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Staatsanleihen signalisieren Konjunkturflaute


26.08.15 11:16
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Merkwürdigerweise gewinnt man bei der Analyse der Renditen der Staatsanleihen in den USA und der Eurozone den Eindruck, es stehe eine Rezession bevor, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

In den USA würden die Renditen der 10-jährigen Treasuries sowie die Spreads zwischen den 10-und 2-jährigen schon seit einigen Wochen sinken.

In der Eurozone sei dieser Spread inzwischen bei 0,6% auf dem tiefsten Stand seit drei Monaten. Bei Geldmarkt nahen Sätzen von 0% seien die 10-Jahres Renditen genauso hoch wie der Spread. Solche Konditionen wie in den USA oder der Eurozone würden bei Finanzanalysten üblicherweise als Signal gelten, dass die Märkte in absehbarer Zeit keine Leitzinserhöhung der Notenbanken erwarten würden. Doch das werde jetzt überlagert von der Kapitalflucht in "sichere Häfen".

Für die Eurozone sei dies nachvollziehbar, da die EZB bis September 2016 eine Fortsetzung von QE und ZIRP versprochen habe. Doch in den USA wolle die FED endlich eine Normalisierung der Zinsstruktur anstreben. Seit Monaten deute sie an, dass sie eine Leitzinserhöhung plane. Bisher seien die Märkte dafür vom September ausgegangen, doch durch die Währungsturbulenzen sei das wieder fraglicher geworden.

Eine Erhöhung könnte weitere Turbulenzen auslösen. Keine Erhöhung bringe aber auch keine Ruhe, sondern rüttele an der Glaubwürdigkeit der FED-Politik, zumal die Weltkonjunktur Beruhigungserscheinungen aufweise. Eine USD Verteuerung sei den USA auch nicht recht.

An eine Leitzinserhöhung möge man erst richtig glauben, wenn sie da sei. Jetzt räche sich das jahrelange Zögern, und die FED stecke in einer Zwickmühle. (26.08.2015/alc/a/a)