Erweiterte Funktionen
Wird der Höhenflug anhalten?
28.02.17 10:45
NN Investment Partners
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Seit Trumps Wahl im November letzten Jahres erlebten Investoren einen beachtlichen Höhenflug, so Sebastiaan Reinders, leitender Portfoliomanager für US-Hochzinsanleihen bei NN Investment Partners.
Seit der US-Wahl seien die Aktienmärkte über 10 Prozent gestiegen und die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen hätten mehr als 50 Basispunkte zugelegt (Stand: 10. Februar 2017). Deshalb seien die Erwartungen hoch, dass die Versprechungen des neuen Präsidenten das US-Wachstum beschleunigen würden. Die Volatilität sei extrem niedrig und preise, nach Ansicht von NN Investment Partners, viele Risiken, die nach wie vor vorhanden seien, nicht ein.
Die Ungewissheit im Hinblick auf die Implementierung der neuen Gesetzgebung sei groß, doch die politische Linie bleibe unklar. Aufgrund dieser Unsicherheit sei es entscheidend, eine aktive Investmentstrategie bei einem Vermögensverwalter zu haben, der gesamtwirtschaftliche Erkenntnisse mit einem starken Fokus auf der Kreditanalyse nach dem Bottom-up-Prinzip kombinieren könne. Trumps Weisungen könnten den Konjunkturzyklus erheblich beeinflussen - mit unterschiedlichen Auswirkungen auf industrielle Teilsektoren, wie nachfolgend näher beschrieben.
Die Zinsen seien als Reaktion auf die wachstumsfreundliche Regierung und die Notwendigkeit, die Inflation einzudämmen, gestiegen. Jedoch seien die Auswirkungen höherer Zinsen nicht ausschließlich positiv. Höhere Kreditzinsen würden hoch verschuldete Unternehmen beeinträchtigen, da sie die Zinsaufwendungen und mit der Zeit auch die Ausfälle erhöhen würden. Trump räume niedrigeren Körperschaftssteuersätzen und niedrigeren persönlichen Steuersätzen ebenfalls Priorität ein.
Diese Steuerpolitik werde vermutlich Finanzinstituten zugutekommen. Einfach ausgedrückt: Wenn Schuldner mehr Geld zur Verfügung hätten, gebe es mehr Mittel, um bestehende Kredite zu tilgen und/oder zusätzliche Kredite aufzunehmen. Demnach müssten niedrigere Steuern natürlich aus anderen Haushaltsquellen finanziert werden. Eine solche Quelle, die vorgeschlagen worden sei, sei die Abschaffung der steuerlichen Absetzbarkeit von Zinsaufwänden.
Ähnlich wie bei den bereits erwähnten Auswirkungen von höheren Kreditzinsen würden hoch verschuldete Unternehmen unverhältnismäßig stark darunter leiden, wenn sie Zinsaufwendungen nicht mehr steuerlich geltend machen könnten, was dann wiederum der Gewinnspanne der Banken auf Grundlage der Aktiva-Qualität schaden würde. Niedrigere Steuern wären also durchaus positiv, aber die Finanzierung dieser Kürzungen könnte weitreichende negative Auswirkungen auf Unternehmen und Finanzinstitute haben.
In seiner ersten Amtswoche habe Präsident Trump den Republikaner Ajit Pai zum Vorsitzenden der Federal Communications Commission ernannt. Pai habe nach allgemeiner Auffassung eine wohlgesonnenere Haltung gegenüber Industriekonsolidierung als sein Vorgänger Tom Wheeler. Es gebe mehrere Telekommunikationsunternehmen, die potenzielle Zusammenführungen erwogen hätten, aber dadurch abgeschreckt worden seien, dass sie die regulatorische Genehmigung möglicherweise nicht erhalten würden. Folglich gebe es vermehrte Spekulationen über Fusionen von Telekommunikationsunternehmen oder Mischzusammenschlüssen zwischen Kabel- und Telekommunikationsunternehmen, die Anlagechancen hervorbringen würden.
