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Die gefühlte Inflation weicht weit ab von der publizierten
30.04.21 12:30
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum Thema "Inflation" kann gegenwärtig eine große Diskrepanz festgestellt werden zwischen dem Empfinden der Konsumenten und den von den Behörden veröffentlichten Inflationsraten, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Während Erstere nicht müde würden zu sagen, alles sei teurer geworden, würden die Statistiker mit ihren ermittelten Lebenshaltungskosten (CPI) auf ein hohes Maß an Preisstabilität verweisen. Wer habe nun recht? Fehler könne man auf beiden Seiten erkennen, die "wahre Teuerung" dürfte eher in der Mitte zwischen beiden liegen.
Dem Konsument seien wohl eher die Preise bewusst, mit denen er sehr häufig Umgang habe und ihm sich Änderungen schnell ins Bewusstsein festsetzen würden. Die wöchentliche Fahrt an die Tankstelle und der kontinuierliche Einkauf von Lebenmitteln würden bei ihm das Gefühl aufkommen lassen, die Preise würden stark steigen. Einen Flachbildschirm werde er dagegen nur alle drei bis vier Jahre kaufen und den Preisrückgang kaum erkennen. Der Statistiker dagegen ermittele die Teuerung anhand eines Warenkorbes, in dem alle Waren und Leistungen für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt enthalten seien.
Andererseits seien den Statistikern aber auch ständige Änderungen ihrer Berechnungsmethoden vorzuhalten. Das Institut Shadow Government Statistics habe festgestellt, würde man die US Konsumentenpreise nach der Methode errechnen, die bis in die 1980er Jahre angewendet worden sei, habe sich der CPI-Anstieg auf 10% gestellt. Stattdessen liege der vom Arbeitsministerium veröffentlichte Anstieg gegenüber dem Vorjahr bei 2,6%. Zum Standardmaß für die Lebenshaltungskosten in den USA sei die "Kernrate" ermittelt worden. Sie liege bei 1,6%.
Die "Core Rate" sei vom früheren Zentralbankpräsidenten Paul Volcker eingeführt worden und sollte die wahre, zu Grunde liegende Inflation spiegeln ohne Energie und Nahrungsmittel, gegen die die FED ohnehin nichts ausrichten könne. Doch welche Verbraucher seien das, die im Alltag ohne Energie und Nahrungsmittel auskommen würden? Es seien diejenigen Amerikaner, die nichts essen oder trinken, niemals Auto fahren oder fliegen und ihre Wohnungen weder heizen noch kühlen würden. Andere fragwürdige Rechenmethoden, die die Inflation niedrig ausfallen lassen würden, seien der hedonische Preisansatz mit dem technologische Fortschritte ein Produkt automatisch gegenüber dem Vorjahresprodukt preiswerter machen und die Teuerungsrate schönrechnen würden oder der Surrogatansatz, bei dem Produkte im Warenkorb mit starkem Preisanstieg gegen andere preisstabilere ersetzt würden.
In der Eurozone (EA) würden die Konsumentenpreise gegenwärtig um 1,3% steigen. Doch die individuellen Haushalte seien der Meinung, dass die Preise viel höher steigen würden. Diese "gefühlte Inflation" weiche von der öffentlichen Rate, die einen breiten Durchschnitt präsentiere, erheblich ab, weil die einzelnen Konsumenten ihrem persönlichen Konsumverhalten folgen würden. Verstärkt würden die Diskrepanzen durch die Pandemie, welche das übliche Verhalten teilweise deutlich verändern würden. So lägen die Schätzungen für die "gefühlte Inflation" bei 5-10%.
In den USA würden die Konsumentenpreise derzeit um 2,6% steigen, das überschreite das Ziel der FED von 2,0% bereits deutlicher. Doch die Notenbank habe bereits erklärt, dass sie dieses Ziel als langfristig ansehe und vorübergehend auch höhere Raten akzeptiere. Die starke Geldmengensteigerung und die hohe Staatsverschuldung würden dieses Ziel allerdings infrage stellen.
