jahren die größte Containerschiffsreederei der Welt. In die Anleihebedingungen sei neben einer Make Whole Option ein weiterer Kündigungstermin (ab dem 16.12.2025 jederzeit zu 100%) aufgenommen worden. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,719%, was einen Aufschlag von +90 Bps über Mid Swap bedeutet habe.
Zu guter Letzt sei Belden, ein Unternehmen mit Sitz in den USA, das Lösungen für die Datenübertragung entwickle, am Kapitalmarkt aktiv geworden und habe eine Anleihe (ISIN XS1789515134 / WKN A19XSF) mit einem Volumen von 350 Mio. Euro begeben. Belden habe den Bond mit einem Zins von 3,875% ausgestattet, welcher bis zur Fälligkeit am 15.03.2028 halbjährlich gezahlt werde. Emittiert worden sei zu pari (+320 Bps über Bund). Das Unternehmen habe sich zusätzlich vier optionale Kündigungsrechte ab 15.03.2023 zu 101,938%, ab 15.03.2024 zu 101,292%, ab 15.03.2025 zu 100,646% und ab 15.03.2026 zu 100% eingeräumt.
Alle hier genannten Bonds seien mit der bei Privatanlegern eher unbeliebten Mindeststückelung von 100.000 Euro emittiert worden.
Alle drei Monate müsse man sich wegen des Roll-Overs bei den Rentenbarometern an neue Future-Stände gewöhnen. Beim Wechsel vom März- in den Juni-Kontrakt belaufe sich der mathematisch zu begründende Differenzbetrag beim Buxl- auf ca. -1,52 PP, beim Bund- auf ca. -2,65 PP, beim Bobl auf ca. -0,78 PP und beim Schatz-Future auf ca. -0,19 PP. Somit würden ab sofort alle auf deutsche Staatspapiere referenzierenden Kontrakte tiefer als bisher notieren. Dennoch habe sich das Renditeniveau nicht erhöht und dieses belaufe sich bei der aktuellen 10-jährigen Benchmark-Anleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) heute Morgen auf ca. 0,658%, was einem Euro-Bund-Future von 156,80% entspreche.
Dennoch sei bei der charttechnischen Analyse infolge des kurzfristigen Aufwärtstrends eine Unterstützungslinie bei ca. 156,47% auszumachen. Hingegen stelle der seit Dezember vergangenen Jahres längerfristig zu registrierende Abwärtstrend eine Widerstandslinie bei ca. 157,50% dar. Diese beiden Linien würden ein Dreieck bilden, aus dem der Euro-Bund-Future im Laufe der kommenden Woche spätestens ausbrechen werde.
Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher politischer und wirtschaftlicher Krisenherde in der Welt könne das Rentenbarometer schon bald wieder zum Sorgenbarometer werden und somit seinem Namen alle Ehre machen.
Nachdem in der vergangenen Woche zur Refinanzierung der vierwöchigen Geldmarkttitel im Volumen von 60 Mrd. USD die Investoren mit 1,495% geködert worden seien, habe in dieser Woche nochmals etwas draufgelegt werden müssen (1,55%). Zu diesem erhöhten Satz seien 65 Mrd. USD und zusätzlich mittels T-Bills mit Laufzeiten von drei und sechs Monaten nochmals 99 Mrd. USD aufgenommen worden. Wer in längere Laufzeiten investieren möchte, müsse sich noch etwas gedulden, denn in der kommenden Woche würden zusätzlich Bonds mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren aufgelegt.
In der Eurozone hingegen sei in diesem Zeitraum bisher lediglich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland aktiv geworden und habe zwei inflationsindexierte Anleihen (ISIN DE0001030567 / WKN 103056, 2026; ISIN DE0001030559 / WKN 103055, 2030) um jeweils 500 Mio. Euro sowie die aktuelle 5-jährige Bundesobligation Serie 177 (ISIN DE0001141778 / WKN 114177) um 4 Mrd. Euro aufgestockt. Die Zuteilung der beiden Linker sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,87% (ISIN DE0001030567 / WKN 103056) bzw. -0,55% (ISIN DE0001030559 / WKN 103055) erfolgt. Die zu erzielende Rendite bei der Bundesobligation habe sich mit 0,05% wieder im positiven Bereich bewegt und die Nachfrage habe mit 4,19 Mrd. Euro in etwa dem anvisierten Aufstockungsbetrag entsprochen. Den Schlusspunkt werde am heutigen Donnerstag Irland mit der Erhöhung der bisherigen Emissionsvolumen bei zwei Altemissionen (ISIN IE00BDHDPQ37 / WKN A19QHF, 2022; ISIN IE00BDHDPR44 / WKN A19UMH, 2028) setzen.
