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Tschechische Republik: Das Leitzinsniveau von 5,75% bietet noch genügend Spielraum für Senkungen
16.04.24 08:50
DekaBank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Wirtschaft der Tschechischen Republik, die bereits seit drei Jahren zunächst aufgrund der Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der Schwäche im europäischen Verarbeitenden Gewerbe in einer ausgeprägten Schwächephase steckt, zeigt endlich "Lebenszeichen", so die Analysten der DekaBank.
Nicht nur sei das Wachstum im vierten Quartal mit 0,4% qoq doppelt so hoch ausgefallen wie zunächst veröffentlicht. Auch die monatlichen Indikatoren, wie die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion oder die Bauaktivität, würden auf eine Belebung hindeuten. Eine Verbesserung lasse sich auch bei der Unternehmens- und Konsumentenstimmung erkennen. Insbesondere der Konsum dürfte im Jahresverlauf von den Verbesserungen der Realeinkommen profizieren. Die von den Analysten erwartete BIP-Wachstumsrate von 1,2% in diesem Jahr deute auf kein Konjunkturfeuerwerk hin. Doch dürfte es der tschechischen Wirtschaft dieses Jahr endlich gelingen, ihr Vor-Corona-Niveau zu erreichen.
Auch in Bezug auf die Verbraucherpreisdynamik komme langsam die Normalität zurück, zumindest was die Gesamtinflationsrate angehe. Diese habe jeweils im Februar und März mit 2,0% yoy genau das Zentralbankziel getroffen. Das liege aber in erster Linie an den volatilen Lebensmittelpreisen, während sich die Inflation im Dienstleistungsbereich hartnäckiger zeige. Die Kerninflation bleibe im oberen Intervall des Toleranzbandes (März: 2,7% yoy). Der Anstieg der Ölpreise am aktuellen Rand sowie die diesjährige Abwertung der Tschechischen Krone (2,6% ggü. dem Euro seit Jahresanfang) würden zusammen mit der höheren Dienstleistungspreisdynamik Aufwärtsrisiken für die Inflationsentwicklung darstellen.
Auch die Zentralbank sehe die Inflationsrisiken auf der oberen Seite und betone, dass die mittelfristige Preisniveaustabilität im Fokus stehe. Die Tatsache, dass sich die aktuelle Inflationsdynamik normalisiert habe, reiche daher nicht für eine schnelle Rückkehr zum neutralen Zinsniveauaus. Trotz der vorsichtigen Haltung der Zentralbank biete das Leitzinsniveau von 5,75% noch genügend Spielraum für Senkungen. Die Analysten würden erwarten, dass das geldpolitische Komitee Tschechiens weiterhin auf Schritte um 50 Bp setze. Der nächste Leitzinsentscheid finde im Mai statt.
Die exportorientierte tschechische Volkswirtschaft reagiere stark auf die Entwicklung der globalen, insbesondere der deutschen, Konjunktur, die in der zweiten Jahreshälfte eine Belebung verzeichnen dürfte. Der Rückgang der Inflation in Verbindung mit Lohnanstiegen sowie die Lockerung der Geldpolitik dürften der äußerst schwachen Konsumtätigkeit in den kommenden Quartalen neue Impulse verleihen.
Das Rating Tschechiens befinde sich im sehr soliden Investment Grade-Bereich (S&P und Fitch: AA-; Moody's: Aa3), mit einem einheitlich stabilen Ausblick, seitdem nach Moody's Ende 2023 die Ratingagentur Fitch im Februar 2024 nun auch den negativen Ausblick zurückgenommen habe. Das Budgetdefizit sei während der Corona- und Energiekrise deutlich angestiegen. Die Regierung habe ein Konsolidierungspaket für die Jahre 2024 bis 2025 auf den Weg gebracht, um der negativen Dynamik der öffentlichen Finanzen entgegenzuwirken. Es beinhalte eine Senkung der Unternehmenssubventionen mit einer Anhebung einiger Unternehmens- und Immobiliensteuersätze und dürfte nachhaltig zu einer Reduzierung des Budgetdefizits beitragen. Tschechien sei es gelungen, die Erdgaslieferungen aus Russland nahezu vollständig zu ersetzen. Die Anfälligkeit gegenüber den russischen Energielieferungen bestehe zwar noch über Ölimporte, doch auch hier sei geplant, sie Richtung 2025 durch alternative Routen zu ersetzen. (16.04.2024/alc/a/a)
Nicht nur sei das Wachstum im vierten Quartal mit 0,4% qoq doppelt so hoch ausgefallen wie zunächst veröffentlicht. Auch die monatlichen Indikatoren, wie die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion oder die Bauaktivität, würden auf eine Belebung hindeuten. Eine Verbesserung lasse sich auch bei der Unternehmens- und Konsumentenstimmung erkennen. Insbesondere der Konsum dürfte im Jahresverlauf von den Verbesserungen der Realeinkommen profizieren. Die von den Analysten erwartete BIP-Wachstumsrate von 1,2% in diesem Jahr deute auf kein Konjunkturfeuerwerk hin. Doch dürfte es der tschechischen Wirtschaft dieses Jahr endlich gelingen, ihr Vor-Corona-Niveau zu erreichen.
Auch die Zentralbank sehe die Inflationsrisiken auf der oberen Seite und betone, dass die mittelfristige Preisniveaustabilität im Fokus stehe. Die Tatsache, dass sich die aktuelle Inflationsdynamik normalisiert habe, reiche daher nicht für eine schnelle Rückkehr zum neutralen Zinsniveauaus. Trotz der vorsichtigen Haltung der Zentralbank biete das Leitzinsniveau von 5,75% noch genügend Spielraum für Senkungen. Die Analysten würden erwarten, dass das geldpolitische Komitee Tschechiens weiterhin auf Schritte um 50 Bp setze. Der nächste Leitzinsentscheid finde im Mai statt.
Die exportorientierte tschechische Volkswirtschaft reagiere stark auf die Entwicklung der globalen, insbesondere der deutschen, Konjunktur, die in der zweiten Jahreshälfte eine Belebung verzeichnen dürfte. Der Rückgang der Inflation in Verbindung mit Lohnanstiegen sowie die Lockerung der Geldpolitik dürften der äußerst schwachen Konsumtätigkeit in den kommenden Quartalen neue Impulse verleihen.
Das Rating Tschechiens befinde sich im sehr soliden Investment Grade-Bereich (S&P und Fitch: AA-; Moody's: Aa3), mit einem einheitlich stabilen Ausblick, seitdem nach Moody's Ende 2023 die Ratingagentur Fitch im Februar 2024 nun auch den negativen Ausblick zurückgenommen habe. Das Budgetdefizit sei während der Corona- und Energiekrise deutlich angestiegen. Die Regierung habe ein Konsolidierungspaket für die Jahre 2024 bis 2025 auf den Weg gebracht, um der negativen Dynamik der öffentlichen Finanzen entgegenzuwirken. Es beinhalte eine Senkung der Unternehmenssubventionen mit einer Anhebung einiger Unternehmens- und Immobiliensteuersätze und dürfte nachhaltig zu einer Reduzierung des Budgetdefizits beitragen. Tschechien sei es gelungen, die Erdgaslieferungen aus Russland nahezu vollständig zu ersetzen. Die Anfälligkeit gegenüber den russischen Energielieferungen bestehe zwar noch über Ölimporte, doch auch hier sei geplant, sie Richtung 2025 durch alternative Routen zu ersetzen. (16.04.2024/alc/a/a)
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| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


