Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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04.11.12 14:16 #1 Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
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200705 Postings ausgeblendet.
20.04.26 11:59 #200707 Libertäre Milliardäre bereiten Flucht vor

Pionier-Projekt für poststaatliche Fantasien – an der Tech-City Prospera scheiden sich die Geister. Kann Konkurrenz Gemeinwohl ersetzen? Eine Analyse.

Sie legen die Kettensäge an: Internationale Tech-Eliten investieren in semi-autonome Privatstädte, ersetzen Wohlfahrt durch privatwirtschaftlicher Governance. Ob schwimmende High-Tech-Stadtfantasien oder die Privatstadt Prospera in der Karibik – die Ziele bleiben dieselben: Mit schwerem Geschütz wird vermeintlichen Markthemmnissen der Garaus gemacht.

Während mit Javier Milei ein selbst-erklärter Anarchokapitalist an den Schalthebeln argentinischer Macht Platz nimmt, bleiben andere libertäre Fantasien juristisch umkämpft. Im Konflikt zwischen dem honduranischen Zentralstaat und der libertären Sonderzone fühlen sich Anwohner und indigene Bewegungen machtlos: Das libertäre Elitenprojekt gilt ihnen als Angriff auf nationale Souveränität und lokale Lebensqualität.

Wahlamt in Argentinien, Enklaven in der Karibik, die Forschung nach ewigem Leben und See-Städte: Wie gefährlich ist der Libertarismus? ...

Libertäre Traumwelt: Ein Experiment mit gefährlichem Ausgang | Telepolis
Pionier-Projekt für poststaatliche Fantasien – an der Tech-City Prospera scheiden sich die Geister. Kann Konkurrenz Gemeinwohl ersetzen? Eine Analyse.
 
20.04.26 21:47 #200708 'investieren in semi-autonome Privatstädte'
'Internationale Tech-Eliten investieren in semi-autonome Privatstädte, ersetzen Wohlfahrt durch privatwirtschaftlicher Governance.  Ob schwimmende High-Tech-Stadtfantasien oder die Privatstadt Prospera in der Karibik – die Ziele bleiben dieselben.'

So bescheiden war man früher. Die libertäre Dystopie - eine Gruppe Gottbegnadeter erhält eine grenzenlose Freiheit, während ihnen der ganze Rest als geformte und genormte Mestizen zuarbeitet - lässt sich erst in kompletten Gesellschaften wirklich konsequent umsetzen. In den USA läuft nun ein vielversprechender Grossversuch zum Thema und bleibt auch vielversprechend, solange das Bündnis mit  evangelikalen Apokalyptikern, Trump-Loyalisten, Männerrechtlern und Maga-Mob keine ernsthaften Risse bekommt. Klar ist bei den handfesten Widersprüchen zwischen den Wertepartnern, das Bündnis kann nur eines auf Zeit sein. Irgendwann wird abgeräumt und bis dahin gilt es sich in der Macht festzusetzen.  
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it's the culture, stupid
21.04.26 11:03 #200709 zum Glaubenskrieg zwischen Evangelikalen, .
und Muslimen eskalieren!

Müsste man doch eher feststellen dass der Krieg innerhalb der muslimischen Varianten schon Jahrhunderte währt und weiter andauert. Sunniten gegen Schiiten, Schiiten und Sunniten gegen Drusen und Aleviten und Alaviten. Sunniten und Schiiten gegen die Kurden und Yeziden. Wer gerade oben ist unterdrückt die anderen und mordet sie fleißig (Syrien, Irak, Iran, ...). Und es gibt in dieser Region noch viele weitere religiöse und völkische Minderheiten welche immer unter den jeweils Regierenden leiden. Nicht informierte können sich auf Wikipedia informieren.

Praktisch kein Staat in dieser Region ist bezüglich Religion und Bevölkerungsgruppen uniform. Manchmal regiert nicht mal diesbezüglich die Mehrheit (Wikipedia)

So flüchten heute z.B. die Drusen unter den Schutz Israels und die Kurden schützen teilweise die Yeziden (regional unterschiedlich) https://de.icej.org/der-sicherheit-israels-verpflichtet-die-drusen

Es braucht in dieser Region mMn keine USA und auch keine Juden um die Konflikte immer wieder eskalieren zu lassen.

