paragon-Anleihe: Eine der attraktivsten Neuemissionen unter den Mittelstandsanleihen


24.06.13 10:15
fixed-income.org

Wolfratshausen (www.anleihencheck.de) - Nach Ansicht von Christian Schiffmacher, dem Experten von "fixed-income.org" - Die Plattform für Emittenten und Investoren am Anleihemarkt -, zählt die Anleihe (ISIN DE000A1TND93 / WKN A1TND9) von paragon zu den aktuell attraktivsten Neuemissionen unter den Mittelstandsanleihen.

paragon emittiere eine Mittelstandsanleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 7,25%. Creditreform bewerte die Bonität des Unternehmens mit "BB+". Die Anleihe könne man voraussichtlich vom 25. bis 28. Juni 2013 (12:00 Uhr) zeichnen. Der Erlös aus der Emission solle zur weiteren Internationalisierung, für Investitionen in die neuen Geschäftsfelder Elektromobilität und Karosserie-Kinematik sowie zur Erweiterung der Produktion am Standort St. Georgen, für Akquisitionen und zur Kredittilgung bzw. als Liquiditätsreserve verwendet werden. Wegen der klar überdurchschnittlichen Margen und bondspezifischen Kennzahlen sei mit einer positiven Entwicklung der paragon-Anleihe zu rechnen.

Das Unternehmen entwickle, produziere und vertreibe elektrische, elektronische und elektromechanische Komponenten, Geräte und Systeme für die Automobilindustrie. Der Schwerpunkt liege hierbei auf Lösungen für den Innenraum und Sensoren. Daneben entwickle paragon auch Lösungen in den Bereichen Elektromobilität und Karosserie-Kinematik. Ferner sei das Unternehmen in den Geschäftsbereichen Sensoren, Akustik und Cockpit tätig.

Im Geschäftsbereich Sensoren entwickle und vertreibe paragon Lösungen zur Verbesserung der Luftqualität in Fahrzeugen. Man sehe sich hier selbst als Weltmarktführer. Die Produkte z.B. für Klimaanlagen würden das Eindringen von Schadstoffen in den Innenraum der Fahrzeuge oder beseitigen negative Einflüsse auf die Luftqualität verhindern. Des Weiteren würden zu diesem Bereich Lösungen zur Optimierung der Steuer- und Regelsysteme des Antriebsstrangs gehören. Kennzeichnend für die paragon AG seien dabei Produkte zur genauen Positions- und Wegmessung mit Hallsensoren und modernste induktive Systeme, die ohne Permanentmagneten auskämen.

Im Segment Akustik biete man u. a. zahlreiche Mikrofonvarianten für eine optimale Audioqualität an. Weltweit einmalig sei dabei nach eigenen Angaben das Gurtmikrofon, das durch den geringen Sprechabstand eine bislang unerreichte Sprachqualität biete. Drei winzige Mikrofone seien hier in den Sicherheitsgurt integriert, ohne dessen Funktion einzuschränken.

In der Sparte Cockpit entwickle und vertreibe das Unternehmen zahlreiche Media Interfaces, Bedienelemente, Rückfahrkamerasysteme, Anzeigeninstrumente und spezielle Schrittmotoren. Als Spezialist im Bereich Connectivity liefere es alle Elemente für die Kommunikation im Auto aus einer Hand.

Im Geschäftsbereich Elektromobilität biete paragon vorwiegend Batteriepacks für Nutzfahrzeuge und Busse. Im Segment Karosserie-Kinematik entwickle man neuartige technische Lösungen zur Steigerung der Effizienz und des Komforts von beweglichen Teilen der Automobilkarosserie im Exterieur- und Interieurbereich und arbeite in diesem Segment mit der KarTec GmbH zusammen. Das Angebotsspektrum umfasse Spoilersysteme und Schaltpaddel.

Zu den Kunden würden führende deutsche und internationale Automobilhersteller wie VW, Porsche, Audi, Daimler und BMW gehören.

Das Unternehmen habe 2012 einen Umsatz in Höhe von 70,5 Mio. Euro (2011: 67,1 Mio. Euro) erzielt und einen Jahresüberschuss von 4,6 Mio. Euro (2011: 5,3 Mio. Euro) generiert. Der Umsatzanstieg sei hauptsächlich auf die positive Auftrags- und Absatzentwicklung bei den Hauptkunden, den deutschen Premiumproduzenten der Automobilindustrie, zurückzuführen gewesen. Zusätzlich hätten vor allem um rund 51% gestiegene aktivierte Eigenleistungen bzw. projektbezogene Entwicklungskosten die Gesamtleistung auf 73,0 Mio. Euro (2011: 68,5 Mio. Euro) verbessert. Der Ergebnisrückgang resultiere wesentlich aus gestiegenen Material- und Personalaufwendungen und höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Der Materialaufwand sei wegen gestiegener Fremdleistungen (u. a. Personalleasing) und Handelswaren gestiegen.

