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Stellt ein möglicher Brexit die EZB vor unlösbare Aufgaben?


11.07.16 09:08
IKB Deutsche Industriebank

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Mit jeder Konjunktur-Krise in Europa sah sich die EZB bisher genötigt, ihren geldpolitischen Rahmen mehrmals auszuweiten, so die Analysten der IKB Deutsche Industriebank AG.

Nun scheine die EZB ihr Instrumentarium ausgereizt zu haben: Die Zinsen seien negativ, das Aufkaufprogramm sei ausgeweitet und der Einfluss einer weiteren Eskalation dieser Maßnahmen sei zu vernachlässigen. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da sich infolge der Brexit-Entscheidung eine weitere konjunkturelle Eintrübung abzeichne. So bestehe die Gefahr, dass die EZB eine wirtschaftliche Krise infolge eines Brexit nicht nachhaltig bekämpfen könne.

Krisen würden eine Krisenpolitik brauchen. Benötigt werde deshalb eine weitere Ausweitung des geldpolitischen Instrumentariums der EZB - etwa durch Einführung von Helikopter-Geld - aber auch der Fiskalpolitik. Denn mit den bereits von ihr eingeleiteten Maßnahmen habe die EZB vor allem den Spielraum für die Fiskalpolitik ausgeweitet.

Werde sich Europa jetzt bewegen, angesichts der erneut sich abzeichnenden konjunkturellen Eintrübung? Oder bleibe die Fiskalpolitik reaktiv und lasse eine erneute Konjunktur-Krise zu, die am Ende dennoch neue Maßnahmen erfordern werde; eine Entwicklung, die bereits während der letzten Jahre in der Euro-Zone zu beobachten gewesen sei? Nach Jahren der Krisen und einer Notenbankpolitik, die immer tiefer in den Krisenmodus rutsche, wäre ein stärker antizipativ ausgerichtetes Denken und Handeln der Fiskalpolitik wünschenswert, auch im Interesse einer nachhaltigen Stärkung der Europäischen Gemeinschaft. (Ausgabe vom 08.07.2016) (11.07.2016/alc/a/a)