USA: Erste Leitzinsanhebung im Jahr 2015


23.12.14 12:05
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Während 2015 mit Blick auf die Eurozone ein weiteres Jahr der geldpolitischen Lockerung werden dürfte, sollte sich die Geldpolitik in den USA weiter in die andere Richtung bewegen, so die Analysten von Postbank Research.

Bereits im Verlauf von 2014 habe die FED ihre Ankäufe von Staatsanleihen und hypothekengedeckten Anleihen sukzessive zurückgefahren und Ende Oktober vollständig beendet. Die - bis auf den Jahresauftakt - sehr gute Konjunkturentwicklung sowie die stetigen Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt hätten diese Entscheidung untermauert.

Vor allem die gute Beschäftigungsentwicklung spreche dafür, dass die FED auch 2015 den Pfad einer allmählich weniger expansiven bzw. restriktiver werdenden Geldpolitik fortsetzen werde. Die Arbeitslosenquote habe zuletzt bei 5,8% gelegen, womit Vollbeschäftigung in greifbare Nähe rücke. Auch wenn andere Arbeitsmarktindikatoren (noch) nicht ganz so viel Optimismus verbreiten würden, spreche der stabile Verbesserungstrend doch dafür, dass eine weniger expansive Geldpolitik in den USA durchaus angemessen sei.

Der Arbeitsmarkt sei jedoch nur ein wichtiger Faktor bei der Ausrichtung der Geldpolitik. Der andere sei die Inflationsentwicklung und diese sei in den vergangenen Monaten auch in den USA sehr moderat gewesen. Im November habe die Teuerungsrate nur noch bei 1,3% gelegen. Gedämpft werde sie maßgeblich von der Energiekomponente, die deutlich im negativen Bereich liege.

Kurzfristig zeichne sich keine Inflationsbeschleunigung ab. Denn der Lohndruck halte sich trotz des stetigen Beschäftigungsanstiegs der vergangenen Jahre noch sehr in Grenzen. Und der massiv gesunkene Ölpreis lasse eher auf einen weiteren Rückgang denn einen baldigen Anstieg schließen. Für die FED bestehe dadurch aktuell ein Zielkonflikt, der noch weit ins Jahr 2015 Bestand haben könnte. Einerseits würden Konjunktur und Arbeitsmarkt immer mehr für eine weniger expansive Gangart, also Zinsanhebungen sprechen.

Andererseits werde die FED durch die moderate Inflation aber nicht zum sofortigen Handeln gezwungen und könne auf Zeit spielen. Gleichwohl werde 2015 nach Erachten der Analysten im Zeichen der ersten Zinsanhebungen seit 2006 stehen. Eine anhaltend hohe konjunkturelle Dynamik sollte sich in einem weiteren Beschäftigungsanstieg niederschlagen, der wiederum in absehbarer Zeit auch die Löhne treibe.

Vor diesem Hintergrund würden die Analysten den ersten Zinsschritt um die Jahresmitte 2015 erwarten und am Ende des Jahres sollte der Leitzins bei 1,0% liegen. Das Risiko, dass die FED die Leitzinsanhebungen nach hinten schiebe, würden die Analysten dabei als größer erachten, als dass sie die Zinsen früher und stärker anhebe. (Perspektiven 2015) (23.12.2014/alc/a/a)






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