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Staatsanleihen: Gewinnmitnahmen in den Kernländern, Kursgewinne bei den Peripherieländern


06.07.12 12:50
Pioneer Investments Austria

Wien (www.anleihencheck.de) - "Ein spürbares Aufatmen gab es an den internationalen Kapitalmärkten im Juni nach der Wahl in Griechenland und den positiven Ergebnissen des EU-Gipfels", resümiert Hans Köck, Head of Investment Communications bei Pioneer Investments Austria.

Zweifellos bleibe die Situation in Griechenland sehr schwierig und die Bedingungen für das EU-Rettungspaket würden wohl neue Verhandlungen brauchen, aber die Situation in der Eurozone habe sich vorerst doch deutlich entspannt. "Die wesentlichen Ergebnisse des EU-Gipfels waren der Grundstein für eine europäische Bankenaufsicht und die Klärung, dass EFSF und ESM im Rahmen des spanischen Bankenrettungsplans keinen bevorzugten Gläubigerstatus gegenüber den privaten Anleiheinhabern erhalten. Dies hat ebenfalls wesentlich zur guten Stimmung beigetragen", sage Köck.

Die Konjunkturdaten seien weiterhin schwach. Auch in den USA liege ein Großteil der veröffentlichten Daten deutlich unter den Erwartungen. Es gebe nach wie vor Befürchtungen eines "Hard Landing" in China, ein Szenario von dem die Experten allerdings nicht ausgehen würden.

Die aktuell verbesserte Stimmung bezüglich der Eurokrise habe zu einem Anstieg der Renditen (und somit zu einem Rückgang der Kurse) bei deutschen Bundesanleihen und anderen Kernmärkten geführt. "So fielen etwa 10-jährige deutsche Bundesanleihen auf Monatssicht um 2,6%", berichte Köck. Gleichzeitig habe es beispielsweise in Portugal (+11%) oder Irland (+7%) kräftige Kursanstiege bei Staatsanleihen gegeben. Insgesamt lägen aber - mit Ausnahme von Spanien und Griechenland - alle Euro-Staatsanleihenmärkte im ersten Halbjahr 2012 deutlich im Plus.

Unverändert bleibe die Einschätzung der Experten, dass Unternehmens- und High Yield-Anleihen gegenüber den niedrigen Zinsniveaus von Staatsanleihen interessante Chancen bieten würden. Sowohl aktien- als auch anleihenseitig seien Emerging Markets sehr interessant. Ein mittel- bis langfristiger Veranlagungshorizont und entsprechende Risikobereitschaft, um erhöhte Volatilitäten auszuhalten, seien in beiden Fällen Voraussetzung. (Ausgabe Juli 2012) (06.07.2012/alc/a/a)