Auf Regen folge Sonnenschein, sage ein Sprichwort. Übertragen auf die jetzige Wetterlage würden auf tiefwinterliche Minusgrade frühlingshafte Temperaturen folgen. Die europäische Gemeinschaftswährung scheine sich ebenfalls der Wetterlage anzupassen und könne nach den Verlusten in der vergangenen Berichtswoche wieder mit einem deutlichen Kursplus glänzen.
So habe der Monat März für den Euro nicht allzu freundlich begonnen und er sei sogar bis auf 1,2155 USD zurückgefallen. Allerdings habe die Einheitswährung an vier Tagen in Folge gegenüber der US-Valuta zulegen können. Zur Wochenmitte sei somit der Wechselkurs bis auf 1,2444 USD gestiegen. Diese Kursentwicklung sei das Resultat der aktuellen US-Zollpolitik. Insbesondere nach dem Rücktritt von Wirtschaftsberater Cohn nähmen die Sorgen zu, es könnte zu einem Handelskrieg zwischen den USA und der EU kommen. Dies habe den Greenback immens unter Druck gesetzt. Neben diesem marktbeherrschenden Thema richte sich die Aufmerksamkeit am heutigen Donnerstag auf die zweite EZB-Sitzung des Jahres. Im Vorfeld des Treffens der Währungshüter handle der Euro heute Morgen bei ca. 1,2410 USD.
Ein weiteres am Markt hinlänglich bekanntes Thema sei der Brexit. Nach wie vor gebe es dafür keinen verlässlichen Fahrplan und so sei in den vergangenen Tagen das britische Pfund Sterling erneut unter Druck geraten. Die europäische Einheitswährung habe davon profitieren können und sei in dieser Berichtswoche bis auf 0,89680 GBP gestiegen und habe damit ein neues Hoch in 2018 markiert.
Um im aktuellen Marktumfeld für jeden Fall gewappnet zu sein, hätten Privatanleger zur Risikostreuung in ausgesuchte Fremdwährungsanleihen investiert. Dazu hätten Währungsanleihen auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand, Russische Rubel sowie Norwegische Kronen gehört.
Disclaimer:
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (08.03.2018/alc/a/a)
Und weil Cohn, Mitglied der Demokraten, der wichtigste Wirtschaftsberater von D.T., dem Unberechenbaren, gewesen sei, hätten die Märkte sofort reagiert. Dies zeige, wie groß die Hoffnung der Investoren gewesen sei, dass der ehemalige Vizechef von Goldman Sachs als letzte Stimme der wirtschaftspolitischen Vernunft den sprunghaften Trump mit seinem aggressiven Handelsansatz einhegen könnte.
Cohns Abgang aber sei nun ein Signal dafür, dass es ihm nicht gelungen sei, seinen Präsidenten von Strafzöllen auf Aluminium und Stahl und damit von dem Weg in einen Handelskrieg abzuhalten. Auch der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan, habe zuvor dem US-Präsidenten von den Strafzöllen abgeraten und weitere 100 republikanische Abgeordnete des Repräsentantenhauses hätten in einem offenen Brief an die Vernunft von D.T. appelliert - welche Vernunft? Denn es bestehe die Gefahr, dass Vergeltungsmaßnahmen anderer Staaten in den USA bis zu 150.000 Jobs vernichten würden. Die Wege des mächtigsten Mannes im Weißen Haus seien eben unergründlich und es könne nicht ausgeschlossen werden, dass damit auch Wahlhilfe für den republikanischen Kandidaten bei einer Sonderwahl am kommenden Dienstag im Bundesstaat Pennsylvania, einem traditionellen Stahl-Standort, betrieben werden solle.
Dabei sei Cohn, der als Architekt von Trumps Steuerreform gelte, nicht der einzige, der vor kurzem dem Präsidenten den Rücken gekehrt habe. Zuletzt habe Stabssekretär Rob Porter gehen müssen, dann habe Kommunikationschefin Hope Hicks hingeschmissen, die als Trumps rechte Hand gegolten habe. Wenn der Präsident dann auch noch zu witzeln versuche, indem er frage, wer wohl als Nächstes gehe und dabei den Namen seiner Ehefrau Melania ausspreche, dann verdeutliche dies nur, wessen Geistes Kind er sei. Zumal dies nicht der rechte Zeitpunkt für Scherze sei und es um das Funktionieren der immer noch mächtigsten Nation der Welt gehe.