Unter den Osmanen war es in nahen Osten weitgehend ruhig. Allerdings sorgten diese mit brutaler Gewalt für Ruhe unter den Minderheiten und Mehrheiten. Damals stellten die Juden große Gruppen in dieser Region und Nordafrika. Später wurden sie vertrieben (jüdische Nakba) und stellen heute die größte Gruppe in Israel https://de.wikipedia.org/wiki/...bischen_und_islamischen_L%C3%A4ndern

Übrigens auch im britischen und später im jordanischen Palästina waren die Christen, auch die Katholiken,  Judenfeindlich. Im Raum Bethlehem gibt es große christliche Gemeinschaften unter den Palästinenser. Der römische Papst ist also alles andere als neutral und die römische Kirche auch nicht.

Es ist mMn ein Segen für die Region und die Menschheit wenn die iranische Atombombe verhindert wird.
 
21.04.26 11:23 #200710 'Ich mute den Menschen was zu'
'Die Gesundheitsministerin verteidigt ihr Sparpaket: »Ich mute den Menschen was zu.« Zum Beispiel soll es schwieriger werden, als pflegebedürftig anerkannt zu werden'.

Der Binnenmarkt soll geschrumpft werden, um die Abhängigkeit von immer zweifelhafteren Kunden im Ausland  zu erhöhen. Fitness für den Export, die Empfänger von Sozialleistungen durch aufgenötigten Verzicht bezahlen, ist die Geheimwaffe der deutschen Neoklassik seitdem sie 'Kriese' kennt. Dass die Welt sich inzwischen weiter gedreht hat und niemand mehr auf das nächste deutsche Exportwunder wartet, darf dabei keine Rolle spielen. Die Pflegebedürftigen werden es gerne hören, denn mit der Herabstufung ihrer Nöte verschwindet auch endlich das bislang ungelöste Personalproblem in der Pflege.  
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it's the culture, stupid
22.04.26 19:30 #200711 Um diesen Zynismus fortzuführen
Damit, FoK, wird ja nicht nur das numerische Problem der Pflegebedürftigen gelöst, vielmehr wird mit und durch den Personalmangel auch die Lebenserwartung der Bedürftigen reduziert.  
22.04.26 20:28 #200712 'die Lebenserwartung der Bedürftigen reduz.
Du hast wieder nichts verstanden. Der Personalmangel in der Pflege wird dadurch gelöst, in dem die Zahl der offiziellen Pflegebedürftigen solange geschrumpft wird bis es wieder passt. Der Schlaganfallpatient, der jetzt hören muss 'nochmal Glück gehabt, nichts erntes', verstirbt eben nicht mehr wegen eines Mangels an Pflege,  sondern aufgrund eines irgendwie sehr rätselhaften Naturschicksals. Eigentlich bzw offiziell fehlte ihm ja nichts.  
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it's the culture, stupid
23.04.26 11:56 #200713 Illusionen
Man kann eben nicht alles leisten besonders wenn die Ausgaben steigen und die Wirtschaftskraft sinkt. Unter diesen Randbedingungen müssen wir uns entscheiden ob wir das Weltklima retten wollen und ob wir alle die an die Tür klopfen aufnehmen und mit Steuergeldern und Sozialleistungen durchbringen wollen. Alles ist eben endlich und die Verschuldungsorgie können wir auch nicht so weiter treiben.

Alle hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Je später wir die Probleme angehen umso schlimmer wird es kommen. Die Zeit der politischen Geschenke geht eben zu Ende. Die Ausgaben müssen runter, die Einnahmen können nicht wesentlich gesteigert werden auch wenn unseren Stalinisten letzteres als die einzig denkbare Lösung halten.

Es gab mal Zeiten da gab es keine Pflegeversicherung. Man musste zusammen mit seinen nächsten Angehörigen die Lasten selber tragen. Bei Menschen die dazu nicht in der Lage waren sprang die Sozialhilfe ein. Man nannte die Pflegeversichung bei der Einführung deshalb richtigerweise Erbschaftschutzversicherung.  Müssen wir potentielle Erbschaften weiter mit einer Pflichtversicherung schützen? Es war früher nicht alles falsch und manche Neuerung funktioniert nur bei schönem Wetter.

