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Die schwerste Rezession der Nachkriegszeit
27.10.20 12:00
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Ende Oktober 2020 hat die zweite Welle der Corona-Pandemie die Welt voll im Griff, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Sie sei noch verheerender als die erste im Frühjahr. Deutschland melde 11.200 Neuinfektionen und Frankreich 50.000 an einem einzigen Tag. Die Johns Hopkins University zähle seit dem 22. Januar 2020 weltweit über 41 Millionen gemeldete Fälle und über 1,1 Millionen Tote. In Europa hätten über 240.000 Personen ihr Leben verloren. Trotz umfangreicher Schließungen, Ausgehsperren und Hygienevorschriften nehme die Zahl der Maskenverweigerer, der Corona-Skeptiker und Covid-19-Verleugner, der Verschwörungsphilosophen und derjenigen, die sich ihr Freizeitverhalten nicht würden vorschreiben lassen wollen, nicht ab.
Von Solidarität und gegenseitiger Rücksichtnahme könne keine Rede sein. Offensichtlich müsse es noch viel schlimmer kommen. Am meisten leide hierunter der Konjunkturverlauf. Für das Jahr 2020 werde die schwerste Rezession der Nachkriegszeit angezeigt werden.
Der IWF vermute in seinem neuen Economic Outlook für Europa einen Rückgang des BIP um 7%. Die Erholung von der Krise in 2021 dürfte nur teilweise und in einzelnen Bereichen zu insgesamt 4,7% führen und um etwa 6,3% unter früheren Vorhersagen bleiben. Das bedeute einen Rückgang des BIP um ca. Euro 3 Billionen, die auch mittelfristig kaum wieder aufzuholen seien. Die Politik habe auf diese Herausforderungen in Umfang und Schnelligkeit in bisher noch nie verzeichneter Weise reagiert. Der IWF schätze, dass ungefähr 54 Millionen Arbeitsplätze durch staatliche Hilfen erhalten worden seien.
Signifikante Risiken würden bleiben, während sich die zweite Welle an Neuinfektionen intensiviere. In Anbetracht der verbleibenden Unsicherheiten müsse die Politik resolut unterstützend bleiben, um die Erholung aufrechtzuerhalten. Unter "Politik" verstehe der IWF die Geldpolitik und die Fiskalpolitik. Die Geldpolitik sollte die Geldmarktzinsen möglichst niedrig halten und durch unterstützende Käufe von Wertpapieren es den Geschäftsbanken ermöglichen, den Kreditfluss an die Unternehmen in Gang zu halten.
Und die Fiskalpolitik sollte durch direkte und indirekte Unterstützungen Arbeitsplätze sichern und besonders kleine und mittlere Unternehmen steuerlich entlasten. Im Grunde sollten die bisher schon getroffenen Maßnahmen weiter verlängert werden.
Wenn aber die bisher schon getroffenen Maßnahmen die schwerste Rezession der Nachkriegszeit nicht hätten verhindern können, dann werde mit Recht infrage gestellt, wie noch mehr Geldmenge und noch mehr staatliche Schulden aus dem Tal heraus helfen könnten.
Die Fehler seien in der Vergangenheit gemacht worden und könnten nicht mehr rückgängig gemacht werden. Zins- und Renditensenkungen würden nur helfen, so lange der Grenznutzen zusätzlicher Maßnahmen positiv bleibe. Aber negative Leitzinsen und Rentenrenditen würden bereits kontraproduktiv wirken. Sparer würden enteignet, Lebensversicherer würden ihre Ausschüttungen u.a. kürzen.
Auch noch höhere Staatsschulden seien keine Lösung. Sie würden unweigerlich bis zum Staatsbankrott führen. Beispiele gebe es hierfür in der Vergangenheit. Auch müssten sie zurückbezahlt werden, sie würden die gegenwärtigen Lasten auf kommende Generationen verschieben. Staatsschulden wie z.B. in den USA von ca. USD 27 Billionen könnten nie mehr zurückbezahlt werden, auch nicht in 100.000 Jahren. In der Eurozone würden die Staatsschulden EUR 10,9 Billionen betragen.
Sonderlich versprechend verlaufe der Economic Sentiment Indicator von Eurostat bisher nicht. Die plötzliche und exponentielle zweite Welle der Pandemie drohe, die Konjunktur wieder zu belasten.
