die soviel Kraft aufwendeten, andere davon zu überzeugen, dass die anderen sie immer missverstehen. Denken diese Menschen denn nicht einmal daran, dass sie diejenigen sind, die anderen ihre Standpunkte nicht, oder nur fragmentarisch, darlegen könnten? Vom Überzeugen mal gänzlich abgesehen. Ich habe beruflich einiges in dieser Richtung erlebt und sobald jemand darauf beharrt, dass seine Standpunkte beim Gegenüber nicht verstanden werden, er einfach seine eigentliche Aufgaben nur noch zu einem Bruchteil mit der nötigen Zielstrebigkeit verfolgen kann. Auch wenn manch einer der Unverstandenen für Dritte wiederum nur Mittel zum Zweck sein soll, (ob er es nun merkt oder nicht, ist ohne belang), so wird und kann sein Standpunkt nicht mit restloser Überzeugung vorgetragen werden. Ergo wird er sich selbst im Bemühen um Annerkennung seiner Meinung zum Missverstandenen umkehren. Eine grundsätzlich andere Meinung wie Andere zu haben ist ja gut und wichtig, muss aber, um im Konsens wahrgenommen zu werden, darauf abzielen Mehrheiten zu erreichen und letztendlich überzeugen zu können. Wer Anderen immer nur vorhält ihn nicht zu verstehen, der darf sich nicht wundern, dass er am Schluss als derjenige dasteht, der einfach selber nicht in der Lage ist, seine Standpunkte überzeugend und wirkungsvoll darzulegen und somit überzeugen zu können.
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