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Unabhängigkeit der FED auf dem Prüfstand


23.04.26 12:26
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Ursprünglich wäre die Vereinbarung zum Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran in der Nacht auf Donnerstag MEZ ausgelaufen, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Nun habe US-Präsident Trump erneut eine Verlängerung - diesmal auf unbestimmte Zeit verkündet. Zwar habe diese Botschaft für etwas Erleichterung am Markt gesorgt - dennoch bleibe die gegenseitige Blockade der Straße weiterhin aufrecht. Da am Markt größtenteil mit diesen Entwicklungen gerechnet worden sei (Stichwort TACO - Trump Alwys Chickens Out), habe der EUR/USD-Kurs keine wirkliche Reaktion auf die Ankündigung des US-Präsidenten gezeigt. Die Inflatoinsrisiken würden somit weiterhin bestehen bleiben und Trump werde sich wohl sehr gut überlegen müssen, ob er ein halbes Jahr vor den richtungsweisenden Midterm Elections eine Bodenoffensive im Iran starten und eine noch größere Eskalation riskieren möchte. Die Unsicherheit bleibe dennoch weiterhin bestehen.

Während der Senat Kevin Warsh als neuen FED-Chef noch bestätigen müsse, habe dieser zuletzt betont, die Unabhängigkeit der FED wahren zu wollen. Gleichzeitig habe sich dieser angriffslustig gezeigt und nicht mit Kritik am amtierenden Vorsitzenden Powell zu dessen Entscheidungen während der Corona-Krise gespart. Kritischen Fragen zur Causa Trump und dessen Versuchen, Einfluss auf die Entscheidungen der FED zu nehmen, sei Warsch im Bankenausschuss des Senats gekonnt ausgewichen. Trump habe währenddessen trotz Inflationsrisiken durch den Ölpreisschock erneut seine Wünsche nach niedrigen Zinsen bekräftigt. Solange Powell aufgrund der Renovierung des FED-Gebäudes im Kreuzfeuer der Justiz bleibe, werde wohl eine offizielle Bestätigung von Warsh als Nachfolger noch auf sich warten lassen. (23.04.2026/alc/a/a)