 
23.04.26 16:32 #200714 'Die Ausgaben müssen runter'
'Die Ausgaben müssen runter, die Einnahmen können nicht wesentlich gesteigert werden'

Deine Einnahmen bestehen aus den Ausgaben anderer, deine Ausgaben erzeugen umgekehrt die Einnahmen anderer. Ausgaben zu begrenzen bedeutet daher Einnahmen zu begrenzen. Auch wer sparen will benötigt einen anderen der sich äquivalent verschuldet. Mathe will es so.

Will man trotz Senkung von Ausgaben und Einnahmen die Gesamtersparnis steigern, muss man im Ausland welche finden die den Karren aus dem Dreck ziehen, sprich kompensatorisch entsparen und dafür die eigenen Leistungen resp Produkte nachfragen. Deutschlands Königsweg, der nicht nur immer zweifelhaftere Abhängigkeiten gestiftet hat, sondern dem mittlerweile die Partner abhanden gekommen sind. Die Antwort auf diese 'Zeitenwende' wäre den brachliegenden Binnenmarkt zu boosten anstatt immer radikaler der Vergangenheit nachzulaufen.  
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it's the culture, stupid
24.04.26 11:12 #200715 Mathe will es so.
So einfach ist das Leben nicht. Einnahmen und Ausgaben haben Qualitäten und diese wirken unterschiedlich. Höhere Steuern (direkte und indirekte), immer mehr versteckte Gebühren und immer höhere Sozialabgaben machen die Betroffenen ärmer und die andere Seite reicher. Also die Finanzierung von mehr Bürokratie,  mehr unsinnigen Strukturen und mehr unsinnigen Subventionen. Und das führt zwangsweise zu einem Nachlassen der inneren Wirtschaft, im wesentlichen bei den abhängig Beschäftigen und Kleinunternehmer welche nur im hiesigen Markt agieren.  Manche sagen dazu auch Umverteilung Richtung ineffektive Planwirtschaft. Und die exorbitante Erhöhung der Staatsverschuldung führt dann irgendwann zu einer Schwächung der Währung und damit zu höheren Preisen der Importgüter und der "Subvention" der Exporte. Also zu mehr ungesunden Strukturen die wir abschwächen sollten.

Es kann also nicht egal sein wie und für was  wir das Geld ausgeben. Oder will man etwa eine Planwirtschaft angehen um diesen Unsinn zu korrigieren? Viel Spaß bei DDR 2.0. Auch dort war Mathe immer Mathe und wie es geendet hat sollte bekannt sein.

Besonders Lustig empfinde ich es, dass gerade bei der politischen Linken und Grünen der Drang zur höheren Erbschaftssteuer besonders groß ist, sie sich aber gleichzeitig für die Erbschaftschutzversicherung (Pflegeversicherung). einsetzen. Ist aber typisch. Gleichzeitig auf Gaspedal und auf die Bremse und staunen dass es nicht weiter geht sondern nur Rauch und Abgase durch die Landschaft wabern.  
24.04.26 17:42 #200716 'Einnahmen und Ausgaben haben Qualitäten.
'So einfach ist das Leben nicht. Einnahmen und Ausgaben haben Qualitäten und diese wirken unterschiedlich'

Über Qualitäten und Unterschiede kann man sinnvoll dann nachdenken, wenn und solange man sich in der Gleichung 'Ausgaben = Einnahmen' bewegt. Macht aber keiner. Man kürzt im saldo die Ausgaben in der Volkswirtschaft und erwartet eine äquivalente Ersparnis. Die kann sich aber laut Mathe nur dann einstellen, wenn einer im Ausland seine Ausgaben äquivalent steigert und damit hier Waren und Dienstleistungen nachfragt. Diese Tatsache musste man nicht zur Kenntnis nehmen weil es auf die Weise Jahrzehnte  gut ging. Relativ gut, denn dieser Erfolg auf der Kapitalseite musste mit immer grösseren Investitionsbrachen in der Realität bezahlt werden.

