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US-Verbraucherpreisindex: Markt atmet auf


16.01.25 09:40
Janus Henderson Investors

London (www.anleihencheck.de) - Aufatmen am Markt: Sowohl der aktuelle PPI als auch der Verbraucherpreisindex lagen leicht unter den Erwartungen, so John Kerschner, Head of US Securitised Products, Janus Henderson Investors.

Zwar habe der Gesamt-Verbraucherpreisindex (VPI) mit 0,4% und einem YoY-Wert von 2,9% im Rahmen der Erwartungen gelegen, der Kern-VPI sei jedoch mit 0,2% und einem YoY-Wert von 3,2% um einen Zehntelprozentpunkt hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der monatliche Gesamtindex sei höher als der Kernindex gewesen, was auf die jüngsten Erhöhungen der Energiepreise zurückzuführen sei - insbesondere der Ölpreise, die sich in den Gaspreisen niederschlagen würden.

Diese Zahlen würden der FED vor ihrem nächsten Schritt die Möglichkeit geben, geduldig zu bleiben und auf weitere Daten zu warten. Der Anleihemarkt habe mit einer deutlichen Erholung reagiert, wobei die Zinssätze über die gesamte Zinsstrukturkurve hinweg um etwa 10-12 Basispunkte gesunken seien und der 10-jährige Zinssatz sich weiter von der psychologisch wichtigen Marke von 5% entfernt habe.

Derzeit preise der Markt eine Zinssenkung der FED im Januar NICHT ein. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni liege jetzt jedoch bei nahezu 100%. Vor den aktuellen Zahlen habe der Markt für 2025 nur mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte gerechnet - jetzt erwarte er mehr als 1,5 Zinssenkungen. Am wichtigsten sei vielleicht, dass mit den aktuellen VPI-Zahlen weitere Zinserhöhungen vom Tisch seien, die einige Marktteilnehmer bereits vorzeitig eingepreist hätten.

Die aktuellen Zahlen würden sich von Anfang 2024 unterscheiden, als wir deutlich höhere Inflationszahlen verzeichnet hätten, insbesondere bei den Kerndienstleistungen ohne Wohnen (auch bekannt als Super-Kerninflation). Dieser Wert sei jetzt auf 3,6% auf sechs Monate hochgerechnet gesunken, gegenüber rund 6% Anfang 2024.

Ermutigend sei auch die Inflationsrate für Wohnimmobilien oder Owner's Equivalent Rent (OER), die bei nur 0,31% gelegen habe - das entspreche 4,3% auf sechs Monate hochgerechnet gegenüber 5,5% vor einem Jahr. Diese normalerweise hartnäckige Inflationszahl sei mit einem monatlichen Durchschnittswert von rund 0,3% im Vergleich zu 0,5% vor einem Jahr deutlich zurückgegangen. Sollte sich dieser rückläufige Trend bei der Wohnungsinflation fortsetzen, werde es für die FED deutlich einfacher sein, ihr Ziel von 2% Kern-PCE-Inflation zu erreichen.

Der Markt sei zwar immer noch misstrauisch gegenüber der Politik der neuen Regierung, insbesondere hinsichtlich Zöllen und Steuersenkungen, die die Inflation anheizen könnten, aber die aktuellen Inflationszahlen würden den Markt zuversichtlich stimmen, dass die Politik der FED auf dem richtigen Weg sei. Am wichtigsten sei vielleicht die Erleichterung des Marktes darüber, dass die potenziellen Spitzenzinsen vorerst vom Tisch sind und der Anleihemarkt den massiven Anstieg, den wir in den letzten zwei Jahren an den Aktienmärkten erlebt hätten, nicht einschränken werde.
+ (16.01.2025/alc/a/a)