Noch sei nicht klar, wie genau die US-Strafzölle auf ausländischen Stahl und Aluminium aussehen sollten. Bisher sei es ein Spiel aus Drohung und Gegendrohung. Sollte etwa die Europäische Union mit Gegenmaßnahmen reagieren, wie sie Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angekündigt habe, würden die USA "zurückschlagen", habe Trump gepoltert. Dann würde man eben europäische Autos mit einer Steuer von 25% belegen. Dass es Einfuhrzölle auf beiden Seiten des Atlantiks gebe, sei ja unbestritten. Und die seien auch nicht immer gleich hoch. So belege die EU importierte Autos mit 10%, die USA nur mit 2,5%. Umgekehrt sei es etwa bei Tabak.
Trump stoße sich am riesigen Handelsdefizit, das sich im Januar des Jahres so stark ausgeweitet habe wie seit neun Jahren nicht mehr. Insbesondere gegenüber China und Deutschland fordere er eine deutliche Reduzierung des Handelsüberschusses. Im gleichen Atemzug stelle er allerdings auch in Aussicht, dass falls die EU einige ihrer "furchtbaren Hürden" abbauen würde, man ja anfangen könne zu reden. Wie er das meine, sei nicht ganz klar. Denn wenn sich eine Nation im Welthandel übervorteilt sehe, gebe es bei der Welthandelsorganisation (WTO) einen geordneten Prozess der Schlichtung. Ob Trump diesen etablierten Weg beschreiten würde, sei fraglich. Habe er doch selbst die WTO infrage gestellt und mit einem Austritt der USA gedroht. Aber vielleicht benutze er auch schon bald das Argument der nationalen Sicherheit, um Ausnahmen zu gestatten.
Was aber schon jetzt klar sei: Einfuhrzölle, etwa auf Stahl, würden Produkte teurer machen. Und den Preis dafür würden am Ende die Verbraucher zahlen - auf beiden Seiten des Atlantiks. Daneben drohe die Gefahr sinkender Handelsvolumina und eines geringeren Wirtschaftswachstums. Am Ende hätte man also das, was schon immer das Resultat einer protektionistischen Wirtschaftspolitik gewesen sei: Verlierer auf allen Seiten.
Inzwischen habe der Zins zwar seine ursprünglich ihm zugedachte Funktion größtenteils verloren, aber dennoch sei das alle sechs Wochen stattfindende Treffen der europäischen Notenbanker eine gute Gelegenheit, sich neu zu orientieren. So werde man auch heute wieder gespannt den Worten von Super-Mario lauschen und versuchen zwischen den Zeilen zu lesen, was die Zukunft bringen werde. Nachdem bereits am Dienstag die australische Notenbank den seit dem 2. August 2016 gültigen Leitzins erwartungsgemäß nicht verändert habe, hätten die Notenbanken Kanadas und der Türkei zur Wochenmitte beschlossen, das Gleiche zu tun. Somit stünden in dieser Woche mit der heutigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und am morgigen Tag mit der Bank of Japan (BoJ) noch zwei Zinsentscheide aus, bei denen jedoch ebenfalls keine Änderung erwartet werde.
Gehe es bei der BoJ eher darum, den Anlegern schonend den nahenden Ausstieg aus der ultra-akkommodierenden Geldpolitik schmackhaft zu machen, so seien die Notenbanker der EZB schon einen Schritt weiter. Sie müssten sich in den kommenden Wochen und Monaten mit der Feinadjustierung bei der Wortwahl beschäftigen. Denn trotz guter Konjunktur und einer bisher nicht gekannten Mittelzufuhr seitens der Zentralbank, sei die Inflation in der Eurozone im Februar den dritten Monat in Folge gesunken. Somit entferne sie sich immer weiter von dem angepeilten Ziel von 2%. Deshalb sei davon auszugehen, dass an diesem Donnerstag der EZB-Rat an der bisherigen Forward Guidance festhalten werde.
