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Wohin mit dem ganzen Geld?
18.06.21 16:40
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Endlich Sommer! Während die Temperaturen in Richtung neuer Allzeithochs klettern, gönnt man sich an den Kapitalmärkten meist eine kleine Verschnaufpause, so die Analysten der Weberbank.
Ob dem auch in diesem Jahr so sei und welche Themen die Anleger derzeit beschäftigen würden, erfahre man in dieser neuen Ausgabe von Finanzmarkt aktuell.
Die Zentralbanken würden sich nun mitten in den Diskussionen um die Frage finden, wie nachhaltig der gegenwärtige Inflationsanstieg sei, den die Analysten an dieser Stelle bereits thematisiert hätten. Bislang würden die Notenbanken weiterhin an ihrer These des lediglich vorübergehenden Inflationsanstiegs festhalten, welcher sich die Analysten anschließen würden. Nichtsdestotrotz würden einige Marktteilnehmer den Fortbestand der Anleihekaufprogramme über die anfangs gesetzten Daten hinaus nicht nur in den USA, sondern auch in Europa zunehmend in Frage stellen.
Erste Institute wie die Bank of England oder die Bank of Canada hätten ihre Kaufprogramme bereits zurückgefahren. Sollte sich die positive Konjunkturdynamik in der zweiten Jahreshälfte manifestieren, würden diese Diskussionen deutlich an Fahrt aufnehmen - ein Fall, auf den sich Anleiheinvestoren vorbereiten sollten. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich bis zur Sitzung letzte Woche offiziell eher bedeckt gehalten, während einzelne Vertreter durchaus widersprüchliche Aussagen getätigt hätten. Sie habe die Fortführung der erhöhten Anleihekäufe bestätigt und habe damit zunächst für etwas Ruhe gesorgt. Das bedeute am Ende jedoch lediglich ein Spiel auf Zeit.
Spätestens im Herbst werde sich die EZB dann zur Zukunft der Kaufprogramme äußern müssen. Die US-amerikanische Notenbank (FED) habe diese Woche bereits einen Schritt in Richtung Normalisierung gewagt und recht überraschend ihre Prognosen für erste Zinsschritte zeitlich nach vorn gezogen. So würden nun bereits bis Ende 2023 zwei Zinsschritte prognostiziert, wobei einige Vertreter bereits einen Zinsschritt im Jahr 2022 befürworten würden. Dieser nun leicht restriktiv anmutende Ton mahne zur Wachsamkeit in der zweiten Jahreshälfte, um eine überraschend kalte Dusche zu vermeiden.
Damit habe sich Alexander von Humboldt zwar auf Zusammenhänge in der Natur und nicht auf den Kapitalmarkt bezogen, seine Aussage treffe jedoch auch hier zu. Denn: Nicht nur der US-amerikanische Rentenmarkt habe auf die FED-Nachrichten vom Mittwochabend reagiert. Ähnlich wie bei US-Staatsanleihen zu beobachten, seien auch die Renditen deutscher Staatsanleihen deutlich angestiegen. Dies zeige einmal mehr, dass an den internationalen Kapitalmärkten alles miteinander verbunden sei. Entscheidungen der FED würden somit ein stückweit auch das Renditeniveau in Europa und nahezu überall auf der Welt, die Kursentwicklung an den Aktienmärkten und den Preis von Gold beeinflussen.
Während diese Marktsegmente selbstverständlich auch von anderen Faktoren beeinflusst würden, bleibe die FED-Politik für die Analysten ein wichtiger Ankerpunkt, auf den sie schauen würden. Dies habe auch Einfluss auf die Positionierung der Analysten in den Renten-Randmärkten, wo sie aktuell höhere Bonitätsrisiken bevorzugen würden. Die höheren Zinskupons in diesem Segment würden die Analysten vor einer perspektivisch restriktiveren Notenbankpolitik und Zinsanstiegen schützen.