Eine zunehmende Konsolidierung könnte ebenfalls negative Auswirkungen auf Unternehmen haben, die als Lieferanten dieser konsolidierenden Unternehmen dienen würden, wie z.B. Betreiber von Sendemasten. Darüber hinaus würden Unternehmen aus dem Technologiesektor und anderen Branchen befürchten, dass Trumps jüngste Einwanderungsrichtlinie und seine Äußerungen über den Erhalt von Arbeitsplätzen in den USA auf Änderungen bei den Visa-Vorschriften hindeuten würden. Technologieunternehmen, einschließlich IT-Beratungsfirmen, seien häufig auf ausländische Talente angewiesen. Viele dieser Arbeitskräfte würden durch H-1B-Visa abgesichert, von denen bereits einige ängstlich auf die Verlängerung blicken würden.
Das Gesundheitswesen bleibe aus politischer Sicht ebenfalls ein Hauptschwerpunkt. Da die Republikaner die Präsidentschaft, den Senat und das Repräsentantenhaus kontrollieren würden, sei die Aufhebung von Teilen des Affordable Care Act (ACA) einer der ersten Punkte auf ihrer Agenda. Ohne eine Mehrheit von 60 Stimmen im Senat könnten die Republikaner das Gesetz zwar nicht komplett kippen, aber durch Anordnung des US-Präsidenten und Schlichtung könnten sie Kernbereiche aus dem ACA streichen. Während die Republikaner ihre Pläne stets als "widerrufen und ersetzen" betitelt hätten, sei die größte Frage weiterhin, wie und wann sie "ersetzt" würden. Das sorge für Unsicherheit bei Investoren und schaffe Anlagechancen bei Managern, die nach dem Bottom-up-Ansatz arbeiten und die Einzeltitelauswahl in den Mittelpunkt stellen würden.
Bei der Kapitalisierung der Chancen in diesem unbekannten Terrain würden aktive Manager eine große Rolle spielen, meine NN IP. Aktive Manager mit einem starken Fokus auf der Kreditauswahl könnten Investoren bei der Ausnutzung der Vorteile unterstützen und gleichermaßen die Unternehmen meiden, die in diesem neuen Umfeld leiden würden. Manager, die die Marktzyklen im Griff hätten, könnten Verluste minimieren und ihre passiven Gegenspieler übertreffen. Zwei Aspekte würden sich laut NN IP 2017 erneut als Erfolgsstrategie erweisen: Größere gesamtwirtschaftliche Themen zu beherrschen und gleichzeitig einen starken Fokus auf der fundamentalen Kreditanalyse zu bewahren. (28.02.2017/alc/a/a)
Seit der US-Wahl seien die Aktienmärkte über 10 Prozent gestiegen und die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen hätten mehr als 50 Basispunkte zugelegt (Stand: 10. Februar 2017). Deshalb seien die Erwartungen hoch, dass die Versprechungen des neuen Präsidenten das US-Wachstum beschleunigen würden. Die Volatilität sei extrem niedrig und preise, nach Ansicht von NN Investment Partners, viele Risiken, die nach wie vor vorhanden seien, nicht ein.
Die Ungewissheit im Hinblick auf die Implementierung der neuen Gesetzgebung sei groß, doch die politische Linie bleibe unklar. Aufgrund dieser Unsicherheit sei es entscheidend, eine aktive Investmentstrategie bei einem Vermögensverwalter zu haben, der gesamtwirtschaftliche Erkenntnisse mit einem starken Fokus auf der Kreditanalyse nach dem Bottom-up-Prinzip kombinieren könne. Trumps Weisungen könnten den Konjunkturzyklus erheblich beeinflussen - mit unterschiedlichen Auswirkungen auf industrielle Teilsektoren, wie nachfolgend näher beschrieben.
Die Zinsen seien als Reaktion auf die wachstumsfreundliche Regierung und die Notwendigkeit, die Inflation einzudämmen, gestiegen. Jedoch seien die Auswirkungen höherer Zinsen nicht ausschließlich positiv. Höhere Kreditzinsen würden hoch verschuldete Unternehmen beeinträchtigen, da sie die Zinsaufwendungen und mit der Zeit auch die Ausfälle erhöhen würden. Trump räume niedrigeren Körperschaftssteuersätzen und niedrigeren persönlichen Steuersätzen ebenfalls Priorität ein.