Das sei auch die Meinung im Hause Barclays. Deren Analysten würden frühestens in der nächsten Sitzung im April ein Abrücken von der bisherigen Aussage einer möglichen Ausweitung der Ankäufe erwarten. Im Zuge dieser Anpassung würden auch erst Beratungen über die Weiterentwicklung des Hauptrefinanzierungssatzes nach einem möglichen QE-Ende Sinn machen. Zusammen mit Nomura und Wermuth Asset Management würden diese drei Häuser sogar eine erste Zinserhöhung in 2018 erwarten - jedoch in sehr unterschiedlicher Ausprägung.
Jedoch stehe und falle eine solche Prognose nicht zuletzt mit der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, den USA, Japan und China. Aber auch jede Art protektionistischer Maßnahmen zum Schutze der heimischen Wirtschaft werde nicht ohne Auswirkung auf die Notenbankpolitik bleiben und somit in die Überlegungen mit einzubeziehen sein. Dies habe sogar der Präsident der FED Atlanta, Raphael Bostic, jüngst angedeutet. Denn seines Erachtens würde ein eskalierender Handelsstreit gegebenenfalls eine Verlangsamung des bisherigen Kurses der behutsamen Zinserhöhungen erforderlich machen.
Doch so weit ist man in der Eurozone noch nicht und hierzulande sind sich alle Marktbeobachter darin einig, dass zuerst das QE-Volumen reduziert wird, bevor man es final einstellt, so die Analysten der Baader Bank. Und erst anschließend sei der Weg frei für eine Zinsanhebung. Denn inzwischen spiele der Bestand an Anleihen bereits eine größere Rolle als der weitere Ankauf von Papieren. Dadurch habe man Zeit gewonnen, sodass erst die Sitzung am 14. Juni wieder etwas mehr Licht ins Dunkel bringen werde.
Die Lähmung in der deutschen Politik werde von der Lähmung in Italien abgelöst, habe das "Wall Street Journal" mit Blick auf den vergangenen Sonntag geschrieben. Da habe das SPD-Mitgliedervotum endlich den Weg zu einer Regierungsbildung in Deutschland freigemacht, während der Wahlausgang in Italien den Beginn einer Paralyse eingeläutet habe. Sicher dürfte sein, dass den Italienern ein quälend langer Prozess der Regierungsbildung bevorstehe. Denn zwischen der stärksten Gruppierung, der Fünf-Sterne-Bewegung, und der rechtsgerichteten Lega lägen politische Welten. Beide aber würden ihren Führungsanspruch geltend machen und beide seien als populistisch zu bezeichnen.
Kritisch sei für Europa, dass sich beide Seiten europakritisch geben würden. Undank sei der Welten Lohn, möge man hier aus europäischer Sicht denken. Denn ausgerechnet der Italiener Mario Draghi habe in seiner Funktion als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) mit seiner Niedrigzinspolitik insbesondere Ländern wie Italien in der Schuldenkrise jede Menge an Zeit erkauft - und das zum Verdruss der Finanzindustrie in den "Nordländern".
Tatsächlich aber habe insbesondere Italien die Zeit nicht genutzt, um Reformen anzupacken. Die Verschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft in Europa liege bei 132% des BIPs, die Jugendarbeitslosigkeit bei über 31% und da nutze auch das stärkste wirtschaftliche Wachstum seit 2010 nicht wirklich viel. Zu groß seien die strukturellen Schwierigkeiten in Italien. Das Wahlergebnis mache noch einmal deutlich, dass die italienische Misere ein europäisches Problem sei. Könnte sich doch von dort aus der Spaltpilz weiterverbreiten. Deshalb müsse die Europäische Union unter Führung von Deutschland und Frankreich die Zeit bis zur Europa-Wahl 2019 nutzen, die Euro- und die Flüchtlingskrise in den Griff zu bekommen. Die Voraussetzungen dafür seien nicht schlecht, weil eine boomende Konjunktur in vielen Ländern für Jobs und Steuern sorge und die Zahl der Flüchtlinge abnehme.
Zunächst aber stehe Italien eine weitere Hängepartie bevor. Königsmacher könnte ausgerechnet die noch regierende sozialdemokratische Partei werden, die unter Matteo Renzi eine historische Niederlage eingefahren habe. Der habe aber in Erinnerung an Martin Schulz schon mal angekündigt, in die Opposition gehen zu wollen. Am 23. März, wenn das Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammentreffe, könnten offiziell Koalitionsgespräche beginnen. Komme an deren Ende keine Regierung zustande, bliebe Staatspräsident Sergio Mattarella die Möglichkeit, Neuwahlen auszurufen. Aber was sollte sich dann ändern?
