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Zentralbankpolitik kaschiert relative fundamentale Schwäche der G3
02.05.14 13:28
Franklin Templeton
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im ersten Quartal 2014 beobachteten wir zwar verstärkte länderspezifische Volatilität, vor allem auf manchen Schwellenmärkten, doch wir sehen wenig Grund, unseren Ausblick zu revidieren, der von weiterhin verhaltenem Wachstum der Weltwirtschaft ausgeht, so die Experten von Franklin Templeton.
Der dämpfende Einfluss der Zentralbanken auf die globalen Zinsen bleibe erheblich, wenngleich man angesichts der unterschiedlichen Stadien des Konjunkturzyklus in den G3-Regionen (USA, Eurozone und Japan) nicht überrascht sei, dass die US-Notenbank (FED) und die Bank of Japan (BoJ) gegensätzliche geldpolitische Positionen einnehmen und die Erwartungen auf weitere Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Eindämmung des Deflationsdrucks in der Eurozone steigen würden.
Wenn man über die beträchtlichen Verzerrungseffekte dieser Zentralbankmaßnahmen hinausblicke, stelle man das Wachstum und die Kredit-Fundamentaldaten der G3-Länder angesichts ihrer hohen Verschuldung im Einzelnen weiter infrage. Die aktuellen und prognostizierten Verschuldungsquoten Japans und der USA würden nach Erachten der Experten nicht für einen soliden Wachstumsausblick, sondern eher für eine längere Phase abgeschwächter Expansion sprechen, die wiederum anziehen könnte, sobald die Schuldenlast auf tragbareres Niveau gesunken sei. Deutschlands Verschuldungssituation wirke vielleicht weniger dramatisch, doch das täusche über das Risiko hinweg, dass das Land möglicherweise einen Teil der Schuldenlast stärker verschuldeter Mitgliedsstaaten der Eurozone übernehmen müsse.
Bei weltweit besseren Wachstumsaussichten dürfte die Eurozone nach Erachten der Experten von Franklin Templeton weiterhin hinterherhinken. Ein Niedrig- bis Nullzinsumfeld in weiten Teilen der Region könnte Anlegern zugute kommen. Die Experten würden trotzdem dringend empfehlen, die jeweiligen Wachstums- und Schuldenkennzahlen der einzelnen europäischen Länder zu beachten und nicht in die Falle zu tappen, Europa pauschal nach herrschendem Konsens zu beurteilen.
Die Experten würden es zwar als immer wahrscheinlicher erachten, dass die EZB ihre Geldpolitik weiter lockern müsse, um die Gefahr einer Deflation in der Region zu minimieren, doch der fehlende Inflationsdruck in den so genannten "Kernländern" der Eurozone biete ihres Erachtens günstige Voraussetzungen für Anleihen - insbesondere Emissionen von Nicht-Kernländer mit positiven Realzinsen.
Wenn die Zinsen in der Eurozone hinter denen in den USA zurückbleiben würden, könnte das potenzielle Zinsgefälle nach Ansicht der Experten dazu beitragen, dass europäische Anleihen US-Anleihen übertreffen würden. Janet Yellens Berufung auf den Chefposten der FED habe den Ausblick für die US-Geldpolitik offenbar kaum verändert, obwohl diese politische Kontinuität im ersten Quartal 2014 nicht optimal kommuniziert worden sei. Der Plan der FED zur Drosselung ihrer monatlichen Anleihenkäufe scheine auf dem Markt für US-Schatzpapiere inzwischen vollständig eingepreist. Potenzielle Erhöhungen der US-Leitzinsen würden von den Wirtschaftsdaten abhängig bleiben.
Japan beurteilen die Experten von Franklin Templeton weiterhin kategorisch negativ. Da sich die belastende Wirkung der Umsatzsteuererhöhung auf die Verbrauchernachfrage in Kürze bemerkbar machen werde, könnten ihres Erachtens politische Gegenmaßnahmen erforderlich werden, wie zusätzliche quantitative Lockerungen durch die BoJ und offizielle Schritte zur weiteren Abwertung des Japanischen Yen. Japanische Staatsanleihen könnten sich zwar auch künftig vergleichsweise solide entwickeln, wenn die BoJ weiter zukaufe, doch dieser Verzerrungseffekt werde nach Ansicht der Experten kaum unbegrenzt anhalten.
Es erscheine den Experten nach wie vor nicht angezeigt, alle Schwellenmärkte als einheitliche Vermögensklasse zu behandeln. Abgesehen von der Ukraine und Russland sei die im ersten Quartal 2014 verzeichnete Volatilität auf den Schwellenmärkten in den Augen der Experten vor allem der wahrgenommenen Strukturschwäche bestimmter Länder zuzuschreiben gewesen, die sie weiterhin meiden würden. Die Experten seien nach wie vor der Überzeugung, dass die fundamentalen Wachstums- und Verschuldungsdaten der Schwellenländer, in denen sie engagiert seien, im Vergleich zu den G3-Volkswirtschaften attraktiv wirken würden.
