Wochenausblick: FED dürfte den Leitzins in der Spanne von 0 bis 0,25% belassen


12.09.14 12:58
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (Mi., 17.09., 20 Uhr) wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seinen Leitzins in der Spanne von 0 bis 0,25% belassen, so die Analysten von Postbank Research.

Zudem dürfte er eine weitere Absenkung des monatlichen Anleiheankaufvolumens von derzeit 25 Mrd. auf 15 Mrd. US-Dollar beschließen. Beides werde auch vom Markt erwartet. Darüber hinaus könnte die FED auch noch in Aussicht stellen, die Anleiheankäufe ab Ende Oktober vollständig einzustellen. Mit Spannung dürfte aber vor allem beobachtet werden, ob Janet Yellen auf der anschließenden Pressekonferenz Hinweise gebe, wann die FED gedenke, ihren Leitzins erstmals wieder anzuheben. Die Analysten würden die Wahrscheinlichkeit hierfür für eher gering halten, da sie davon ausgehen würden, dass die Mehrzahl der FOMC-Mitglieder die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt immer noch für unbefriedigend halte und deshalb eher nicht bereit sein werde, den Spielraum für zukünftige geldpolitische Entscheidungen vorzeitig einzuengen.

Hinweise, ob das Pendel eher in Richtung einer frühzeitigeren oder späteren Anhebung ausschlagen könnte, würden möglicherweise die neuen Projektionen der FOMC-Mitglieder und Notenbankgouverneure hinsichtlich der Entwicklungen des BIP, der Arbeitslosenquote sowie der Inflation geben. Bislang gehen die Analysten von Postbank Research von einer ersten Zinserhöhung im Juni 2015 aus.

Die EZB werde ihren ersten zweckgebundenen Langfristender (TLTRO) ausschreiben (Di., 16.09., 15:30 Uhr) und zuteilen (Do., 18.09., 11:15 Uhr). Die Mittelaufnahme im Rahmen dieses Tenders und des nachfolgenden, der im Dezember anstehe, dürfte auch Auswirkungen auf den Ankauf forderungsbesicherter Anleihen durch die EZB haben. Je stärker die Banken die TLTROs nutzen würden, um so weniger Bedarf werde die EZB sehen, direkt als Käufer aufzutreten.

Der Index der ZEW-Konjunkturerwartungen (Di., 16.09., 11 Uhr) sei seit Jahresbeginn deutlich gefallen und habe zuletzt wieder weitgehend im Einklang mit den ifo-Geschäftserwartungsindex und dessen Differenz zum ifo-Lageindex (=ifo-Spread) gestanden, deren Addition in den letzten Jahren eine hohe Korrelation mit dem ZEW-Index aufgewiesen habe. Einen positiven Einfluss auf Letzteren sollten tendenziell auch die gestiegenen Aktienkurse, die Beschlüsse der EZB, der schwächere Euro, der gesunkene Ölpreis, die Anzeichen einer Beruhigung im Ukraine/Russland-Konflikt sowie die aktuell wieder etwas günstigeren deutschen Konjunkturdaten haben.

Aber trotz der Fülle potenziell positiver Einflussfaktoren sind die Analysten von Postbank Research sehr skeptisch, ob dies vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen und ökonomischen Unsicherheiten ausreicht, für eine Stimmungsverbesserung bei den befragten Analysten zu sorgen. Sie würden deshalb mit einem nochmaligen, aber diesmal nur leichten Rückgang von 8,6 auf 7,0 Punkte rechnen.

Die US-Industrie befinde sich in einem klaren Aufwärtstrend, der sich im August fortgesetzt haben sollte. Hierauf würden jedenfalls die Stimmungsindikatoren aus dem Verarbeitenden Gewerbe hindeuten, allen voran der nationale ISM-Index, der auf ein neues zyklisches Hoch gestiegen sei. Die Analysten von Postbank Research gehen vor diesem Hintergrund davon aus, dass die US-Industrieproduktion (Mo., 15.09., 15:15 Uhr) im August erneut um solide 0,4% gestiegen ist.

Von der US-Inflation (Mi., 17.09., 14:30 Uhr) sollte es im August wenig Neues zu berichten geben. Der gesunkene Ölpreis dürfte den Preisauftrieb gebremst haben. In der Breite sollte sich der moderate Aufwärtstrend des Preisniveaus dagegen fortgesetzt haben. Die Analysten von Postbank Research rechnen deshalb mit einem Anstieg der Verbraucherpreise insgesamt um 0,1% bzw. der Kernverbraucherpreise ohne Energie und Nahrungsmittel um 0,2% jeweils gegenüber Vormonat. Die Inflationsrate dürfte bei moderaten 2,0%, die Kerninflationsrate bei 1,9% verharren. (12.09.2014/alc/a/a)





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