Leitzinsen und Rentenrenditen würden weiter auf Tiefstand bleiben. Davon profitiere der Aktienmarkt, aber mit zunehmendem Bewertungsrisiko und Kursrückschlagspotenzial. Am Devisenmarkt würden wahrscheinlich die ungünstigeren fundamentalen US-Daten eine Abschwächung des Dollar zugunsten der Edelmetalle bewirken. (Ausgabe vom 26.10.2020) (27.10.2020/alc/a/a)
Sie sei noch verheerender als die erste im Frühjahr. Deutschland melde 11.200 Neuinfektionen und Frankreich 50.000 an einem einzigen Tag. Die Johns Hopkins University zähle seit dem 22. Januar 2020 weltweit über 41 Millionen gemeldete Fälle und über 1,1 Millionen Tote. In Europa hätten über 240.000 Personen ihr Leben verloren. Trotz umfangreicher Schließungen, Ausgehsperren und Hygienevorschriften nehme die Zahl der Maskenverweigerer, der Corona-Skeptiker und Covid-19-Verleugner, der Verschwörungsphilosophen und derjenigen, die sich ihr Freizeitverhalten nicht würden vorschreiben lassen wollen, nicht ab.
Von Solidarität und gegenseitiger Rücksichtnahme könne keine Rede sein. Offensichtlich müsse es noch viel schlimmer kommen. Am meisten leide hierunter der Konjunkturverlauf. Für das Jahr 2020 werde die schwerste Rezession der Nachkriegszeit angezeigt werden.
Der IWF vermute in seinem neuen Economic Outlook für Europa einen Rückgang des BIP um 7%. Die Erholung von der Krise in 2021 dürfte nur teilweise und in einzelnen Bereichen zu insgesamt 4,7% führen und um etwa 6,3% unter früheren Vorhersagen bleiben. Das bedeute einen Rückgang des BIP um ca. Euro 3 Billionen, die auch mittelfristig kaum wieder aufzuholen seien. Die Politik habe auf diese Herausforderungen in Umfang und Schnelligkeit in bisher noch nie verzeichneter Weise reagiert. Der IWF schätze, dass ungefähr 54 Millionen Arbeitsplätze durch staatliche Hilfen erhalten worden seien.
Signifikante Risiken würden bleiben, während sich die zweite Welle an Neuinfektionen intensiviere. In Anbetracht der verbleibenden Unsicherheiten müsse die Politik resolut unterstützend bleiben, um die Erholung aufrechtzuerhalten. Unter "Politik" verstehe der IWF die Geldpolitik und die Fiskalpolitik. Die Geldpolitik sollte die Geldmarktzinsen möglichst niedrig halten und durch unterstützende Käufe von Wertpapieren es den Geschäftsbanken ermöglichen, den Kreditfluss an die Unternehmen in Gang zu halten.
Wenn aber die bisher schon getroffenen Maßnahmen die schwerste Rezession der Nachkriegszeit nicht hätten verhindern können, dann werde mit Recht infrage gestellt, wie noch mehr Geldmenge und noch mehr staatliche Schulden aus dem Tal heraus helfen könnten.
Die Fehler seien in der Vergangenheit gemacht worden und könnten nicht mehr rückgängig gemacht werden. Zins- und Renditensenkungen würden nur helfen, so lange der Grenznutzen zusätzlicher Maßnahmen positiv bleibe. Aber negative Leitzinsen und Rentenrenditen würden bereits kontraproduktiv wirken. Sparer würden enteignet, Lebensversicherer würden ihre Ausschüttungen u.a. kürzen.
Auch noch höhere Staatsschulden seien keine Lösung. Sie würden unweigerlich bis zum Staatsbankrott führen. Beispiele gebe es hierfür in der Vergangenheit. Auch müssten sie zurückbezahlt werden, sie würden die gegenwärtigen Lasten auf kommende Generationen verschieben. Staatsschulden wie z.B. in den USA von ca. USD 27 Billionen könnten nie mehr zurückbezahlt werden, auch nicht in 100.000 Jahren. In der Eurozone würden die Staatsschulden EUR 10,9 Billionen betragen.
Sonderlich versprechend verlaufe der Economic Sentiment Indicator von Eurostat bisher nicht. Die plötzliche und exponentielle zweite Welle der Pandemie drohe, die Konjunktur wieder zu belasten.
Leitzinsen und Rentenrenditen würden weiter auf Tiefstand bleiben. Davon profitiere der Aktienmarkt, aber mit zunehmendem Bewertungsrisiko und Kursrückschlagspotenzial. Am Devisenmarkt würden wahrscheinlich die ungünstigeren fundamentalen US-Daten eine Abschwächung des Dollar zugunsten der Edelmetalle bewirken. (Ausgabe vom 26.10.2020) (27.10.2020/alc/a/a)