Das ist vorbei und jetzt gilt, wenn der Staat bei uns Ausgaben kürzt kann Ersparnis nur entstehen wenn Private entsparen. Die machen aber, nervös geworden und um ihren Lebensplan zitternd, das glatte Gegenteil und versuchen ihrerseits zu sparen. Für alle Sektoren sinken deshalb die Einnahmen und die Gesamtersparnis wird negativ, während sich an den Investitionsbrachen weiterhin nichts ändert.

Ein Staat, der mitten in Deglobalisierung und Deindustrialisierung seine Ausgaben kürzen will, agiert eben als Rezessionsbeschleuniger und provoziert damit das was er vermeiden wollte, nämlich am Ende eine exzessive Neuverschuldung der öffentlichen Hand. Wer darüber nicht reden will, der sollte auch zur relativen Sinnhaftigkeit einzelner Ausgaben besser schweigen.  
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it's the culture, stupid
24.04.26 18:02 #200717 Techno-Faschismus aus Silcon Valley

"Das Silicon Valley hat seine Orientierung verloren." So beginnt das erste Kapitel des Buchs "The Technological Republic", in dem Alex Karp seine Weltsicht ausbreitet. Karp ist nicht irgendwer: Der Milliardär steht auf der aktuellen "Time 100", also der vom Time Magazine kuratierten Liste der 100 einflussreichsten Personen. Denn er ist CEO des auf Datenanalyse spezialisierten Softwareunternehmens Palantir Technologies.

Palantir hat über seinen offiziellen Unternehmens-Account auf X am Wochenende eine Zusammenfassung von Karps Buch in 22 Thesen gepostet. Der Post liest sich wie ein politisches Manifest des Unternehmens - und hat bei Tech- und Politik-Interessierten für viel Gesprächsstoff gesorgt.

Was steht in dem Manifest?

Palantir positioniert sich mit den Thesen als entschlossener Akteur an der Schnittstelle zwischen Technologie und Sicherheitspolitik. Grob lassen sich die Thesen in verschiedene Bereiche einteilen:

  • Geo- und Sicherheitspolitik: "Das Atomzeitalter neigt sich dem Ende", heißt es etwa - Abschreckung werde künftig nicht mehr durch Nuklearwaffen herbeigeführt, sondern durch KI-Systeme. Und noch deutlicher: "Die Frage ist nicht, ob KI-Waffen gebaut werden, sondern wer sie baut und zu welchem Zweck."  ...
 
24.04.26 18:15 #200718 "Nachkriegsentmachtung" Deutschlands und .
sollen rückgängig gemacht werden, so Karp in These 15.
Künstliche Intelligenz sei die neue Atomwaffe.
Passend dazu will Merz die Massenüberwachung durch Speicherung aller IP-Adressen einführen
Es wird also spannend bleiben...
 
24.04.26 22:08 #200719 Einnahmen und Ausgaben haben Qualitäten'
Fill, was du schreibst ist m. M. nach nicht falsch. Aber  Malko07 hat auch recht.
z.B.
Staatsausgaben : Waffenkauf in USA = keine Kaufkraftsteigerung bei der Bevölkerung
"                                : Investition im Straßenbau = geringe Kaufkraftsteigerung
"                               :  billiges Benzin = große  Kaufkraftsteigerung

Also doch Qualitätsunterschied  
25.04.26 07:53 #200720 'Also doch Qualitätsunterschied'
Bestreite ich doch gar nicht. Wenn die Regierung bei Behinderten, Kranken, Pflegebedürftigen, Kindern, Sozialhilfeempfängern, Flüchtlingen usw kürzt,  dann trifft sie den unmittelbaren Konsum dieser Leute und schrumpft damit kausal den Binnenmarkt, der mitten in der Deglobalisierung und aufgrund multipler Krisen sowieso schon unter Druck steht. Sie verkauft das als ökonomisches Muss, es ist aber ideologisch getriebene Rezessionsbeschleunigung reinsten Wassers. Richtig wäre in dieser Situation mehr und nicht weniger Geld unter die Leute zu bringen - und dann kann man die Sinnhaftigkeit einzelner Ausgaben thematisieren und punktuell Korrekturen anbringen.  
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it's the culture, stupid
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