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Was ist nach den Leitzinsentscheidungen zu erwarten?
20.06.23 10:30
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zentralbanken in den USA und in der Eurozone haben zur Jahresmitte die von den Märkten erwarteten Entscheidungen zu ihrer Geldpolitik getroffen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
In den USA sei die Inflationsrate (CPI) von 9,1% auf 4,0% gesunken. Wegen dieses Erfolges habe die FED ihre Leitzinsen (FED Funds Rate) unverändert bei 5,0% gelassen. Das Inflationsziel von 2,0% sei aber noch in weiter Ferne, weshalb die FED sich weitere Maßnahmen vorbehalten habe.
In der Eurozone sei die Inflationsrate von 10,1% auf immer noch unbefriedigende 6,1% gesunken. Die EZB habe daher ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,0% angehoben. Es sei die achte Zinserhöhung hintereinander auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gewesen. Weitere Erhöhungen in nächster Zeit seien wegen des noch immer unerträglich hohen Niveaus angekündigt.
Welche Auswirkungen auf den Konjunkturverlauf seien von diesen Entscheidungen zu erwarten? Für die USA sehe der IWF keinen Anlass zur Änderung seiner Prognosen. Größte Sorge liege jenseits des Atlantiks in der extrem hohen Staatsverschuldung von USD 32 Billionen und dem Schuldendienst (Soll-Zinsen + Finanzierungen von Tilgungen). Weiterhin schwele die Bankenkrise.
Dagegen sehe der IWF in der Eurozone weiterhin einen schleppenden Konjunkturverlauf ohne sonderlichem Wachstum. Hier würden die Teuerungsraten überdurchschnittlich wegen der Abhängigkeit von importierten Energien und den starken Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln bleiben. Für Deutschland erwarte die Bundesbank einen Rückgang des BIP in 2023 um 0,3%. In einzelnen Branchen aber würden sich die Bremsspuren mehren.
Der Rückgang der Baugenehmigungen in Deutschland beschleunige sich angesichts gestiegener Zinsen und Materialkosten. Im April sei deren Zahl so stark eingebrochen wie seit März 2007 nicht mehr. Nur noch 21.200 Wohnungen seien genehmigt worden und damit 31,9% oder 9.900 weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Die Zahl sinke damit seit Mai 2022 kontinuierlich. Zum Rückgang der Bauvorhaben dürften weiterhin vor allem hohe Kosten für Baumaterialien und zunehmend schlechtere Finanzierungsbedingungen beigetragen haben.
Die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau seien mit einem Minus von 20% im Vergleich zum Vorjahr sehr schwach gewesen. Während das Inland einen Rückgang von 15% verzeichnet habe, seien aus dem Ausland sogar 20% weniger Bestellungen gekommen. Da die Umsätze noch einmal um knapp 5% zugelegt hätten, habe sich die book-to-bill-ratio weiter um rund 7% vermindert. Es gebe noch keine Anzeichen einer Trendwende.
Die schweren Einbrüche in Schlüsselbranchen seien nicht nur auf die restriktivere Geldpolitik zurückzuführen. Die Energieknappheit und -verteuerung, Kriegsauswirkungen, fast stagnierende Weltwirtschaft, die hohe Inflation, Material- und Arbeitskräftemangel und anderes mehr hätten ebenfalls einen deutlichen Einfluss auf die Binnenkonjunktur. Dennoch zeige sich immer deutlicher, dass die EZB allzu lange an ihrem ultra expansiven Geldkurs festgehalten habe. Das Umschalten auf eine neutrale Geldpolitik, die weder expansiv noch restriktiv wirke, sei zu spät erfolgt.
Gemessen am DAX notiere der Aktienmarkt auf einem Allzeithoch. Die weiteren Erwartungen sollten angesichts des Konjunkturverlaufs daher nicht allzu hoch angesetzt werden. Mit weiteren Leitzinserhöhungen würden Geldmarktanlagen allmählich interessanter. (20.06.2023/alc/a/a)
In den USA sei die Inflationsrate (CPI) von 9,1% auf 4,0% gesunken. Wegen dieses Erfolges habe die FED ihre Leitzinsen (FED Funds Rate) unverändert bei 5,0% gelassen. Das Inflationsziel von 2,0% sei aber noch in weiter Ferne, weshalb die FED sich weitere Maßnahmen vorbehalten habe.
In der Eurozone sei die Inflationsrate von 10,1% auf immer noch unbefriedigende 6,1% gesunken. Die EZB habe daher ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,0% angehoben. Es sei die achte Zinserhöhung hintereinander auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gewesen. Weitere Erhöhungen in nächster Zeit seien wegen des noch immer unerträglich hohen Niveaus angekündigt.
Welche Auswirkungen auf den Konjunkturverlauf seien von diesen Entscheidungen zu erwarten? Für die USA sehe der IWF keinen Anlass zur Änderung seiner Prognosen. Größte Sorge liege jenseits des Atlantiks in der extrem hohen Staatsverschuldung von USD 32 Billionen und dem Schuldendienst (Soll-Zinsen + Finanzierungen von Tilgungen). Weiterhin schwele die Bankenkrise.
Der Rückgang der Baugenehmigungen in Deutschland beschleunige sich angesichts gestiegener Zinsen und Materialkosten. Im April sei deren Zahl so stark eingebrochen wie seit März 2007 nicht mehr. Nur noch 21.200 Wohnungen seien genehmigt worden und damit 31,9% oder 9.900 weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Die Zahl sinke damit seit Mai 2022 kontinuierlich. Zum Rückgang der Bauvorhaben dürften weiterhin vor allem hohe Kosten für Baumaterialien und zunehmend schlechtere Finanzierungsbedingungen beigetragen haben.
Die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau seien mit einem Minus von 20% im Vergleich zum Vorjahr sehr schwach gewesen. Während das Inland einen Rückgang von 15% verzeichnet habe, seien aus dem Ausland sogar 20% weniger Bestellungen gekommen. Da die Umsätze noch einmal um knapp 5% zugelegt hätten, habe sich die book-to-bill-ratio weiter um rund 7% vermindert. Es gebe noch keine Anzeichen einer Trendwende.
Die schweren Einbrüche in Schlüsselbranchen seien nicht nur auf die restriktivere Geldpolitik zurückzuführen. Die Energieknappheit und -verteuerung, Kriegsauswirkungen, fast stagnierende Weltwirtschaft, die hohe Inflation, Material- und Arbeitskräftemangel und anderes mehr hätten ebenfalls einen deutlichen Einfluss auf die Binnenkonjunktur. Dennoch zeige sich immer deutlicher, dass die EZB allzu lange an ihrem ultra expansiven Geldkurs festgehalten habe. Das Umschalten auf eine neutrale Geldpolitik, die weder expansiv noch restriktiv wirke, sei zu spät erfolgt.
Gemessen am DAX notiere der Aktienmarkt auf einem Allzeithoch. Die weiteren Erwartungen sollten angesichts des Konjunkturverlaufs daher nicht allzu hoch angesetzt werden. Mit weiteren Leitzinserhöhungen würden Geldmarktanlagen allmählich interessanter. (20.06.2023/alc/a/a)
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| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
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