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Unternehmensanleihen mit USD 13,5 Billionen auf Allzeithoch - Herabgesetztes Rating
24.02.20 11:45
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach der Rückkehr zu einer noch expansiveren Geldpolitik der Zentralbanken emittierten nicht-finanzielle Unternehmen in 2019 nach Angaben der OECD weitere USD 2,1 Billionen Unternehmensanleihen (Corporates), so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Nach diesem historischen höchsten Volumen hätten die global umlaufenden Unternehmensanleihen ein neues Allzeithoch von USD 13,5 Billionen erreicht, davon würden 22% auf Unternehmensanleihen aus Schwellen- und Entwicklungsländern entfallen. 32,4% davon müssten in den nächsten drei Jahren wieder zurückgezahlt, bzw. refinanziert werden. Im Vergleich zu früheren Kreditzyklen hätten die ausstehenden Anleihen eine insgesamt niedrigere Qualität (Rating) mit längeren Laufzeiten.
Diese Merkmale würden die negativen Effekte verschärfen, die eine Konjunkturberuhigung für den Sektor der nicht-finanziellen Unternehmen und die Gesamtwirtschaft auslösen könnten. Die Größe, die Qualität und die Dynamik der Märkte für Unternehmensanleihen seien ein wichtiger Faktor geworden, den die Zentralbanken in ihrer Geldpolitik zu beachten hätten.
Unterstützt durch das niedrige Renditenniveau hätten die Systeme der Kreditwürdigkeitsprüfungen es den Unternehmen ermöglicht, die Hebelwirkungen der aufgenommenen Kredite zu erhöhen und dennoch das BBB-Rating aufrechtzuerhalten. Diese Einschätzung dominiere mit 52% laut OECD inzwischen die gesamte Investmentkategorie. Das BBB sei die niedrigste Stufe der Kategorie Investmentgrad. Die Grenze zur Kategorie Nicht-Investmentgrad sei somit eng und sehr wichtig geworden. Im Falle von Zinserhöhungen oder einer Konjunkturberuhigung würden die Kreditwürdigkeitsprüfungen zu einer Herabstufung der umlaufenden Anleihen führen, da die Kreditkosten der Debitoren ansteigen und die Gewinnaussichten der Unternehmen vermindern würden. Ein solcher Schritt senke die Liquidität des Marktes. Die Restlaufzeit der umlaufenden Unternehmensanleihen sei von neun auf zwölf Jahre gestiegen, wodurch eine Herabstufung des Ratings ernstere Auswirkungen aufweise.
Seit 2008, dem Jahr der Weltwirtschaftskrise, betrage das durchschnittliche Emissionsvolumen von Unternehmensanleihen jährlich laut OECD USD 1,8 Billionen und damit doppelt so viel wie in der Zeit von 2000 bis 2007. Der Anteil der Anleihen mit Nicht-Investmentgrad liege jetzt bei 25%.
Besonders gestiegen seien in den letzten drei Jahren die Emissionen chinesischer Unternehmen. Auch die Summe aller Unternehmensanleihen aus Schwellen- und Entwicklungsländern habe sich in den letzten drei Jahren kontinuierlich erhöht. Sie sei im historischen Vergleich nur in 2016 übertroffen worden. Hieraus würden sich jetzt besondere Risiken ergeben. Von der Konjunkturberuhigung in China werde die ganze Weltwirtschaft betroffen. Chinesische Analysten würden durch die jüngsten Ereignisse eine Abschwächung des BIP in der Volkswirtschaft von 6% auf nur noch 2% bis 3% befürchten. Auf die Ertragsentwicklung chinesischer Unternehmen kämen dadurch besondere Belastungen zu, die den Schuldendienst (Soll-Zinsen plus Tilgungen) infrage stellen würden. Da sich gleichzeitig der Kurs des US-Dollar in Yuan deutlich verteuert habe, würden die Dollar-Schulden der Unternehmen immer teurer und würden die Tilgungen belasten. Trotz Hilfestellungen durch die People's Bank of China dürfte es zu Zahlungsausfällen kommen.
