FR0006864484 - Laurent Perrier SA
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neuester Beitrag: 17.04.26 11:15
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| eröffnet am: | 21.11.24 23:59 von: | MrTrillion3 | Anzahl Beiträge: | 5 |
| neuester Beitrag: | 17.04.26 11:15 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 2604 |
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Bin überrascht, daß es offenbar noch keinen Thread zu dieser Aktie hier gibt bisher. Also ran an den Speck:
Laurent-Perrier Aktie: Nr. 2 Champagnerhersteller nach LVMH, KGV 11, die günstigste Luxusaktie?
- Jonathan Neuscheler
- 21. November 2024
A Sparkling Opportunity? Investments In Champagne And Beyond With Laurent-Perrier
SeekingAlpha, 1. Mai 2024
Letztlich habe ich diesen Titel nicht auf die Watchlist gesetzt. Bin bereits ziemlich feste im iShares ETF "Europe Food & Beverage" investiert (s. hier) und möchte eigentlich auch keine französischen Einzeltitel im Depot, da die Quellensteuererstattung hier nicht ganz ohne sein soll. Zwar ist Laurent Perrier nicht im ETF enthalten und hätte sich insofern durchaus als Beimischung angeboten. Aber die Branche ist ja so im Depot bereits vertreten und letztlich genügt mir das so.
Ab und an werde ich trotzdem mal Beiträge hier ergänzen, falls mir noch weitere Nachrichten zu Laurent Perrier unterkommen. Schampus ist einfach so ein Geschäft, bei dem Sympathie aufkommt - auch wenn ich in diesem Fall lieber passe. ;-)
Laurent-Perrier ist für mich kein spektakuläres, aber ein sehr gutes Unternehmen. Die Aktie ist kein Momentum-Wert und auch kein typischer Börsenliebling, sondern ein kleiner, familienkontrollierter Qualitätswert aus einem sehr speziellen Markt: Champagner, premium bis ultra-premium, mit starker Markenidentität, kontrollierter Distribution und hoher Kapitalbindung im Lager. Genau das macht den Reiz aus. Laurent-Perrier ist operativ deutlich besser als der Durchschnitt vieler Konsumgüterwerte, aber eben auch deutlich zyklischer, als das Image einer Luxusmarke zunächst vermuten lässt. Stand 15.4.2026 war für mich daher die Kernfrage nicht, ob das Unternehmen gut ist – das ist es –, sondern ob der Markt die aktuelle Schwächephase übertreibt. Meine Antwort darauf lautet: eher ja. (Laurent-Perrier)
Zur Geschichte: Das Haus geht auf das Jahr 1812 in Tours-sur-Marne zurück. Geprägt wurde Laurent-Perrier aber vor allem durch die Familie de Nonancourt. Marie-Louise de Nonancourt übernahm das Unternehmen 1939, Bernard de Nonancourt führte es ab 1948 in eine neue Liga und machte Laurent-Perrier mit einem klaren Stil aus Frische, Eleganz und Reinheit zu einem der prägenden Namen der Champagne. Heute ist das Unternehmen weiterhin familiengeprägt, die Gruppe ist börsennotiert und vertreibt ihre Weine über eigene Tochtergesellschaften und Distributoren weltweit. Im Geschäftsbericht nennt Laurent-Perrier 7 Tochtergesellschaften, Präsenz in 140 Ländern und eine globale Rang-2-Position nach Wert. (Laurent-Perrier)
Operativ sah 2024/25 schwächer aus als das Ausnahmejahr davor, aber immer noch stark. Für das am 31. März 2025 beendete Geschäftsjahr meldete Laurent-Perrier 282,9 Mio. Euro Champagnerumsatz, 294,4 Mio. Euro Gruppenumsatz, 74,4 Mio. Euro operatives Ergebnis und 47,4 Mio. Euro Konzerngewinn. Die operative Marge auf den Champagnerumsatz lag bei 26,3 %. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Rekordjahr 2023/24, aber immer noch ein sehr hohes Niveau. Noch wichtiger: Gegenüber dem Vor-Covid-Jahr 2018/19 ist das Unternehmen klar profitabler geworden; in der AGM-Präsentation werden für 2018/19 noch 234,1 Mio. Euro Umsatz und 41,3 Mio. Euro operatives Ergebnis ausgewiesen. Laurent-Perrier ist also nicht einfach nur zyklisch schwach, sondern strukturell stärker geworden. (live.euronext.com)
Der Markt selbst bleibt aber unerquicklich. Das Comité Champagne meldete für 2024 weltweit 271,4 Mio. verschiffte Flaschen, ein Minus von 9,2 % gegenüber 2023. Für 2025 gingen die Auslieferungen noch einmal leicht auf 266 Mio. Flaschen zurück. Das ist keine Katastrophe, aber es zeigt klar: Der Sektor steckt nicht in einem Boom, sondern in einer Normalisierung nach den starken Nach-Covid-Jahren, belastet von Inflation, geopolitischer Unsicherheit, Lagerbereinigungen und veränderten Konsummustern. Laurent-Perrier kann sich dem nicht entziehen. Dass die Gruppe 2024/25 beim Volumen nur um 6,0 % und beim Umsatz um 6,8 % zurückging, ist in diesem Umfeld eher ein Zeichen von Robustheit als von Schwäche. (champagne.fr)
Die Qualität des Geschäftsmodells sieht man an der Markenmischung. Laut Geschäftsbericht kamen 41,9 % des Umsatzes der Marke Laurent-Perrier aus Premium Cuvées, und 87,7 % des Umsatzes der Marke Laurent-Perrier wurden im Export erzielt. Das ist attraktiv, weil Premiumisierung und internationale Präsenz grundsätzlich höhere Preissetzungsmacht ermöglichen. Gleichzeitig zeigt das Zahlenwerk, dass auch Laurent-Perrier nicht vollkommen immun ist: Für 2024/25 war der Preis-/Mix-Effekt im Gesamtjahr leicht negativ, obwohl das Management seine Wertstrategie betont. Übersetzt heißt das: Die Marke ist stark, aber nicht unverwundbar.