Das Ausgangsszenario der Experten bleibe insgesamt unverändert. Sie würden mit fortgesetztem, stetigem, wenn auch unspektakulärem Wachstum der Weltwirtschaft rechnen. Unter diesen Bedingungen favorisieren die Experten von Franklin Templeton nach Möglichkeit weiterhin eine allgemein defensive Durationsposition und eine Streuung von Länderrisiken sowie ausgewählte Chancen bei Schwellenländer- und Unternehmensanleihen, deren Kredit-Fundamentaldaten ihnen im Vergleich zu so genannten risikolosen Anlagen attraktiver erscheinen. (Perspektiven April 2014) (02.05.2014/alc/a/a)
Der dämpfende Einfluss der Zentralbanken auf die globalen Zinsen bleibe erheblich, wenngleich man angesichts der unterschiedlichen Stadien des Konjunkturzyklus in den G3-Regionen (USA, Eurozone und Japan) nicht überrascht sei, dass die US-Notenbank (FED) und die Bank of Japan (BoJ) gegensätzliche geldpolitische Positionen einnehmen und die Erwartungen auf weitere Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Eindämmung des Deflationsdrucks in der Eurozone steigen würden.
Wenn man über die beträchtlichen Verzerrungseffekte dieser Zentralbankmaßnahmen hinausblicke, stelle man das Wachstum und die Kredit-Fundamentaldaten der G3-Länder angesichts ihrer hohen Verschuldung im Einzelnen weiter infrage. Die aktuellen und prognostizierten Verschuldungsquoten Japans und der USA würden nach Erachten der Experten nicht für einen soliden Wachstumsausblick, sondern eher für eine längere Phase abgeschwächter Expansion sprechen, die wiederum anziehen könnte, sobald die Schuldenlast auf tragbareres Niveau gesunken sei. Deutschlands Verschuldungssituation wirke vielleicht weniger dramatisch, doch das täusche über das Risiko hinweg, dass das Land möglicherweise einen Teil der Schuldenlast stärker verschuldeter Mitgliedsstaaten der Eurozone übernehmen müsse.
Bei weltweit besseren Wachstumsaussichten dürfte die Eurozone nach Erachten der Experten von Franklin Templeton weiterhin hinterherhinken. Ein Niedrig- bis Nullzinsumfeld in weiten Teilen der Region könnte Anlegern zugute kommen. Die Experten würden trotzdem dringend empfehlen, die jeweiligen Wachstums- und Schuldenkennzahlen der einzelnen europäischen Länder zu beachten und nicht in die Falle zu tappen, Europa pauschal nach herrschendem Konsens zu beurteilen.
Wenn die Zinsen in der Eurozone hinter denen in den USA zurückbleiben würden, könnte das potenzielle Zinsgefälle nach Ansicht der Experten dazu beitragen, dass europäische Anleihen US-Anleihen übertreffen würden. Janet Yellens Berufung auf den Chefposten der FED habe den Ausblick für die US-Geldpolitik offenbar kaum verändert, obwohl diese politische Kontinuität im ersten Quartal 2014 nicht optimal kommuniziert worden sei. Der Plan der FED zur Drosselung ihrer monatlichen Anleihenkäufe scheine auf dem Markt für US-Schatzpapiere inzwischen vollständig eingepreist. Potenzielle Erhöhungen der US-Leitzinsen würden von den Wirtschaftsdaten abhängig bleiben.
Japan beurteilen die Experten von Franklin Templeton weiterhin kategorisch negativ. Da sich die belastende Wirkung der Umsatzsteuererhöhung auf die Verbrauchernachfrage in Kürze bemerkbar machen werde, könnten ihres Erachtens politische Gegenmaßnahmen erforderlich werden, wie zusätzliche quantitative Lockerungen durch die BoJ und offizielle Schritte zur weiteren Abwertung des Japanischen Yen. Japanische Staatsanleihen könnten sich zwar auch künftig vergleichsweise solide entwickeln, wenn die BoJ weiter zukaufe, doch dieser Verzerrungseffekt werde nach Ansicht der Experten kaum unbegrenzt anhalten.
Es erscheine den Experten nach wie vor nicht angezeigt, alle Schwellenmärkte als einheitliche Vermögensklasse zu behandeln. Abgesehen von der Ukraine und Russland sei die im ersten Quartal 2014 verzeichnete Volatilität auf den Schwellenmärkten in den Augen der Experten vor allem der wahrgenommenen Strukturschwäche bestimmter Länder zuzuschreiben gewesen, die sie weiterhin meiden würden. Die Experten seien nach wie vor der Überzeugung, dass die fundamentalen Wachstums- und Verschuldungsdaten der Schwellenländer, in denen sie engagiert seien, im Vergleich zu den G3-Volkswirtschaften attraktiv wirken würden.
Das Ausgangsszenario der Experten bleibe insgesamt unverändert. Sie würden mit fortgesetztem, stetigem, wenn auch unspektakulärem Wachstum der Weltwirtschaft rechnen. Unter diesen Bedingungen favorisieren die Experten von Franklin Templeton nach Möglichkeit weiterhin eine allgemein defensive Durationsposition und eine Streuung von Länderrisiken sowie ausgewählte Chancen bei Schwellenländer- und Unternehmensanleihen, deren Kredit-Fundamentaldaten ihnen im Vergleich zu so genannten risikolosen Anlagen attraktiver erscheinen. (Perspektiven April 2014) (02.05.2014/alc/a/a)


