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Die Zinssenkungen der FED sind endlich da


16.09.24 16:10
Vontobel Asset Management

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass die FED in dieser Woche mit der Senkung ihrer Leitzinsen beginnen wird, soCarlos de Sousa, Portfoliomanager bei Vontobel.

Die Ungewissheit, die bleibe, sei, ob die FED ihren Lockerungszyklus mit einer herkömmlichen Senkung um 25 Basispunkte oder um 50 Basispunkte beginnen werde. Der Markt rechne derzeit mit einer Senkung um 40 Basispunkte, was bedeute, dass die Anleger zwischen den beiden Szenarien gespalten seien, wobei die Mehrheit zu einer Senkung um 50 Basispunkte tendiere.

In der Fixed Income Boutique von Vontobel tendiere man zu einer Senkung um 25 Basispunkte. Die US-Wirtschaft habe sich in den letzten Monaten deutlich verlangsamt, und der Inflationspfad sehe viel freundlicher aus als zu Beginn des Jahres. Vontobel sehe jedoch keine unmittelbare Rezessionsgefahr in den USA und halte eine schrittweise, aber konsequente Senkung für angemessen, solange sich die Wirtschaftsdaten nicht weiter verschlechtern würden.

Unabhängig vom Ausmaß der ersten Senkung werde die FED wahrscheinlich einen Lockerungszyklus einleiten, der ihren Leitzins bis Mitte 2025 in Richtung 3% bringen werde. Auch andere Zentralbanken in den Industrieländern würden die Zinssätze senken, was eine sehr deutliche Lockerung der globalen Finanzierungsbedingungen im nächsten Jahr bedeute.

Die Schwellenländer dürften hiervon profitieren. Erstens würden die Kreditkosten für die Emittenten in den Schwellenländern sinken, was die Verlängerung der Fälligkeit von Schulden erleichtere. Darüber hinaus würden die niedrigeren Kapitalkosten für künftige Investitionen mehr Projekte wirtschaftlich rentabel machen und dürften zu einer Wachstumsbeschleunigung führen. Dies dürfte die Schuldentragfähigkeit der Staaten verbessern und die Rentabilität der Unternehmen in den Schwellenländern erhöhen. Da die risikofreien Zinssätze sinken würden, gehe Vontobel davon aus, dass Vermögensverwalter zusätzliche Risiken eingehen würden, um eine ausreichend hohe erwartete Rendite zu erzielen. Dies sollte zu Zuflüssen in Schwellenländeranleihen führen, was die Spreads der Schwellenländer in den nächsten zwölf Monaten stützen dürfte. (16.09.2024/alc/a/a)