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Überraschung: Russland bedient Dollar-Anleihe


30.03.22 12:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Moskau hat Angaben des Finanzministeriums zufolge Zinszahlungen für eine auf US-Dollar lautende Staatsanleihe geleistet, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Kupon in Höhe von 102 Millionen Dollar (92 Mio. Euro) auf ein im Jahr 2035 fälliges Fremdwährungspapier sei an den Wertpapierverwahrer National Settlement Depository überwiesen worden, teile die Regierung mit, wie das "Manager Magazin" berichte.

Damit wende sich Russland gegen Spekulationen, das Land sei angesichts der wegen des Ukrainekriegs verhängten Sanktionen so gut wie zahlungsunfähig. Erst vor wenigen Tagen habe Moskau rund 117 Millionen Dollar für zwei weitere Fremdwährungsanleihen überwiesen. Mehrere Ratingagenturen würden das Land mittlerweile als stark ausfallgefährdet einstufen - trotz der vergleichsweise hohen Devisenreserven.

"Russland scheint seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen noch nachkommen zu können", so Gaël Binot, Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei La Française Asset Management. "Je länger die Sanktionen jedoch andauern und den Zugang zu Kapitalzuflüssen und Devisen weiter einschränken, desto größer wird das Risiko eines Zahlungsausfalls für Russland." Er erinnere daran, dass in diesem Jahr noch etwa 20 Anleihen fällig würden, darunter eine im Volumen von zwei Milliarden Dollar am 4. April. (30.03.2022/alc/a/a)