Die aktuelle Geschäftsentwicklung in Q1/2013 stelle sich wie folgt dar: Bedingt durch die zum Jahreswechsel und im Januar 2013 niedrigeren Abrufe der OEMs seien die Umsatzerlöse gegenüber der Vorjahresperiode von 18,9 Mio. Euro auf 16,5 Mio. Euro gesunken. Hierbei sei aber zu berücksichtigen, dass das Vorjahresquartal positiv von Sondereffekten, insbesondere der Verschiebung von Abrufen, geprägt gewesen sei. Gemäß den Angaben des Vorstands habe die Umsatzentwicklung somit im Bereich der Planung gelegen. Die niedrigeren Umsatzerlöse und eine gegenüber der Vorjahresperiode höhere Materialaufwandsquote (51,1%; 2011: 50,0%) hätten wesentlich dazu beigetragen, dass sich die aktuelle Ertragslage des Unternehmens verschlechtert habe. Das EBIT sei von 2,5 Mio. Euro auf 0,9 Mio. Euro gefallen und das Netto-Ergebnis von 1,9 Mio. Euro auf 0,5 Mio. Euro gesunken.

Die insgesamt positive Umsatzentwicklung für 2013 werde wesentlich mit der guten Auftragslage bei den weltweit agierenden OEMs begründet. Für den geplanten Gesamtumsatz lägen schon mehr als 96% der Kundenabrufe vor. Die Wachstumsraten der Umsatzplanung im Planungshorizont würden u. a. mit der positiven Geschäftsentwicklung in den neuen Geschäftsfeldern Karosserie-Kinematik und Elektromobilität begründet. Eine Steigerung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr sei vor allem wegen einer Verbesserung der Rohertragsentwicklung und diverser Kostenreduzierungen möglich.

Die paragon AG beabsichtige, den Nettoemissionserlös wie folgt zu verwenden: Internationalisierung (Aufbau eines Werkes in China, Gründung einer Vertriebsniederlassung in den USA): ca. 3,5 Mio. Euro, Investitionen in neue Geschäftsfelder Elektromobilität und Karosserie-Kinematik sowie Erweiterung der Produktion am Standort St. Georgen: ca. 2,5 Mio. Euro, Akquisitionen: ca. 10,0 Mio. Euro und Kredittilgung bzw. Liquiditätsreserve: ca. 3,2 Mio. Euro.

Im Zuge der Finanzkrise habe die paragon AG 2009 ein Planinsolvenzverfahren durchlaufen. Dabei hätten Kapitalgeber zum Teil auf erhebliche Forderungen verzichtet, was wesentlich zur Entschuldung und zur weiteren positiven Entwicklung beigetragen habe. In Bezug auf den so genannten "steuerlichen Sanierungsgewinn" aus dem Planinsolvenzverfahren seien keine Rückstellungen passiviert worden. Im negativsten Fall drohe eine Steuerlast von 6,0 Mio. Euro.

Stärken: Margen klar überdurchschnittlich, bondspezifische Kennzahlen klar überdurchschnittlich, je nach Segment starke Marktstellung, Umsatz für 2013 bereits weitgehend gesichert, hohe Transparenz durch Notierung der paragon-Aktie im Prime Standard. Fahrzeuge würden mehr Elektronik benötigen.

Schwächen: konjunkturelle Risiken, Schlüsselpersonenrisiko in der Person des Gründers und Alleinvorstands Klaus Dieter Frers. Der "steuerliche Sanierungsgewinn" könnte im Worst Case zu einer Steuerbelastung von 6 Mio. Euro führen.

paragon sei solide aufgestellt, habe klar überdurchschnittliche Margen und bondspezifische Kennzahlen. Die Gesellschaft profitiere zudem davon, dass die Elektronik im Auto immer mehr zunehme, ebenso wie die Individualisierung. Risiken sehe man in erster Linie in einer möglichen Steuerlast aus dem so genannten Sanierungsgewinn sowie in einer möglichen konjunkturellen Abkühlung. Die Bilanz könnte jedoch beide Szenarien problemlos verdauen. Insgesamt erscheine die paragon-Anleihe als klar überdurchschnittlich, der Kupon von 7,25% sei dabei recht ordentlich.

Die paragon-Anleihe zählt damit zu den aktuell attraktivsten Neuemissionen unter den Mittelstandsanleihen, so die Experten von "fixed-income.org". (Ausgabe vom 23.06.2013) (24.06.2013/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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