US-Rentenmarkt: Leitzinserhöhung in 2016 weitgehend ausgepreist


08.07.16 08:54
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Einklang mit weiteren großen Staatsanleihemärkten in Europa und in Japan zogen die Notierungen amerikanischer Schatzanweisungen im Juni an, so die Experten von Union Investment.

Die damit einhergehende rückläufige Renditeentwicklung habe sich sukzessive über den Berichtsmonat hinweg vollzogen. Hierzu habe zum einen die US-Notenbank FED beigetragen, die turnusmäßig am 15. Juni zusammengetreten sei. Der Offenmarktausschuss (FOMC) habe wie erwartet die Leitzinsspanne bei 0,25 bis 0,5 Prozent belassen. Dieser Entscheid sei im Gegensatz zur vorherigen Sitzung einstimmig gefallen. Zuletzt eher uneinheitliche Konjunkturdaten und ein Arbeitsmarkt, der deutlich an Schwung verloren habe, seien die Beweggründe zu dieser Entscheidung gewesen.

Zudem hätten die beteiligten FED-Mitglieder das zu diesem Zeitpunkt noch bevorstehende EU-Referendum in Großbritannien berücksichtigt. Notenbank-Vorsitzende Janet Yellen habe zwar betont, dass jede Sitzung für einen Zinsschritt in Frage komme, die Zinsprojektionen der FOMC-Mitglieder seien jedoch zusehends nach unten gerichtet gewesen und hätten damit die Erwartungen eines künftig deutlich abgesenkten Zinspfades bestätigt. Zum anderen habe die FED Rücksicht auf das noch folgende EU-Referendum der Briten genommen. Mit dem Sieg der Brexit-Befürworter habe sich die Vorsichtsmaßnahme der FED letztlich auch bestätigt. Die deutliche Marktreaktion auf die Abstimmung deute nun auf ein weitgehendes Auspreisen einer US-Leitzinserhöhung im laufenden Jahr hin.

Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sei im Monatsverlauf von 1,85 auf 1,47 Prozent deutlich zurückgefallen. Ein zwischenzeitlicher Tiefstand sei am Freitag im Rahmen der Brexit-Entscheidung bei 1,42 Prozent erreicht worden. Wie an anderen Kernmärkten hätten sich die US-Renditen bis zum Monatsende trotz einer einsetzenden Erholung bei risikoreichen Anleiheklassen, wie beispielsweise Unternehmensanleihen, auf niedrigem Niveau stabil gehalten. Die rückläufige Renditeentwicklung sei über die gesamte US-Zinsstrukturkurve zu beobachten gewesen. Diese habe sich im Monatsverlauf verflacht, die deutlichsten Renditerückgänge hätten sich dabei im Laufzeitbereich von sieben bis zehn Jahren gezeigt. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen im Juni 2,4 Prozent hinzugewonnen. (Ausgabe Juni 2016) (08.07.2016/alc/a/a)




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