Viele Unternehmen hätten zum Hochpunkt der Coronakrise im letzten Jahr teils durch Kosteneinsparungen, teils durch Aufnahme frischen Kapitals hohe Bargeldreserven geschaffen, um für den schlimmsten Fall gerüstet zu sein. Zu diesem Zeitpunkt im März 2020 habe niemand genau gewusst, wie lange und in welcher Form die Pandemie andauern würde. Ein Jahr später habe sich die Wirtschaft an die Pandemiebedingungen angepasst, und viele Unternehmen seien deutlich besser durch die Krise gekommen als erwartet. Dementsprechend stünden den Unternehmen weiterhin außergewöhnlich hohe Bargeldreserven zur Verfügung, welche nun wieder abgebaut werden könnten. Viele Unternehmen hätten bereits Aktienrückkaufprogramme angekündigt. Weitere würden folgen. So sollten die Rückkaufprogramme in diesem Jahr ein Rekordvolumen erreichen. Die dadurch gesteigerte Nachfrage nach Aktien werde in den Augen der Analysten den Markt zusätzlich positiv unterstützen. (18.06.2021/alc/a/a)
Ob dem auch in diesem Jahr so sei und welche Themen die Anleger derzeit beschäftigen würden, erfahre man in dieser neuen Ausgabe von Finanzmarkt aktuell.
Die Zentralbanken würden sich nun mitten in den Diskussionen um die Frage finden, wie nachhaltig der gegenwärtige Inflationsanstieg sei, den die Analysten an dieser Stelle bereits thematisiert hätten. Bislang würden die Notenbanken weiterhin an ihrer These des lediglich vorübergehenden Inflationsanstiegs festhalten, welcher sich die Analysten anschließen würden. Nichtsdestotrotz würden einige Marktteilnehmer den Fortbestand der Anleihekaufprogramme über die anfangs gesetzten Daten hinaus nicht nur in den USA, sondern auch in Europa zunehmend in Frage stellen.
Spätestens im Herbst werde sich die EZB dann zur Zukunft der Kaufprogramme äußern müssen. Die US-amerikanische Notenbank (FED) habe diese Woche bereits einen Schritt in Richtung Normalisierung gewagt und recht überraschend ihre Prognosen für erste Zinsschritte zeitlich nach vorn gezogen. So würden nun bereits bis Ende 2023 zwei Zinsschritte prognostiziert, wobei einige Vertreter bereits einen Zinsschritt im Jahr 2022 befürworten würden. Dieser nun leicht restriktiv anmutende Ton mahne zur Wachsamkeit in der zweiten Jahreshälfte, um eine überraschend kalte Dusche zu vermeiden.
Damit habe sich Alexander von Humboldt zwar auf Zusammenhänge in der Natur und nicht auf den Kapitalmarkt bezogen, seine Aussage treffe jedoch auch hier zu. Denn: Nicht nur der US-amerikanische Rentenmarkt habe auf die FED-Nachrichten vom Mittwochabend reagiert. Ähnlich wie bei US-Staatsanleihen zu beobachten, seien auch die Renditen deutscher Staatsanleihen deutlich angestiegen. Dies zeige einmal mehr, dass an den internationalen Kapitalmärkten alles miteinander verbunden sei. Entscheidungen der FED würden somit ein stückweit auch das Renditeniveau in Europa und nahezu überall auf der Welt, die Kursentwicklung an den Aktienmärkten und den Preis von Gold beeinflussen.
Während diese Marktsegmente selbstverständlich auch von anderen Faktoren beeinflusst würden, bleibe die FED-Politik für die Analysten ein wichtiger Ankerpunkt, auf den sie schauen würden. Dies habe auch Einfluss auf die Positionierung der Analysten in den Renten-Randmärkten, wo sie aktuell höhere Bonitätsrisiken bevorzugen würden. Die höheren Zinskupons in diesem Segment würden die Analysten vor einer perspektivisch restriktiveren Notenbankpolitik und Zinsanstiegen schützen.
Viele Unternehmen hätten zum Hochpunkt der Coronakrise im letzten Jahr teils durch Kosteneinsparungen, teils durch Aufnahme frischen Kapitals hohe Bargeldreserven geschaffen, um für den schlimmsten Fall gerüstet zu sein. Zu diesem Zeitpunkt im März 2020 habe niemand genau gewusst, wie lange und in welcher Form die Pandemie andauern würde. Ein Jahr später habe sich die Wirtschaft an die Pandemiebedingungen angepasst, und viele Unternehmen seien deutlich besser durch die Krise gekommen als erwartet. Dementsprechend stünden den Unternehmen weiterhin außergewöhnlich hohe Bargeldreserven zur Verfügung, welche nun wieder abgebaut werden könnten. Viele Unternehmen hätten bereits Aktienrückkaufprogramme angekündigt. Weitere würden folgen. So sollten die Rückkaufprogramme in diesem Jahr ein Rekordvolumen erreichen. Die dadurch gesteigerte Nachfrage nach Aktien werde in den Augen der Analysten den Markt zusätzlich positiv unterstützen. (18.06.2021/alc/a/a)


