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Die Woche der Notenbanken
17.09.24 10:47
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Nach der erwartungsgemäßen Leitzinssenkung der EZB vergangene Woche stehen in dieser Woche einige Zinsentscheide auf der Agenda, unter anderem in den USA, Großbritannien, Japan und China Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL
Der Fokus an den Börsen liege auf der FED, die voraussichtlich nach der Zinswende 2022 erstmals wieder eine Leitzinssenkung vornehmen werde - wobei die Frage nach der Größe des Zinsschritts offen bleibe. Aktuell würden die Markterwartungen zu einem großen Zinsschritt um 0,50 Prozentpunkte nach unten tendieren. Zwar hätten die in der vergangenen Woche veröffentlichten August-Inflationsdaten mit 2,5 Prozent eine deutlich schwächere Teuerung signalisiert, allerdings sei diese vor allem auf stark gesunkene Energiepreise zurückzuführen. Demgegenüber rangiere die Kernrate der Inflation mit 3,2 Prozent weit oberhalb des Zwei-Prozent-Inflationsziels.
Besonders relevant sei dabei der Preisanstieg der Komponente "Shelter" bzw. Wohnkosten, die mehr als ein Drittel des gesamten Inflationsschemas ausmache. Der Shelter-Index habe einen weit überdurchschnittlichen Preisanstieg von 5,2 Prozent verzeichnet - verglichen mit dem Vorjahr - und dürfte künftig nur langsam sinken. Auf diesen würden rund 70 Prozent des Preisanstiegs der Kernrate entfallen. Ohne diese Komponenten läge die Kerninflation in den USA nur bei rund 1 Prozent.
Da aber einige Dienstleistungskomponenten ebenfalls überdurchschnittlich stark im Preis angestiegen seien und die durchschnittlichen Stundenlöhne allein im August mit 0,4 Prozent deutlich angezogen hätten, dürfte FED-Präsident Jerome Powell weiterhin auf bestehende Inflationsgefahren hinweisen und den datenabhängigen Kurs der weiteren geldpolitischen Ausrichtung bestätigen.
Auch aufgrund der politisch aufgeheizten Diskussionen mitten im Präsidentschaftswahlkampf und um sich keine größere Wahlbeeinflussung vorwerfen zu lassen, würden die Experten mit einem kleinen Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten rechnen, dem im November und Dezember jeweils weitere Zinssenkungen folgen könnten. In diesem Fall dürfte der zuletzt schwächere Dollar aufwerten.
In Großbritannien werde vorerst mit keiner weiteren Leitzinssenkung gerechnet, nachdem die Bank of England (BoE) bereits im August auf 5 Prozent gesenkt habe. Die Kernrate der Inflation im August werde noch vor der entscheidenden Sitzung der BoE bekannt gegeben und mit 3,5 Prozent höher erwartet.
In Japan werde ebenfalls keine Leitzinsanpassung erwartet, nachdem die letzte Zinsanhebung Anfang August zu größeren Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten beigetragen habe.
Aus europäischer Sicht sei neben dem Blick auf die USA besonders die Entwicklung in China relevant. Nach den schwächeren August-Konjunkturdaten, mit einem Wachstum der Industrieproduktion von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nur um 2,1 Prozent gestiegenen Einzelhandelsumsätzen und erneut deutlich gesunkenen Immobilienpreisen gerate die Erreichung des Wachstumsziels der Regierung von 5 Prozent im laufenden Jahr in Gefahr. Vor diesem Hintergrund wäre eine Anpassung der Loan Prime Rate nachvollziehbar und könnte für etwas Aufwind an den Aktienmärkten sorgen. (17.09.2024/alc/a/a)
Der Fokus an den Börsen liege auf der FED, die voraussichtlich nach der Zinswende 2022 erstmals wieder eine Leitzinssenkung vornehmen werde - wobei die Frage nach der Größe des Zinsschritts offen bleibe. Aktuell würden die Markterwartungen zu einem großen Zinsschritt um 0,50 Prozentpunkte nach unten tendieren. Zwar hätten die in der vergangenen Woche veröffentlichten August-Inflationsdaten mit 2,5 Prozent eine deutlich schwächere Teuerung signalisiert, allerdings sei diese vor allem auf stark gesunkene Energiepreise zurückzuführen. Demgegenüber rangiere die Kernrate der Inflation mit 3,2 Prozent weit oberhalb des Zwei-Prozent-Inflationsziels.
Besonders relevant sei dabei der Preisanstieg der Komponente "Shelter" bzw. Wohnkosten, die mehr als ein Drittel des gesamten Inflationsschemas ausmache. Der Shelter-Index habe einen weit überdurchschnittlichen Preisanstieg von 5,2 Prozent verzeichnet - verglichen mit dem Vorjahr - und dürfte künftig nur langsam sinken. Auf diesen würden rund 70 Prozent des Preisanstiegs der Kernrate entfallen. Ohne diese Komponenten läge die Kerninflation in den USA nur bei rund 1 Prozent.
Auch aufgrund der politisch aufgeheizten Diskussionen mitten im Präsidentschaftswahlkampf und um sich keine größere Wahlbeeinflussung vorwerfen zu lassen, würden die Experten mit einem kleinen Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten rechnen, dem im November und Dezember jeweils weitere Zinssenkungen folgen könnten. In diesem Fall dürfte der zuletzt schwächere Dollar aufwerten.
In Großbritannien werde vorerst mit keiner weiteren Leitzinssenkung gerechnet, nachdem die Bank of England (BoE) bereits im August auf 5 Prozent gesenkt habe. Die Kernrate der Inflation im August werde noch vor der entscheidenden Sitzung der BoE bekannt gegeben und mit 3,5 Prozent höher erwartet.
In Japan werde ebenfalls keine Leitzinsanpassung erwartet, nachdem die letzte Zinsanhebung Anfang August zu größeren Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten beigetragen habe.
Aus europäischer Sicht sei neben dem Blick auf die USA besonders die Entwicklung in China relevant. Nach den schwächeren August-Konjunkturdaten, mit einem Wachstum der Industrieproduktion von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nur um 2,1 Prozent gestiegenen Einzelhandelsumsätzen und erneut deutlich gesunkenen Immobilienpreisen gerate die Erreichung des Wachstumsziels der Regierung von 5 Prozent im laufenden Jahr in Gefahr. Vor diesem Hintergrund wäre eine Anpassung der Loan Prime Rate nachvollziehbar und könnte für etwas Aufwind an den Aktienmärkten sorgen. (17.09.2024/alc/a/a)


