ich hatte lediglich einen Hinweis zur Herkunft des Begriffpaares 'Schaffendes / raffendes Kapital' gegeben. Dessen Herkunft ist der Nationalsozialismus. Deine Vorstellung eines Gegensatzes zwischen einem raffenden amerikanischem Raubtierkapitalismus und einem nur auf das Gemeinwohl bedachten, schaffenden (deutschem?) Kapital ist also ein Ressentiment, welches bereits eine Geschichte hat...
Praktisch gesehen greifst Du dir einfach das aus der kapitalistischen Welt heraus, was Dir gegen den Strich geht, nennst das 'amerikanisch' und stellst diesem dann gegenüber, was Dir am Kapitalismus gefällt. Bloss verkennst Du dabei, dass du verschiedene Seiten einer Medaille gegeneinander in Stellung bringst. So erfüllt zB das spekulative Kapital eine essentielle Funktion für das produzierende, nämlich Kapital zur Verfügung zustellen. Diese Funktion wird realisiert genau durch die Praktiken, deren Resultate Du hier anprangerst...
Alle kapitalistische Unternehmung arbeitet bei Strafe des Ruins und in Konkurrenz zu ihresgleichen dafür, das eingesetzte Kapital zu vermehren - also für Profit. Keines arbeitet für das Gemeinwohl. Dies ist hier nicht anders als jenseits des Atlantiks. Dass dies in den US häufig auf höherer Stufenleiter erfolgt und damit auch eine grössere Fallhöhe in der Krisensituation erzeugt, stiftet hierzulande neben dem Neid lediglich die notorische Bemühung, gleichzuziehen. Was Du den Geschäftspraktiken grösserer deutscher Konzerne und Banken durchaus entnehmen könntest...
Grüsse, FoK ----------- ...Aus den Leibeigenen des Mittelalters gingen die Pfahlbürger der ersten Städte hervor; aus dieser Pfahlbürgerschaft entwickelten sich die ersten Elemente der Bourgeoisie....KM |