Die Preissteigerungen lägen noch auf einem stabilen Niveau, das die Bezeichnung "Inflation" nicht verdiene. Doch nähern wir uns immer mehr dieser Schwelle, so die Experten von "fairesearch". Vorausschauende Investments sollten diese Gefahren berücksichtigen. (30.04.2021/alc/a/a)
Während Erstere nicht müde würden zu sagen, alles sei teurer geworden, würden die Statistiker mit ihren ermittelten Lebenshaltungskosten (CPI) auf ein hohes Maß an Preisstabilität verweisen. Wer habe nun recht? Fehler könne man auf beiden Seiten erkennen, die "wahre Teuerung" dürfte eher in der Mitte zwischen beiden liegen.
Dem Konsument seien wohl eher die Preise bewusst, mit denen er sehr häufig Umgang habe und ihm sich Änderungen schnell ins Bewusstsein festsetzen würden. Die wöchentliche Fahrt an die Tankstelle und der kontinuierliche Einkauf von Lebenmitteln würden bei ihm das Gefühl aufkommen lassen, die Preise würden stark steigen. Einen Flachbildschirm werde er dagegen nur alle drei bis vier Jahre kaufen und den Preisrückgang kaum erkennen. Der Statistiker dagegen ermittele die Teuerung anhand eines Warenkorbes, in dem alle Waren und Leistungen für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt enthalten seien.
Die "Core Rate" sei vom früheren Zentralbankpräsidenten Paul Volcker eingeführt worden und sollte die wahre, zu Grunde liegende Inflation spiegeln ohne Energie und Nahrungsmittel, gegen die die FED ohnehin nichts ausrichten könne. Doch welche Verbraucher seien das, die im Alltag ohne Energie und Nahrungsmittel auskommen würden? Es seien diejenigen Amerikaner, die nichts essen oder trinken, niemals Auto fahren oder fliegen und ihre Wohnungen weder heizen noch kühlen würden. Andere fragwürdige Rechenmethoden, die die Inflation niedrig ausfallen lassen würden, seien der hedonische Preisansatz mit dem technologische Fortschritte ein Produkt automatisch gegenüber dem Vorjahresprodukt preiswerter machen und die Teuerungsrate schönrechnen würden oder der Surrogatansatz, bei dem Produkte im Warenkorb mit starkem Preisanstieg gegen andere preisstabilere ersetzt würden.
In der Eurozone (EA) würden die Konsumentenpreise gegenwärtig um 1,3% steigen. Doch die individuellen Haushalte seien der Meinung, dass die Preise viel höher steigen würden. Diese "gefühlte Inflation" weiche von der öffentlichen Rate, die einen breiten Durchschnitt präsentiere, erheblich ab, weil die einzelnen Konsumenten ihrem persönlichen Konsumverhalten folgen würden. Verstärkt würden die Diskrepanzen durch die Pandemie, welche das übliche Verhalten teilweise deutlich verändern würden. So lägen die Schätzungen für die "gefühlte Inflation" bei 5-10%.
In den USA würden die Konsumentenpreise derzeit um 2,6% steigen, das überschreite das Ziel der FED von 2,0% bereits deutlicher. Doch die Notenbank habe bereits erklärt, dass sie dieses Ziel als langfristig ansehe und vorübergehend auch höhere Raten akzeptiere. Die starke Geldmengensteigerung und die hohe Staatsverschuldung würden dieses Ziel allerdings infrage stellen.
Die Preissteigerungen lägen noch auf einem stabilen Niveau, das die Bezeichnung "Inflation" nicht verdiene. Doch nähern wir uns immer mehr dieser Schwelle, so die Experten von "fairesearch". Vorausschauende Investments sollten diese Gefahren berücksichtigen. (30.04.2021/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


