'So einfach ist das Leben nicht. Einnahmen und Ausgaben haben Qualitäten und diese wirken unterschiedlich'
Über Qualitäten und Unterschiede kann man sinnvoll dann nachdenken, wenn und solange man sich in der Gleichung 'Ausgaben = Einnahmen' bewegt. Macht aber keiner. Man kürzt im saldo die Ausgaben in der Volkswirtschaft und erwartet eine äquivalente Ersparnis. Die kann sich aber laut Mathe nur dann einstellen, wenn einer im Ausland seine Ausgaben äquivalent steigert und damit hier Waren und Dienstleistungen nachfragt. Diese Tatsache musste man nicht zur Kenntnis nehmen weil es auf die Weise Jahrzehnte gut ging. Relativ gut, denn dieser Erfolg auf der Kapitalseite musste mit immer grösseren Investitionsbrachen in der Realität bezahlt werden.
Das ist vorbei und jetzt gilt, wenn der Staat bei uns Ausgaben kürzt kann Ersparnis nur entstehen wenn Private entsparen. Die machen aber, nervös geworden und um ihren Lebensplan zitternd, das glatte Gegenteil und versuchen ihrerseits zu sparen. Für alle Sektoren sinken deshalb die Einnahmen und die Gesamtersparnis wird negativ, während sich an den Investitionsbrachen weiterhin nichts ändert.
Ein Staat, der mitten in Deglobalisierung und Deindustrialisierung seine Ausgaben kürzen will, agiert eben als Rezessionsbeschleuniger und provoziert damit das was er vermeiden wollte, nämlich am Ende eine exzessive Neuverschuldung der öffentlichen Hand. Wer darüber nicht reden will, der sollte auch zur relativen Sinnhaftigkeit einzelner Ausgaben besser schweigen. ----------- it's the culture, stupid |