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US-Leitzinsen: Noch weitere 175 Basispunkte bis Ende 2022?
21.07.22 10:45
Vontobel Asset Management
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Anhebung der Leitzinsen um 75 Basispunkte im letzten Monat war die höchste Anhebung der US-Notenbank FED seit der Anleihenkrise im Jahr 1994, so Mark Holman, Portfoliomanager bei der Vontobel-Tochter TwentyFour Asset Management.
Entsprechend heftig seien auch die Marktreaktionen ausgefallen. Die Entwicklung bei den Staatsanleihen seit Jahresbeginn und die damit verbundene Ausweitung der Kreditspreads habe den Anleihen den perfekten Sturm und folglich den schlechtesten Start ins aktuelle Geschäftsjahr seit Beginn der Aufzeichnungen beschert. Angesichts der spürbar anziehenden Inflation und der zunehmenden Rezessionsängste seien die Märkte nach wie vor mit enormer Unsicherheit konfrontiert.
Doch schlussendlich bleibe die Frage, wie weit die FED die Zinsen noch erhöhen werde, bevor sie eine Pause einlege, und wie die Renditekurve aussehen könnte, wenn sie es tue. Natürlich ändere sich diese Diskussion fast monatlich, während die Inflation weiter an Fahrt gewinne und die Zentralbanker versuchen würden, mit den Ursachen und der Hartnäckigkeit der selbigen fertig zu werden. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte werde der Markt für Staatsanleihen hoffentlich berechenbarer und stabiler sein, so dass es die Experten für sinnvoll halten würden, einige ihrer revidierten Prognosen mit den Lesern zu teilen:
Die Experten hätten schon lange darauf hingewiesen, dass höhere Renditen für Anleihenanleger nützlich seien, da sie irgendwann Treasuries als risikofreie Anlage nutzen müssten, um ihre Portfolios zu schützen, wenn die Wirtschaft in den späten Zyklus übergehe. Sie würden davon ausgehen, dass sie sich bis zum Ende dieses Jahres auf einen späten Zyklus zubewegen würden, der von einem verlangsamtem Wachstum, steigenden Zinsen und schließlich schwächeren Verbraucher- und Unternehmensbilanzen geprägt sein werde. Nach Meinung der Experten sei es jetzt an der Zeit, sich abzusichern.
Die Analysen der Experten würden darauf hindeuten, dass die FED auf ihrer nächsten Sitzung im Juli eine weitere Anhebung der Zinsen um 75 Basispunkte durchsetzen werde, wodurch der Leitzins mit 2,50 Prozent weitgehend neutral werde. Im Klartext bedeute dies, dass alle bisherigen Straffungen sie nur bis zur Neutralität gebracht hätten, was nach Ansicht der Experten nicht ausreiche. Sie würden deshalb erwarten, dass noch weitere 100 Basispunkte folgen würden. Sie würden davon ausgehen, dass dies mit weiteren 50 Basispunkten im September, weiteren 25 Basispunkten im November und schließlich den verbleibenden 25 Basispunkten auf der Dezember-Sitzung geschehen werde. Bei 3,50 Prozent werde die FED angesichts der sich abschwächenden Konjunktur, des Höchststandes des Beschäftigungswachstums und der sich abschwächenden Inflation eine Pause einlegen. Sie werde hoffentlich ihre Lektion vom Dezember 2018 gelernt haben, als sie eine Anhebung durchgesetzt habe, die die meisten Marktteilnehmer als eine Anhebung zu viel bewertet hätten.
Angesichts der Zurückhaltung der FED und einer spätzyklischen Wirtschaft, in der immer mehr Kommentatoren ihre Rezessionsprognosen anheben würden, würden es die Experten für wahrscheinlich halten, dass der zweijährige Teil der Kurve bereits begonnen habe, einige zukünftige Zinssenkungen einzupreisen, und sie würden sehen, dass dieser Teil der Kurve infolgedessen möglicherweise um 50 Basispunkte gegenüber den FED Funds invertiert sei. Längerfristige Staatsanleihen dürften sich in diesem Szenario als stabiler erweisen, sodass die 2- bis 10-jährige Kurve flach oder vielleicht sogar leicht invers verlaufen würde, was den Märkten eine weitere Rezessionswarnung geben würde.
