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Wirklich keine Inflationsgefahren?
16.08.21 10:41
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit Euphorie reagierten die internationalen Finanzmärkte letzte Woche auf die Publikation der US-Inflation, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Der Index der Konsumentenpreise (CPI) habe im Juli unverändert nach 5,4% im Juni verharrt. Habe also die US-Notenbank Recht mit ihrer Annahme gehabt, dass die gestiegenen Inflationsgefahren nur ein vorübergehendes Phänomen seien? Die Aktienmärkte seien sofort auf ein neues Allzeithoch gesprungen, die Rentenmärkte seien mit der Aussicht auf eine unverändert ultra-expansive Geldpolitik haussiert und der Goldpreis habe einen Flash Crash erlitten. Inzwischen habe sich die Stimmung wieder normalisiert.
Mit der Veröffentlichung der Produzentenpreise (PPI) der Rohstoffe Juli von 19,8% gegenüber dem Vorjahr hätte eigentlich wieder eine Ernüchterung eintreten müssen. Nach einer Faustformel der Analysten aus den 90er Jahren verursache eine Verteuerung der Rohstoffe um 10% ein Jahr später einen Anstieg der Konsumentenpreise um 1%. Von einem Ende der Inflationsgefahren könne keine Rede sein. Somit passe die allgemeine Preisentwicklung nicht mehr zu dem Konzept der derzeitigen Geldpolitik von ZIRP und QE. Sie bedürfe einer Normalisierung.
In der Eurozone (EA) sei die Entwicklung der Preisstabilität kaum anders als in den USA. Hier seien die Konsumentenpreise im Juli um 2,2% und die Energiepreise um 14,1% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat gestiegen. Die Inflationsgefahren in der EA seien noch etwas geringer, aber trotzdem im Ansteigen, im Wesentlichen aus den gleichen Gründen: Eine viel zu lockere Geldpolitik mit NIRP und QE. Sie verursache eine Enteignung der Sparer.
Von der Seite der Konjunkturentwicklung sei in beiden Regionen bisher noch keine Beruhigung oder Entlastung zu erwarten. Der Index der Konjunktur Frühindikatoren (CLI) steige weiter an, wenngleich nicht mehr so steil. So die OECD in ihrer neuen Analyse.
Der OECD Index laufe der tatsächlichen Konjunkturentwicklung etwa sechs bis neun Monate voraus. In allen Regionen zeige sich ein weiterer Anstieg. Die schwarzen Dreiecke würden eine Wende im Trend signalisieren. Die horizontale Linie von 100 spiegele den durchschnittlichen Trend der ökonomischen Aktivitäten. Die OECD gebe keine Empfehlung für die Konjunktur- und Geldpolitik an die Regierungen.
Die Inflationsgefahren bestünden nach wie vor. Die Geldpolitik der Zentralbanken erscheine viel zu expansiv. Eine Quelle neuer Inflationsgefahren entstehe durch die dringend erforderlichen Maßnahmen zum Klimaschutz. Auch die Corona-Pandemie sei noch nicht überwunden. Klimaschutz und Pandemie könne man zwar nicht mit der Geldpolitik bekämpfen, dennoch scheine eine Normalisierung der Geldpolitik angebracht, die weder expansiv noch restriktiv wirke. (Ausgabe vom 15.08.2021) (16.08.2021/alc/a/a)
Der Index der Konsumentenpreise (CPI) habe im Juli unverändert nach 5,4% im Juni verharrt. Habe also die US-Notenbank Recht mit ihrer Annahme gehabt, dass die gestiegenen Inflationsgefahren nur ein vorübergehendes Phänomen seien? Die Aktienmärkte seien sofort auf ein neues Allzeithoch gesprungen, die Rentenmärkte seien mit der Aussicht auf eine unverändert ultra-expansive Geldpolitik haussiert und der Goldpreis habe einen Flash Crash erlitten. Inzwischen habe sich die Stimmung wieder normalisiert.
Mit der Veröffentlichung der Produzentenpreise (PPI) der Rohstoffe Juli von 19,8% gegenüber dem Vorjahr hätte eigentlich wieder eine Ernüchterung eintreten müssen. Nach einer Faustformel der Analysten aus den 90er Jahren verursache eine Verteuerung der Rohstoffe um 10% ein Jahr später einen Anstieg der Konsumentenpreise um 1%. Von einem Ende der Inflationsgefahren könne keine Rede sein. Somit passe die allgemeine Preisentwicklung nicht mehr zu dem Konzept der derzeitigen Geldpolitik von ZIRP und QE. Sie bedürfe einer Normalisierung.
Von der Seite der Konjunkturentwicklung sei in beiden Regionen bisher noch keine Beruhigung oder Entlastung zu erwarten. Der Index der Konjunktur Frühindikatoren (CLI) steige weiter an, wenngleich nicht mehr so steil. So die OECD in ihrer neuen Analyse.
Der OECD Index laufe der tatsächlichen Konjunkturentwicklung etwa sechs bis neun Monate voraus. In allen Regionen zeige sich ein weiterer Anstieg. Die schwarzen Dreiecke würden eine Wende im Trend signalisieren. Die horizontale Linie von 100 spiegele den durchschnittlichen Trend der ökonomischen Aktivitäten. Die OECD gebe keine Empfehlung für die Konjunktur- und Geldpolitik an die Regierungen.
Die Inflationsgefahren bestünden nach wie vor. Die Geldpolitik der Zentralbanken erscheine viel zu expansiv. Eine Quelle neuer Inflationsgefahren entstehe durch die dringend erforderlichen Maßnahmen zum Klimaschutz. Auch die Corona-Pandemie sei noch nicht überwunden. Klimaschutz und Pandemie könne man zwar nicht mit der Geldpolitik bekämpfen, dennoch scheine eine Normalisierung der Geldpolitik angebracht, die weder expansiv noch restriktiv wirke. (Ausgabe vom 15.08.2021) (16.08.2021/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
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| 2,70 % | 1,80 % | |||


