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Die Zentralbanken verführen zum "Carry Trade"
09.02.15 16:50
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zur Einschätzung der künftigen Trends an den internationalen Finanzmärkten ist in diesem Jahr der wichtigste Einflussfaktor wohl die Entwicklung der Devisen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Sie werde von der "Guidance" der Notenbanken vorgegeben. Die FED plane eine Normalisierung ihrer Geldpolitik, und die Märkte würden eine erste Erhöhung der Leitzinsen im Sommer oder im Herbst erwarten. Die Bank of England wolle die ursprünglich vorgesehene Anhebung auf später verschieben. Die Bank of Japan schwäche den Yen durch umfangreiche Käufe von Obligationen und sogar Aktien. Und EZB Präsident Draghi wolle den EUR drücken durch sein QE Programm von monatlichen Käufen von Anleihen in Höhe von EUR 60 Mrd. ab 1. März 2015 bis 30. September 2016 und erforderlichenfalls noch länger.
Die Märkte "schwimmen" in Geld, das zudem durch die Nullzinspolitik der Notenbanken keinerlei Erträge bringe. So werde der Geldhandel gewissermaßen gezwungen, auf Carry Trades auszuweichen und auf Spekulationen an den Devisenmärkten zu setzen. Bei dem erwarteten Szenario biete es sich an, Kredite in EUR oder Yen (Finanzierungwährungen) aufzunehmen und die Mittel in USD zu tauschen.
Ein Devisenhändler verschulde sich in EUR zu fast 0%, tausche die Mittel in USD und lege sie in Termingeldern oder Kurzläufern in USD an. Durch dieses Handeln schwäche der Spekulant den EUR bzw. Yen, verdiene am Zinsspread und treibe den USD Trend an. Dadurch seien die Renditen am US Bondmarkt auf historische Tiefstände gesunken. Zudem profitiere er von dem in Aussicht gestellten Trend steigender USD Geldmarktzinsen. Die Verführung für die Spekulanten sei allzu groß. Es sei gewissermaßen eine Einladung der Zentralbanken an die Spekulanten. Der tägliche USD Umsatz an den Devisenmärkten sei von der BIZ auf USD 4,65 Billionen geschätzt worden.
Von der Notenbank übertrieben stark gedrückte Zinsen und nach unten manipulierten Währungen hätten konjunkturell aber nur vorübergehend Wirkung, wie die Erfahrungen mit Franc, Lire und Peseten jahrzehntelang gezeigt hätten. In langfristiger Betrachtung bestehe eine Korrelation zwischen dem Wachstumstrend der Volkswirtschaft und ihrer Währung. Doch wer im Handel denke schon langfristig? Der Anreiz, den Greenback zu kaufen, bleibe bei den Händlern erhalten, die ja auch von den Zentralbanken eine entsprechende Guidance erhalten würden.
So steige der USD seit sieben Monaten, seit die FED eine Rückführung ihrer QE Käufe angekündigt und im Oktober 2014 verwirklicht habe. Und dieser Trend sei durch die EZB und die BoJ noch verstärkt worden, die praktisch "open end QE" versprochen hätten.
Darin liege jetzt die Crux. Die ganze Welt sei inzwischen "long" im Dollar. Wenn die US-Leitzinserhöhung aber verschoben werden müsse oder gar ausbleibe, wenn die von vielen Händlern erwartete Parität zum EUR 1 zu 1 nicht erreicht werde, würden die Händler ihre Positionen schnell wieder eindecken. Doch diese seien inzwischen so gigantisch, dass Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht ausbleiben würden. (09.02.2015/alc/a/a)
Sie werde von der "Guidance" der Notenbanken vorgegeben. Die FED plane eine Normalisierung ihrer Geldpolitik, und die Märkte würden eine erste Erhöhung der Leitzinsen im Sommer oder im Herbst erwarten. Die Bank of England wolle die ursprünglich vorgesehene Anhebung auf später verschieben. Die Bank of Japan schwäche den Yen durch umfangreiche Käufe von Obligationen und sogar Aktien. Und EZB Präsident Draghi wolle den EUR drücken durch sein QE Programm von monatlichen Käufen von Anleihen in Höhe von EUR 60 Mrd. ab 1. März 2015 bis 30. September 2016 und erforderlichenfalls noch länger.
Die Märkte "schwimmen" in Geld, das zudem durch die Nullzinspolitik der Notenbanken keinerlei Erträge bringe. So werde der Geldhandel gewissermaßen gezwungen, auf Carry Trades auszuweichen und auf Spekulationen an den Devisenmärkten zu setzen. Bei dem erwarteten Szenario biete es sich an, Kredite in EUR oder Yen (Finanzierungwährungen) aufzunehmen und die Mittel in USD zu tauschen.
Von der Notenbank übertrieben stark gedrückte Zinsen und nach unten manipulierten Währungen hätten konjunkturell aber nur vorübergehend Wirkung, wie die Erfahrungen mit Franc, Lire und Peseten jahrzehntelang gezeigt hätten. In langfristiger Betrachtung bestehe eine Korrelation zwischen dem Wachstumstrend der Volkswirtschaft und ihrer Währung. Doch wer im Handel denke schon langfristig? Der Anreiz, den Greenback zu kaufen, bleibe bei den Händlern erhalten, die ja auch von den Zentralbanken eine entsprechende Guidance erhalten würden.
So steige der USD seit sieben Monaten, seit die FED eine Rückführung ihrer QE Käufe angekündigt und im Oktober 2014 verwirklicht habe. Und dieser Trend sei durch die EZB und die BoJ noch verstärkt worden, die praktisch "open end QE" versprochen hätten.
Darin liege jetzt die Crux. Die ganze Welt sei inzwischen "long" im Dollar. Wenn die US-Leitzinserhöhung aber verschoben werden müsse oder gar ausbleibe, wenn die von vielen Händlern erwartete Parität zum EUR 1 zu 1 nicht erreicht werde, würden die Händler ihre Positionen schnell wieder eindecken. Doch diese seien inzwischen so gigantisch, dass Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht ausbleiben würden. (09.02.2015/alc/a/a)