Unser Basisszenario für das Jahresende sei daher, dass die FED Funds bei 3,50 Prozent, die 2-Jahres-Note bei oder um 3,00 Prozent und die 10-Jahres-Note ebenfalls um die 3,00 Prozent-Marke liegen würden. Das bedeute nach Meinung der Experten, dass der Kauf von längerfristigen Staatsanleihen zum Zwecke des Portfolioausgleichs, insbesondere bei Renditen von über 3 Prozent, eine kluge Überlegung wäre und dass die zweite Jahreshälfte den Anleiheinvestoren die dringend benötigte Stabilität bringen dürfte. (21.07.2022/alc/a/a)
Entsprechend heftig seien auch die Marktreaktionen ausgefallen. Die Entwicklung bei den Staatsanleihen seit Jahresbeginn und die damit verbundene Ausweitung der Kreditspreads habe den Anleihen den perfekten Sturm und folglich den schlechtesten Start ins aktuelle Geschäftsjahr seit Beginn der Aufzeichnungen beschert. Angesichts der spürbar anziehenden Inflation und der zunehmenden Rezessionsängste seien die Märkte nach wie vor mit enormer Unsicherheit konfrontiert.
Doch schlussendlich bleibe die Frage, wie weit die FED die Zinsen noch erhöhen werde, bevor sie eine Pause einlege, und wie die Renditekurve aussehen könnte, wenn sie es tue. Natürlich ändere sich diese Diskussion fast monatlich, während die Inflation weiter an Fahrt gewinne und die Zentralbanker versuchen würden, mit den Ursachen und der Hartnäckigkeit der selbigen fertig zu werden. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte werde der Markt für Staatsanleihen hoffentlich berechenbarer und stabiler sein, so dass es die Experten für sinnvoll halten würden, einige ihrer revidierten Prognosen mit den Lesern zu teilen:
Die Analysen der Experten würden darauf hindeuten, dass die FED auf ihrer nächsten Sitzung im Juli eine weitere Anhebung der Zinsen um 75 Basispunkte durchsetzen werde, wodurch der Leitzins mit 2,50 Prozent weitgehend neutral werde. Im Klartext bedeute dies, dass alle bisherigen Straffungen sie nur bis zur Neutralität gebracht hätten, was nach Ansicht der Experten nicht ausreiche. Sie würden deshalb erwarten, dass noch weitere 100 Basispunkte folgen würden. Sie würden davon ausgehen, dass dies mit weiteren 50 Basispunkten im September, weiteren 25 Basispunkten im November und schließlich den verbleibenden 25 Basispunkten auf der Dezember-Sitzung geschehen werde. Bei 3,50 Prozent werde die FED angesichts der sich abschwächenden Konjunktur, des Höchststandes des Beschäftigungswachstums und der sich abschwächenden Inflation eine Pause einlegen. Sie werde hoffentlich ihre Lektion vom Dezember 2018 gelernt haben, als sie eine Anhebung durchgesetzt habe, die die meisten Marktteilnehmer als eine Anhebung zu viel bewertet hätten.
Angesichts der Zurückhaltung der FED und einer spätzyklischen Wirtschaft, in der immer mehr Kommentatoren ihre Rezessionsprognosen anheben würden, würden es die Experten für wahrscheinlich halten, dass der zweijährige Teil der Kurve bereits begonnen habe, einige zukünftige Zinssenkungen einzupreisen, und sie würden sehen, dass dieser Teil der Kurve infolgedessen möglicherweise um 50 Basispunkte gegenüber den FED Funds invertiert sei. Längerfristige Staatsanleihen dürften sich in diesem Szenario als stabiler erweisen, sodass die 2- bis 10-jährige Kurve flach oder vielleicht sogar leicht invers verlaufen würde, was den Märkten eine weitere Rezessionswarnung geben würde.
Unser Basisszenario für das Jahresende sei daher, dass die FED Funds bei 3,50 Prozent, die 2-Jahres-Note bei oder um 3,00 Prozent und die 10-Jahres-Note ebenfalls um die 3,00 Prozent-Marke liegen würden. Das bedeute nach Meinung der Experten, dass der Kauf von längerfristigen Staatsanleihen zum Zwecke des Portfolioausgleichs, insbesondere bei Renditen von über 3 Prozent, eine kluge Überlegung wäre und dass die zweite Jahreshälfte den Anleiheinvestoren die dringend benötigte Stabilität bringen dürfte. (21.07.2022/alc/a/a)
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| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
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