Wissensanmaßung, wohin man auch schaut. Ein neuerlicher, absolut zeitgemäßer Fall :
" Eine gleich doppelte Wissensanmaßung legte Hans Joachim Schellnhuber Mitte April in der Frankfurter Allgemeine Zeitung an den Tag. Der Professor für Theoretische Physik, Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und langjährige Berater der Bundesregierung in Sachen Klimapolitik mischt sich unter die Pandemie-Experten. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus deutet er zu einem strikt vorhersehbaren Phänomen um, womit er den Pandemieverlauf für kontrollierbar erklären kann – unter der Bedingung, dass der Mensch bedingungslos an die Wissenschaft glaubt und sich ihren Verhaltensanordnungen unterwirft. Schellnhuber schreibt: "Die epidemiologischen Modellrechnungen der führenden Forschungsinstitute sind Kristallkugeln, mit denen jedes Land Wochen, Monate, ja Jahre in seine Corona-Zukunft schauen kann. [...] Bürger, Experten, Unternehmer, Politiker starren nun gemeinsam auf die bunten Schaubilder, die enthüllen, welches Land sich gerade in welchem Epidemiestadium befindet und wer wo kostbare Interventionszeit hat verstreichen lassen. Gnadenlos bestraft der winzige Erreger die wissenschaftsfeindlichen Tölpel unter den Regierenden und bestätigt die Rationalen unter ihnen." Denkt man etwa an den gegenwärtigen Präsidenten der USA und seine Irrlichterei auch in Sachen Corona, mag man dieser Bemerkung spontan beipflichten."
Der Rest muss sich freilich nicht aus mehr als formalen Gründen in vielsagendem Schweigen erschöpfen, so naheliegend Letzteres auch sein mag. Wie heißt es so schön: Nicht das Profil schärfen, sondern den Diskurs anregen ... |