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Ultra-expansive Geldpolitik ohne Fortune


27.05.15 13:11
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die wichtigsten Zentralbanken der Welt halten immer noch an ihrer ultra-expansiven Geldpolitik fest, die FED, die EZB und die BoE seit 2009 und die BoJ seit 1990, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Sonderliche Konjunkturimpulse würden sich nicht feststellen lassen - weder in den USA, noch in der Eurozone, weder in Großbritannien, noch in Japan. Nullzinspolitik, negative Geldmarktzinsen, quantitative Lockerungen, extrem niedrige Rentenrenditen seien keineswegs das erhoffte "Allheilmittel". Die FED habe ihre Bilanz von knapp USD 1 Billion Ende 2008 auf USD 4,5 Billionen Ende 2014 ausgeweitet. Das nominale BIP sei aber nur um USD 2,7 Billionen gestiegen. Rund USD 900 Mrd. seien in die Finanzmärkte geflossen und hätten eine Verdreifachung der US-Aktienkurse ausgelöst. Der private Verbrauch in den USA habe sich in sieben Jahren nur um enttäuschende 1,4% jährlich erhöht.

Das abschreckendste Beispiel sei Japan. Seit 25 Jahren werde keine Konjunkturwende erreicht. Dafür habe das Land die relativ höchste Staatsverschuldung der Welt mit 250% des BIP, alle Sektoren zusammen sogar rund 500% des BIP. Dennoch habe die EZB soeben größere Anleihekäufe in den nächsten Wochen angekündigt. Daraufhin seien die Aktien- und Rentenkurse sowie der USD gestiegen. Mit der Geldpolitik sollten strukturelle Probleme bekämpft werden, doch die Mittel würden in die Vermögenswerte fließen. Es entstünden Finanzblasen, neue -krisen, Budgetreformen würden ausbleiben, die Staatsverschuldung steige, die Stagnation werde verlängert. Weltweit würden sich die Ungleichgewichte erhöhen.

Absurderweise würden als Mittel der Stimulierung nur noch Geldspritzen durch QE übrig bleiben, da die Zinsen und Renditen schon auf oder nahezu auf 0% seien. Wenn ZIRP neue Investitionen nicht anzuregen vermöge, wie solle das dann mit QE funktionieren? Vermögensblasen könnten keinen Konjunkturaufschwung auslösen. Die Probleme würden damit auf die Devisenmärkte und einen Abwertungswettlauf verlagert. Doch wer wolle schon Positionen auf den Weltmärkten dadurch verlieren, dass der Konkurrent durch einen niedrigeren Wechselkurs Wettbewerbsvorteile erziele.

"Eine Marktwirtschaft verfügt über die erstaunliche Fähigkeit zur Selbstheilung", so Joseph Schumpeter. Die Geldpolitik verhindere das. Die Budgetpolitik vermeide in Selbstgefälligkeit erforderliche Reformen. (Ausgabe vom 26.05.2015) (27.05.2015/alc/a/a)