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Ultra-lockere Geldpolitik: Allheilmittel oder der größte Irrtum?
10.11.14 12:32
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Weltbank schätzt das globale BIP für 2013 auf USD 74,9 Billionen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Das jährliche Wachstum liege bei etwas über 2%: 2011 +2,8%; 2012 +2,4%; 2013 +2,2%. Für 2014 werde ein ähnlicher Zuwachs erwartet. Bei einer Verschuldung der Industrieländer von rund USD 150 Billionen und der Entwicklungsländer von USD 90 Billionen ergebe sich ein Verschuldungsgrad der Welt von gut 225% des Welt-BIP. Seit jeher schon würden die Wirtschaftssektoren versuchen, sich mit der Aufnahme von Krediten das Leben zu erleichtern (das süße Leben auf "Pump"). Das gelte für die privaten Haushalte, den Unternehmenssektor und die öffentlichen Hände. Das Dumme daran sei nur, dass die Schulden wieder zurückgezahlt werden müssten. Die Weltbank spreche dabei von einer Tragbarkeit (sustainability) des Schuldendienstes (debt service). Nicht auszudenken, was bei einer Normalisierung der Zinsstruktur einträte.
Bei den Maastrichter Stabilitätskriterien sei die Schuldenobergrenze für die öffentlichen Hände auf 60% des BIP definiert worden. Inzwischen würden sich die öffentlichen Schulden aber in der Eurozone auf 92%, in den USA auf 110% und in Japan jetzt schon über 250% belaufen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich halte die Lage der Weltwirtschaft angesichts der globalen Schuldenlast für vielleicht noch fragiler als 2007 und fordere eine Wende in der Geld- und Finanzpolitik.
Allerdings würden die Zentralbanken mit ihrer ultra-expansiven Geldpolitik keine Unterstützung durch die Fiskal- und Reformpolitik erhalten. Auch wenn die FED die USD-Anleihenkäufe jetzt beendet habe, gebe es immer noch keinen Plan zu einer Normalisierung der Geldpolitik. Andere Notenbanken würden QE fortsetzen, ganz besonders Japan. Doch all das steigere nicht die effektive Nachfrage in der Realwirtschaft. So würden die Finanzblasen weiter aufgebläht. Bei einer abrupten Umkehr drohe ein Konjunktureinbruch, eine langsame Umkehr wie von 2004 bis 2006 habe die Krise auch nicht verhindern können.
Der größte Irrtum der letzten Jahre habe in der Illusion der Allmacht der Notenbanken bestanden, die mit ihrem "Allheilmittel" einer ultra-lockeren Geldpolitik alles wieder ordnen könnten. Ohne Fiskal- und Reformpolitik könne es nicht funktionieren. (10.11.2014/alc/a/a)
Das jährliche Wachstum liege bei etwas über 2%: 2011 +2,8%; 2012 +2,4%; 2013 +2,2%. Für 2014 werde ein ähnlicher Zuwachs erwartet. Bei einer Verschuldung der Industrieländer von rund USD 150 Billionen und der Entwicklungsländer von USD 90 Billionen ergebe sich ein Verschuldungsgrad der Welt von gut 225% des Welt-BIP. Seit jeher schon würden die Wirtschaftssektoren versuchen, sich mit der Aufnahme von Krediten das Leben zu erleichtern (das süße Leben auf "Pump"). Das gelte für die privaten Haushalte, den Unternehmenssektor und die öffentlichen Hände. Das Dumme daran sei nur, dass die Schulden wieder zurückgezahlt werden müssten. Die Weltbank spreche dabei von einer Tragbarkeit (sustainability) des Schuldendienstes (debt service). Nicht auszudenken, was bei einer Normalisierung der Zinsstruktur einträte.
Allerdings würden die Zentralbanken mit ihrer ultra-expansiven Geldpolitik keine Unterstützung durch die Fiskal- und Reformpolitik erhalten. Auch wenn die FED die USD-Anleihenkäufe jetzt beendet habe, gebe es immer noch keinen Plan zu einer Normalisierung der Geldpolitik. Andere Notenbanken würden QE fortsetzen, ganz besonders Japan. Doch all das steigere nicht die effektive Nachfrage in der Realwirtschaft. So würden die Finanzblasen weiter aufgebläht. Bei einer abrupten Umkehr drohe ein Konjunktureinbruch, eine langsame Umkehr wie von 2004 bis 2006 habe die Krise auch nicht verhindern können.
Der größte Irrtum der letzten Jahre habe in der Illusion der Allmacht der Notenbanken bestanden, die mit ihrem "Allheilmittel" einer ultra-lockeren Geldpolitik alles wieder ordnen könnten. Ohne Fiskal- und Reformpolitik könne es nicht funktionieren. (10.11.2014/alc/a/a)