Die Rentenmärkte hätten eine bevorstehende globale Rezession bereits eingepreist, die Rentenrenditen in der ganzen Welt seien nach unten ausgereizt. 10-jährige Staatsanleihen würden in den USA 1,5% und in der Eurozone -0,3% rentieren. Der Grenznutzen weiterer Lockerungen durch die Zentralbanken dürfte sogar schon negativ sein. Sie könnten von den Märkten als kontraproduktiv eingeschätzt werden. Besonders betroffen seien Unternehmensanleihen, die insgesamt eine längere Laufzeit mit einem niedrigeren Rating aufweisen würden. Unter diesen Umständen empfehle es sich, die Depots auf bestehende Engagements in Festverzinslichen zu überprüfen und abzubauen. (Ausgabe vom 23.02.2020) (24.02.2020/alc/a/a)
Nach diesem historischen höchsten Volumen hätten die global umlaufenden Unternehmensanleihen ein neues Allzeithoch von USD 13,5 Billionen erreicht, davon würden 22% auf Unternehmensanleihen aus Schwellen- und Entwicklungsländern entfallen. 32,4% davon müssten in den nächsten drei Jahren wieder zurückgezahlt, bzw. refinanziert werden. Im Vergleich zu früheren Kreditzyklen hätten die ausstehenden Anleihen eine insgesamt niedrigere Qualität (Rating) mit längeren Laufzeiten.
Diese Merkmale würden die negativen Effekte verschärfen, die eine Konjunkturberuhigung für den Sektor der nicht-finanziellen Unternehmen und die Gesamtwirtschaft auslösen könnten. Die Größe, die Qualität und die Dynamik der Märkte für Unternehmensanleihen seien ein wichtiger Faktor geworden, den die Zentralbanken in ihrer Geldpolitik zu beachten hätten.
Seit 2008, dem Jahr der Weltwirtschaftskrise, betrage das durchschnittliche Emissionsvolumen von Unternehmensanleihen jährlich laut OECD USD 1,8 Billionen und damit doppelt so viel wie in der Zeit von 2000 bis 2007. Der Anteil der Anleihen mit Nicht-Investmentgrad liege jetzt bei 25%.
Besonders gestiegen seien in den letzten drei Jahren die Emissionen chinesischer Unternehmen. Auch die Summe aller Unternehmensanleihen aus Schwellen- und Entwicklungsländern habe sich in den letzten drei Jahren kontinuierlich erhöht. Sie sei im historischen Vergleich nur in 2016 übertroffen worden. Hieraus würden sich jetzt besondere Risiken ergeben. Von der Konjunkturberuhigung in China werde die ganze Weltwirtschaft betroffen. Chinesische Analysten würden durch die jüngsten Ereignisse eine Abschwächung des BIP in der Volkswirtschaft von 6% auf nur noch 2% bis 3% befürchten. Auf die Ertragsentwicklung chinesischer Unternehmen kämen dadurch besondere Belastungen zu, die den Schuldendienst (Soll-Zinsen plus Tilgungen) infrage stellen würden. Da sich gleichzeitig der Kurs des US-Dollar in Yuan deutlich verteuert habe, würden die Dollar-Schulden der Unternehmen immer teurer und würden die Tilgungen belasten. Trotz Hilfestellungen durch die People's Bank of China dürfte es zu Zahlungsausfällen kommen.
Die Rentenmärkte hätten eine bevorstehende globale Rezession bereits eingepreist, die Rentenrenditen in der ganzen Welt seien nach unten ausgereizt. 10-jährige Staatsanleihen würden in den USA 1,5% und in der Eurozone -0,3% rentieren. Der Grenznutzen weiterer Lockerungen durch die Zentralbanken dürfte sogar schon negativ sein. Sie könnten von den Märkten als kontraproduktiv eingeschätzt werden. Besonders betroffen seien Unternehmensanleihen, die insgesamt eine längere Laufzeit mit einem niedrigeren Rating aufweisen würden. Unter diesen Umständen empfehle es sich, die Depots auf bestehende Engagements in Festverzinslichen zu überprüfen und abzubauen. (Ausgabe vom 23.02.2020) (24.02.2020/alc/a/a)


