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Die Weltwirtschaft steht vor einer Phase der Stagnation
07.03.16 08:37
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die OECD appelliert für eine gemeinsame Antwort der größten Industrie- und Schwellenländer, um Wachstum und Nachfrage zu stimulieren, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Auch die USA würden auf gemeinsame Konjunkturimpulse durch die 20 größten Industrie- und Schwellenländer drängen; die Staaten müssten alle verfügbaren geld- und fiskalpolitischen Mittel ausschöpfen, um die globale Nachfrage anzukurbeln.
Diesen Forderungen schließe sich jetzt auch der IWF an. Kurz vor den Beratungen der G20 Finanzminister und Notenbankchefs in Shanghai habe der IWF gemeinsame konjunkturstimulierende Maßnahmen angemahnt. Dem IWF zufolge bleibe das Wachstum in den ersten beiden Monaten bereits hinter den Erwartungen zurück aufgrund ungünstigerer Finanzierungsbedingungen in den Industrieländern infolge der Kapitalmarktturbulenzen. Der Fonds verweise auch auf zunehmenden Stress in den Schwellenländern infolge der niedrigen Rohstoffpreise.
In die gleiche Richtung könnten Warnungen der Ratingagentur Standard & Poors gedeutet werden, wonach in den kommenden vier Jahren Schulden in Höhe von 1 Billion US Dollar von Unternehmen in der Asien-PazifikRegion zur Rückzahlung anstünden. Zwei Fünftel dieser überwiegend in USD-denominierten Schulden würden in den kommenden vierundzwanzig Monaten fällig. Infolge der eingetrübten Kreditbedingungen für Schuldner aus Schwellenländern könnte die Anschlussfinanzierung schwierig werden, womit Abwärtsrisiken für die Wirtschaftsentwicklung verstärkt werden könnten. Aus den Reihen der G20-Finanzminister sei bereits signalisiert worden, dass keine Ankurbelungsmaßnahmen erwartet werden könnten.
Doch Zweifel seien angebracht, ob solche internationalen Vereinbarungen zu irgend einem Erfolg führen könnten. Die Zentralbanken hätten ihr Pulver weitgehend verschossen. Die Zinsen noch weiter in das negative Territorium zu drücken, erscheine bereits vielen Ökonomen kontraproduktiv. Noch mehr Deficit Spending sei wegen der in den meisten Ländern bereits erreichten Höhe der Staatsverschuldung unverantwortlich. Doch etwas müsse getan werden, nur was? Die Situation laufe in Richtung Protektionismus und Abwertungswettlauf.
Davor warne jetzt der amerikanische Finanzminister. Einige Länder könnten versucht sein, ihre stagnierenden Volkswirtschaften über verbilligte Exporte zu stimulieren. Finanzminister Jack Lew erinnere an alte Zusagen, die Währungen nicht künstlich abzuwerten. In der Eurozone geschehe dies über negative Zinsen. Auch China könnte versucht sein, die Wachstumseinbußen durch Währungsmanipulationen auszugleichen. Chinas Währungsreserven hätten sich auf etwa USD 3,2 Billionen reduziert. Doch eine Voraussetzung des IWF für die Aufnahme des Yuan in den Korb der Sonderziehungsrechte sei die Versicherung gewesen, China werde an den Devisenmärkten nicht zugunsten seiner Währung eingreifen.
Ein Mittel zur Überwindung der drohenden Stagnationsphase sei nicht in Sicht. (Ausgabe vom 05.03.2016) (07.03.2016/alc/a/a)
Auch die USA würden auf gemeinsame Konjunkturimpulse durch die 20 größten Industrie- und Schwellenländer drängen; die Staaten müssten alle verfügbaren geld- und fiskalpolitischen Mittel ausschöpfen, um die globale Nachfrage anzukurbeln.
Diesen Forderungen schließe sich jetzt auch der IWF an. Kurz vor den Beratungen der G20 Finanzminister und Notenbankchefs in Shanghai habe der IWF gemeinsame konjunkturstimulierende Maßnahmen angemahnt. Dem IWF zufolge bleibe das Wachstum in den ersten beiden Monaten bereits hinter den Erwartungen zurück aufgrund ungünstigerer Finanzierungsbedingungen in den Industrieländern infolge der Kapitalmarktturbulenzen. Der Fonds verweise auch auf zunehmenden Stress in den Schwellenländern infolge der niedrigen Rohstoffpreise.
Doch Zweifel seien angebracht, ob solche internationalen Vereinbarungen zu irgend einem Erfolg führen könnten. Die Zentralbanken hätten ihr Pulver weitgehend verschossen. Die Zinsen noch weiter in das negative Territorium zu drücken, erscheine bereits vielen Ökonomen kontraproduktiv. Noch mehr Deficit Spending sei wegen der in den meisten Ländern bereits erreichten Höhe der Staatsverschuldung unverantwortlich. Doch etwas müsse getan werden, nur was? Die Situation laufe in Richtung Protektionismus und Abwertungswettlauf.
Davor warne jetzt der amerikanische Finanzminister. Einige Länder könnten versucht sein, ihre stagnierenden Volkswirtschaften über verbilligte Exporte zu stimulieren. Finanzminister Jack Lew erinnere an alte Zusagen, die Währungen nicht künstlich abzuwerten. In der Eurozone geschehe dies über negative Zinsen. Auch China könnte versucht sein, die Wachstumseinbußen durch Währungsmanipulationen auszugleichen. Chinas Währungsreserven hätten sich auf etwa USD 3,2 Billionen reduziert. Doch eine Voraussetzung des IWF für die Aufnahme des Yuan in den Korb der Sonderziehungsrechte sei die Versicherung gewesen, China werde an den Devisenmärkten nicht zugunsten seiner Währung eingreifen.
Ein Mittel zur Überwindung der drohenden Stagnationsphase sei nicht in Sicht. (Ausgabe vom 05.03.2016) (07.03.2016/alc/a/a)