Innerhalb der britischen Wirtschaft wachse der Unmut gegen die Brexit-Strategie der Regierung unter Premierministerin Theresa May. Diese habe zwar gesagt, sie favorisiere in Regulierungsfragen eine enge Anlehnung an die EU. Das aber sei der Wirtschaft offenbar zu vage, weil es immer noch einen zu starken "Nebel der Unsicherheit" gebe, um Investitions- und Geschäftsentscheidungen zu treffen. Dafür aber würden viele Firmen nach dem Prinzip "Rette sich wer kann" agieren, denn immerhin hätten 60% der Unternehmen bereits Notfallpläne initiiert, sollten die Verhandlungen mit der EU vollständig scheitern, heiße es beim Wirtschaftsverband Confederation of British Industry (CBI), deren Mitglieder zu 80% im Binnenmarkt bleiben möchten.
Deren Chefin Carolyn Fairbairn habe nun im Interview mit der "Welt" klargemacht, dass ein reibungsloser Handel außerhalb des Binnenmarktes nicht mehr möglich sein werde. Aber die Beibehaltung gleicher Rechtsvorschriften könne den Vorteil der Mitgliedschaft im Binnenmarkt nachbilden. Dennoch fordere der CBI weiterhin, dass Großbritannien in der Zollunion bleibe, was wiederum die Regierung ablehne. Denn immer noch würden die Firmen Klarheit vermissen, was das Verhältnis zur EU nach dem 29. März 2019 bringen werde. Zwar deute vieles auf eine zweijährige Übergangszeit hin, in der zunächst alles beim Alten bleibe. Dennoch sei auch eine solche Zwischenlösung noch nicht vereinbart und bleibe für die Unternehmen daher ein Unsicherheitsfaktor.
Dabei werfe der anstehende Brexit seine Schatten längst voraus. Durch die Abwertung des Britischen Pfunds sei die Inflation auf 3% getrieben worden. Dies fresse Lohnsteigerungen auf, weshalb die Einkommen im 4. Quartal 2017 um 0,2% hinter dem Vorjahreswert zurückgeblieben seien, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vorrechne.
Die Wirtschaft, aber auch einige Tory-Rebellen würden an May kritisieren, dass sie insgesamt sehr schwammig bleibe. So spreche die Regierungschefin zwar davon, statt eines Verbleibs in der Zollunion einen "guten Zugang" zu den anderen Märkten aushandeln zu wollen. Doch dies sei Unternehmen, die eben auch Entscheidungen treffen müssten, zu unkonkret.
So bewerte auch die EU Mays Stil in der Brexit-Debatte zwar als eine Änderung im Ton, aber nicht in der Sache. Dies schreibe der britische "Guardian" mit Blick auf ein internes EU-Dokument. Demnach lasse May weiterhin jegliche Klarheit vermissen, geschweige denn, dass sie ein schlüssiges Austrittsszenario vorlegen könne. Vielmehr sei das, was die Regierungschefin anstrebe, so etwas wie "doppelte Rosinenpickerei".
Die Not dauere noch etwas länger. Nach Einschätzung der EZB-Bankenaufsicht würden die Kreditinstitute von Griechenland länger benötigen als gedacht, um die Schuldenkrise abschließen zu können. Nach einer langen Phase der Krankheit müssten die Institute wohl erst in eine Reha. Kernproblem der griechischen Banken sei ein Anteil von nahezu 50% an notleidenden Kreditengagements. Dies sei die höchste Quote im Euroraum.
Die griechischen Banken hätten mit den Aufsehern der EZB eine Reduzierung fauler Kredite um 40% bis Ende 2019 vereinbart. Das planmäßige Erreichen dieses Ziels würde den Instituten wieder bessere Möglichkeiten an die Hand geben, ihre Mittel für die traditionellen Geschäftsbereiche einzusetzen.
In einem vorgezogenen Stresstest nehme die EZB derzeit zusammen mit der Europäischen Bankenaufsicht EBA die vier größten griechischen Banken unter die Lupe. Damit wolle man sich bis Mai, wenn die Ergebnisse veröffentlicht würden, Klarheit über deren Lage verschaffen. Die Ergebnisse für die 33 anderen europäischen Banken, die noch untersucht würden, sollten im November bekannt gegeben werden.