Die Bilanz ist für so ein Geschäft gut, aber man muss sie richtig lesen. Zum 31. März 2025 standen 627,3 Mio. Euro Eigenkapital und 220,2 Mio. Euro Nettoschulden in den Büchern; der Verschuldungsgrad lag bei 0,35. Gleichzeitig beliefen sich die Vorräte auf 679,3 Mio. Euro. Das ist typisch für das Geschäft: Ein Champagnerhaus trägt enorme Werte im Keller, weil hochwertige Cuvées Zeit brauchen. Das ist einerseits ein Burggraben, weil Alterung, Reserven und Bestände Teil der Qualitätsstrategie sind. Andererseits frisst dieses Modell Kapital und kann in schwachen Marktphasen den Cashflow drücken; 2024/25 lag der operative Cashflow nach Investitionen bei minus 11,2 Mio. Euro. Positiv ist, dass Laurent-Perrier trotz dieses Effekts bilanziell klar stabil bleibt. (live.euronext.com)
Für die Aktie ist zusätzlich wichtig: Das Papier ist klein und markteng. Im Geschäftsbericht werden 5.945.861 Aktien genannt, die Familie hielt zum 31. März 2025 65,17 % des Kapitals. Am 15.4.2026 lag der Kurs bei rund 86,40 Euro. Daraus ergibt sich eine Marktkapitalisierung von gut 514 Mio. Euro. Auf Basis des zuletzt veröffentlichten Gewinns je Aktie von 8,02 Euro ergibt das ein KGV von rund 10,8; das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei rund 0,82, EV/Umsatz bei rund 2,6 und EV/operatives Ergebnis bei knapp 9,9. Für ein familiengeführtes Premiumhaus mit 26 % operativer Marge ist das nicht teuer. Es ist aber auch kein Zufallsschnäppchen, weil der Markt die Risiken schon sieht: schwacher Sektor, geringe Liquidität der Aktie, geopolitische Unsicherheit und ein 2025/26, zu dem am 15.4.2026 noch keine Jahreszahlen vorlagen. Die nächsten Jahresergebnisse waren offiziell erst für den 29.5.2026 angekündigt. (MarketScreener Nederland)
Die nächsten 5 bis 15 Jahre hängen bei Laurent-Perrier an vier Punkten. Erstens an der Fähigkeit, Champagner weiter über Marke und Knappheit statt über Masse zu verkaufen. Zweitens an der Klimaresilienz der Champagne; das Comité Champagne verweist selbst auf einen Temperaturanstieg von durchschnittlich 1,8 °C zwischen 1961 und 2020, frühere Ernten und höhere Frostschäden. Drittens an der weltweiten Verteidigung der Herkunftsbezeichnung Champagne, die laut Comité Champagne inzwischen in 122 Ländern anerkannt ist. Viertens an der internationalen Nachfrage nach hochpreisigem Alkohol in einer Zeit, in der Konsummuster diffuser werden. Hinzu kommt kurzfristig ein politisches Risiko: Reuters berichtete im Frühjahr 2026, dass neue US-Zölle europäische Weinimporte verteuern und Restaurants sowie Händler bereits Sortimente umstellen; für französische Weine und Champagner war das ein realer Belastungsfaktor. Laurent-Perrier ist also langfristig gut aufgestellt, aber keineswegs in einem risikofreien Idyll unterwegs. (champagne.fr)
Meine Einschätzung zur Aktie ist deshalb klar: Laurent-Perrier ist eher eine gute Aktie als eine billige Aktie, aber auf dem Kursniveau vom 15.4.2026 fand ich sie vernünftig bewertet bis moderat unterbewertet. Ich sehe sie nicht als Vervielfacher, sondern als hochwertigen Nischenwert mit realem Substanz- und Markenwert. Mein 12-Monats-Kursziel im Basisszenario liegt bei 96 Euro. In einem schwachen Szenario mit weiterem Nachfragedruck, Zollbelastung und anhaltender Sektorträgheit sehe ich eher 72 Euro. In einem positiven Szenario mit Marktstabilisierung, Rückkehr zu besserem Mix und einer Neubewertung eines knappen Qualitätswerts halte ich 115 Euro für erreichbar. Auf Sicht von 5 bis 15 Jahren traue ich Laurent-Perrier durchaus steigende Gewinne und höhere Kurse zu, aber eher in Form eines zähen, hochwertigen Langfristwerts als in Form einer explosiven Wachstumsstory. Wer hier investiert, kauft keine Fantasie, sondern Marke, Bestände, Preismacht, Familienkontrolle und Geduld. Genau deshalb gefällt mir das Unternehmen mehr als die Aktie in euphorischen Marktphasen – und genau deshalb gefällt mir die Aktie auf einem gedrückten Niveau wie im April 2026 wieder besser. (live.euronext.com)
Autor: ChatGPT


