US-Notenbank lässt Leitzinsen unverändert


17.03.16 09:50
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Im Rahmen der gestrigen FOMC-Sitzung beließ die US-Notenbank die Leitzinsen auf ihrem derzeitigen Niveau von 0,25% bis 0,50%, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Notenbank habe in ihrem Statement betont, dass die Risiken durch die globale Konjunkturschwäche und die Volatilität an den Finanzmärkten für die US-Wirtschaft weiter bestünden und den Pfad der Geldpolitik im laufenden und kommenden Jahr zu ändern vermögen würden. So hätten die Mitglieder des FOMC auch ihre individuellen (anonymen) Einschätzungen zum angemessen Leitzinsniveau für das Jahr 2016 deutlich zurückgenommen, sodass die Projektionen der Notenbanker, die "FED Dot Plots", nunmehr auf zwei Leitzinserhöhungen im Umfang von 25 BP hindeuten würden.

Im Dezember hätten die Projektionen noch vier Anhebungen der Funds Rate in entsprechender Höhe impliziert. Damit entspreche die Einschätzung der FED nun der eigenen der Analysten: Die Analysten würden weiter von einer Leitzinserhöhung um jeweils 25 BP im Juni und Dezember ausgehen. Die Notenbank habe ferner kommuniziert, dass man deutliche Fortschritte am Arbeitsmarkt sehe und laut der Projektionen erwarte man, dass die Arbeitslosenquote zum Jahresende auf 4,7% falle.

Die Wachstumsprognose sei leicht von 2,4% auf 2,2% revidiert worden, was jedoch vielmehr dem etwas schlechter als ursprünglich angenommenen 4. Quartal denn einer Neueinschätzung der Wirtschaftsdynamik für 2016 geschuldet sei. Die Inflation bleibe nach der Einschätzung der FED in naher Zukunft gering, was im Vergleich zur Beurteilung im Rahmen der Sitzung von Januar keine Änderung bedeute - ungeachtet der Tatsache, dass jüngst eine leichte Belebung der Inflation zu beobachten gewesen sei.

Denn die Kernrate der Konsumentenpreise habe im Februar von 2,2% auf 2,3% gg. Vj. zulegen können, den höchsten Stand seit 2012. Die allgemeine Rate der Konsumentenpreise habe im Februar allerdings auf -0,2% gg. Vm. nachgegeben, wodurch die Jahresrate von 1,4% auf 1,0% zurückgefallen sei. Die weiteren, gestern veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA hätten keine größeren Überraschungen bereit gehalten. Die Industrie habe im Februar im Monatsvergleich 0,5% weniger produziert, wobei dem Verarbeitenden Gewerbe mit 0,2% gg. Vm. eine leichte Ausweitung der Produktion gelungen sei.

Die Kapazitätsauslastung der Industrie sei von 77,1% auf 76,7% zurückgegangen, was ein Fragezeichen hinter eine Belebung der Investitionstätigkeit im industriellen Bereich setze. Insgesamt würden die Daten verdeutlichen, dass die US-Industrie im laufenden Jahr einen steinigen Weg vor sich habe. Hingegen würden die Baugenehmigungen (1,17 Mio. ann.) und Baubeginne (1,18 Mio. ann.) im Februar auf einen weiterhin robusten Immobilienmarkt hindeuten.

Der gestern veröffentlichte Arbeitsmarktbericht für Großbritannien habe gezeigt, dass sich das Lohnwachstum von November bis Januar durchschnittlich um 2,1% (ohne Bonuszahlungen: 2,2%) erhöht habe. Zugleich habe bei gleichbleibender Arbeitslosenquote (5,1%) das höchste Beschäftigungsniveau seit 1971 ausgewiesen werden können. Die Beschäftigung sei um 116.000 Stellen gestiegen, habe damit aber wie schon im Dezember (206.000 nach 267.000) einen Momentumsverlust hinnehmen müssen. Im aktuell schwachen Wachstumsumfeld Großbritanniens stehe zu befürchten, dass diese Entwicklung eine nachlassende Dynamik beim Jobaufbau auch in den nächsten Monaten ankündige.

Der Euro habe im Austauschverhältnis zum US-Dollar dank des FOMC-Statements wieder deutlich angezogen und notiere über 1,12 USD. Dort dürfte er sich heute stabilisieren. Auch gegenüber dem Britischen Pfund habe die Gemeinschaftswährung ihre Kursgewinne weiter ausbauen können und komme der Marke von 0,79 GBP nahe. (17.03.2016/alc/a/a)





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