Ähnlich wie bei den bereits erwähnten Auswirkungen von höheren Kreditzinsen würden hoch verschuldete Unternehmen unverhältnismäßig stark darunter leiden, wenn sie Zinsaufwendungen nicht mehr steuerlich geltend machen könnten, was dann wiederum der Gewinnspanne der Banken auf Grundlage der Aktiva-Qualität schaden würde. Niedrigere Steuern wären also durchaus positiv, aber die Finanzierung dieser Kürzungen könnte weitreichende negative Auswirkungen auf Unternehmen und Finanzinstitute haben.
In seiner ersten Amtswoche habe Präsident Trump den Republikaner Ajit Pai zum Vorsitzenden der Federal Communications Commission ernannt. Pai habe nach allgemeiner Auffassung eine wohlgesonnenere Haltung gegenüber Industriekonsolidierung als sein Vorgänger Tom Wheeler. Es gebe mehrere Telekommunikationsunternehmen, die potenzielle Zusammenführungen erwogen hätten, aber dadurch abgeschreckt worden seien, dass sie die regulatorische Genehmigung möglicherweise nicht erhalten würden. Folglich gebe es vermehrte Spekulationen über Fusionen von Telekommunikationsunternehmen oder Mischzusammenschlüssen zwischen Kabel- und Telekommunikationsunternehmen, die Anlagechancen hervorbringen würden.
Eine zunehmende Konsolidierung könnte ebenfalls negative Auswirkungen auf Unternehmen haben, die als Lieferanten dieser konsolidierenden Unternehmen dienen würden, wie z.B. Betreiber von Sendemasten. Darüber hinaus würden Unternehmen aus dem Technologiesektor und anderen Branchen befürchten, dass Trumps jüngste Einwanderungsrichtlinie und seine Äußerungen über den Erhalt von Arbeitsplätzen in den USA auf Änderungen bei den Visa-Vorschriften hindeuten würden. Technologieunternehmen, einschließlich IT-Beratungsfirmen, seien häufig auf ausländische Talente angewiesen. Viele dieser Arbeitskräfte würden durch H-1B-Visa abgesichert, von denen bereits einige ängstlich auf die Verlängerung blicken würden.
Das Gesundheitswesen bleibe aus politischer Sicht ebenfalls ein Hauptschwerpunkt. Da die Republikaner die Präsidentschaft, den Senat und das Repräsentantenhaus kontrollieren würden, sei die Aufhebung von Teilen des Affordable Care Act (ACA) einer der ersten Punkte auf ihrer Agenda. Ohne eine Mehrheit von 60 Stimmen im Senat könnten die Republikaner das Gesetz zwar nicht komplett kippen, aber durch Anordnung des US-Präsidenten und Schlichtung könnten sie Kernbereiche aus dem ACA streichen. Während die Republikaner ihre Pläne stets als "widerrufen und ersetzen" betitelt hätten, sei die größte Frage weiterhin, wie und wann sie "ersetzt" würden. Das sorge für Unsicherheit bei Investoren und schaffe Anlagechancen bei Managern, die nach dem Bottom-up-Ansatz arbeiten und die Einzeltitelauswahl in den Mittelpunkt stellen würden.
Bei der Kapitalisierung der Chancen in diesem unbekannten Terrain würden aktive Manager eine große Rolle spielen, meine NN IP. Aktive Manager mit einem starken Fokus auf der Kreditauswahl könnten Investoren bei der Ausnutzung der Vorteile unterstützen und gleichermaßen die Unternehmen meiden, die in diesem neuen Umfeld leiden würden. Manager, die die Marktzyklen im Griff hätten, könnten Verluste minimieren und ihre passiven Gegenspieler übertreffen. Zwei Aspekte würden sich laut NN IP 2017 erneut als Erfolgsstrategie erweisen: Größere gesamtwirtschaftliche Themen zu beherrschen und gleichzeitig einen starken Fokus auf der fundamentalen Kreditanalyse zu bewahren. (28.02.2017/alc/a/a)


