"Hoher Investitionsaufwand bringt hohe Schulden Um im Wettbewerb zu bestehen, greift Coupang tief in die Tasche. Drei Milliarden Dollar hat Bom Kim allein mit Hilfe des japanischen Wagniskapitalgebers Softbank in den Ausbau des Unternehmens investiert. Der Online-Händler setzt dabei auf eine Methode, die man von Startups wie WeWork oder Uber kennt. Die sogenannte Blitz-Skalierung soll schnelles Wachstum garantieren, um so Wettbewerber auszustechen - koste es, was es wolle.
Coupang steckt damit auch elf Jahre nach Gründung tief in den Schulden. Die Firma sei noch immer nicht profitabel und werde es auch auf absehbare Zukunft nicht sein, glaubt Professor Il. "Da E-Commerce eine sehr margenschwache Branche ist, ist es extrem schwierig, eine zusätzliche Marge aus den Verkäufen zu erzielen." Erst, wenn sich Coupang breiter aufstelle, gebe es eine Chance auf Gewinne. Immerhin hat das Unternehmen mit 12 Milliarden Dollar seinen Umsatz im vergangenen Jahr verdoppelt.
Bom Kim steht damit vor einem Problem, das Jeff Bezos längst gelöst hat. Anders als Coupang ist Amazon viel diversifizierter - und damit unschlagbar. Der Amazon-eigene Cloud-Service AWS etwa steuert inzwischen mehr als die Hälfte aller Unternehmensgewinne bei. Auch Coupang, so Il, werde neue Einnahmequellen erschließen müssen.
Für Anleger ist Coupang damit aktuell eine ziemlich heiße Wette. "Die Investoren werden nur zugreifen, wenn sie an Kims Vision glauben", sagt Il. Die Zukunft des Unternehmens stehe und falle mit der Frage, ob das Unternehmen schwarze Zahlen schreibe. "Profitabilität ist Coupangs größte Herausforderung." "
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