Die Investoren hätten in dieser Berichtswoche die Auswahl unter vier nennenswerten Neuemissionen gehabt. Zum einen habe RCI Banque eine Dualtranche aufgelegt und A.P. Møller Mærsk sowie Belden hätten jeweils einen Bond begeben.
RCI Banque habe gleich zwei Bonds mit insgesamt 1,3 Mrd. Euro aufgelegt. Die erste Tranche (ISIN FR0013322120 / WKN A19XGP), ein 3-jähriger Bond, sei am 12.07.2021 fällig und habe einen Kupon in Höhe von 0,25%. Das Emissionsvolumen belaufe sich auf 750 Mio. Euro und das Pricing bei 99,597% habe +23 Bps über Mid Swap entsprochen. Eine Make Whole Option und ein Kündigungsrecht ab dem 12.06.2021 zu 100% würden die Bedingungen für dieses Wertpapier abrunden.
Eine zweite, 550 Mio. Euro schwere, 7-jährige Anleihe (ISIN FR0013322146 / WKN A19XGQ) mit Fälligkeit am 12.03.2025 sei als Floater begeben worden und der Zins richte sich nach dem vierteljährlichen Euribor plus 0,58 PP. Der Ausgabepreis habe bei pari gelegen.
Das dänische Unternehmen A.P. Møller Mærsk habe einen 750 Mio. Euro schweren Bond (ISIN XS1789699607 / WKN A19XNN) mit Fälligkeit am 16.03.2026 aufgelegt. Die Anleihe sei mit einem jährlichen Zins von 1,75% ausgestattet. A.P. Møller Mærsk sei insbesondere im Bereich Logistik tätigt und seit etwas mehr als 20 Jahren die größte Containerschiffsreederei der Welt. In die Anleihebedingungen sei neben einer Make Whole Option ein weiterer Kündigungstermin (ab dem 16.12.2025 jederzeit zu 100%) aufgenommen worden. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,719%, was einen Aufschlag von +90 Bps über Mid Swap bedeutet habe.
Zu guter Letzt sei Belden, ein Unternehmen mit Sitz in den USA, das Lösungen für die Datenübertragung entwickle, am Kapitalmarkt aktiv geworden und habe eine Anleihe (ISIN XS1789515134 / WKN A19XSF) mit einem Volumen von 350 Mio. Euro begeben. Belden habe den Bond mit einem Zins von 3,875% ausgestattet, welcher bis zur Fälligkeit am 15.03.2028 halbjährlich gezahlt werde. Emittiert worden sei zu pari (+320 Bps über Bund). Das Unternehmen habe sich zusätzlich vier optionale Kündigungsrechte ab 15.03.2023 zu 101,938%, ab 15.03.2024 zu 101,292%, ab 15.03.2025 zu 100,646% und ab 15.03.2026 zu 100% eingeräumt.
Alle hier genannten Bonds seien mit der bei Privatanlegern eher unbeliebten Mindeststückelung von 100.000 Euro emittiert worden.
Alle drei Monate müsse man sich wegen des Roll-Overs bei den Rentenbarometern an neue Future-Stände gewöhnen. Beim Wechsel vom März- in den Juni-Kontrakt belaufe sich der mathematisch zu begründende Differenzbetrag beim Buxl- auf ca. -1,52 PP, beim Bund- auf ca. -2,65 PP, beim Bobl auf ca. -0,78 PP und beim Schatz-Future auf ca. -0,19 PP. Somit würden ab sofort alle auf deutsche Staatspapiere referenzierenden Kontrakte tiefer als bisher notieren. Dennoch habe sich das Renditeniveau nicht erhöht und dieses belaufe sich bei der aktuellen 10-jährigen Benchmark-Anleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) heute Morgen auf ca. 0,658%, was einem Euro-Bund-Future von 156,80% entspreche.
Dennoch sei bei der charttechnischen Analyse infolge des kurzfristigen Aufwärtstrends eine Unterstützungslinie bei ca. 156,47% auszumachen. Hingegen stelle der seit Dezember vergangenen Jahres längerfristig zu registrierende Abwärtstrend eine Widerstandslinie bei ca. 157,50% dar. Diese beiden Linien würden ein Dreieck bilden, aus dem der Euro-Bund-Future im Laufe der kommenden Woche spätestens ausbrechen werde.
Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher politischer und wirtschaftlicher Krisenherde in der Welt könne das Rentenbarometer schon bald wieder zum Sorgenbarometer werden und somit seinem Namen alle Ehre machen.
Nachdem in der vergangenen Woche zur Refinanzierung der vierwöchigen Geldmarkttitel im Volumen von 60 Mrd. USD die Investoren mit 1,495% geködert worden seien, habe in dieser Woche nochmals etwas draufgelegt werden müssen (1,55%). Zu diesem erhöhten Satz seien 65 Mrd. USD und zusätzlich mittels T-Bills mit Laufzeiten von drei und sechs Monaten nochmals 99 Mrd. USD aufgenommen worden. Wer in längere Laufzeiten investieren möchte, müsse sich noch etwas gedulden, denn in der kommenden Woche würden zusätzlich Bonds mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren aufgelegt.
In der Eurozone hingegen sei in diesem Zeitraum bisher lediglich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland aktiv geworden und habe zwei inflationsindexierte Anleihen (ISIN DE0001030567 / WKN 103056, 2026; ISIN DE0001030559 / WKN 103055, 2030) um jeweils 500 Mio. Euro sowie die aktuelle 5-jährige Bundesobligation Serie 177 (ISIN DE0001141778 / WKN 114177) um 4 Mrd. Euro aufgestockt. Die Zuteilung der beiden Linker sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,87% (ISIN DE0001030567 / WKN 103056) bzw. -0,55% (ISIN DE0001030559 / WKN 103055) erfolgt. Die zu erzielende Rendite bei der Bundesobligation habe sich mit 0,05% wieder im positiven Bereich bewegt und die Nachfrage habe mit 4,19 Mrd. Euro in etwa dem anvisierten Aufstockungsbetrag entsprochen. Den Schlusspunkt werde am heutigen Donnerstag Irland mit der Erhöhung der bisherigen Emissionsvolumen bei zwei Altemissionen (ISIN IE00BDHDPQ37 / WKN A19QHF, 2022; ISIN IE00BDHDPR44 / WKN A19UMH, 2028) setzen.
Auf Regen folge Sonnenschein, sage ein Sprichwort. Übertragen auf die jetzige Wetterlage würden auf tiefwinterliche Minusgrade frühlingshafte Temperaturen folgen. Die europäische Gemeinschaftswährung scheine sich ebenfalls der Wetterlage anzupassen und könne nach den Verlusten in der vergangenen Berichtswoche wieder mit einem deutlichen Kursplus glänzen.
So habe der Monat März für den Euro nicht allzu freundlich begonnen und er sei sogar bis auf 1,2155 USD zurückgefallen. Allerdings habe die Einheitswährung an vier Tagen in Folge gegenüber der US-Valuta zulegen können. Zur Wochenmitte sei somit der Wechselkurs bis auf 1,2444 USD gestiegen. Diese Kursentwicklung sei das Resultat der aktuellen US-Zollpolitik. Insbesondere nach dem Rücktritt von Wirtschaftsberater Cohn nähmen die Sorgen zu, es könnte zu einem Handelskrieg zwischen den USA und der EU kommen. Dies habe den Greenback immens unter Druck gesetzt. Neben diesem marktbeherrschenden Thema richte sich die Aufmerksamkeit am heutigen Donnerstag auf die zweite EZB-Sitzung des Jahres. Im Vorfeld des Treffens der Währungshüter handle der Euro heute Morgen bei ca. 1,2410 USD.
Ein weiteres am Markt hinlänglich bekanntes Thema sei der Brexit. Nach wie vor gebe es dafür keinen verlässlichen Fahrplan und so sei in den vergangenen Tagen das britische Pfund Sterling erneut unter Druck geraten. Die europäische Einheitswährung habe davon profitieren können und sei in dieser Berichtswoche bis auf 0,89680 GBP gestiegen und habe damit ein neues Hoch in 2018 markiert.
Um im aktuellen Marktumfeld für jeden Fall gewappnet zu sein, hätten Privatanleger zur Risikostreuung in ausgesuchte Fremdwährungsanleihen investiert. Dazu hätten Währungsanleihen auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand, Russische Rubel sowie Norwegische Kronen gehört.
Disclaimer:
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (08.03.2018/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0958 € | 125,1945 € | 0,9013 € | +0,72% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




