Sehr langes Interview mit Mollaths Verteidiger. Mit ein einigen kritischen Fragen zu diesem merkwürdigem Fall.
Ist Gustl Mollath gesund, Herr Strate?
Der Strafverteidiger Gerhard Strate hat dem bekanntesten Psychiatriepatienten Deutschlands zur Freiheit verholfen. Ein Streitgespräch über die Macht von Gutachtern, Medien und Anwälten Von Sabine Rückert und Heinrich Wefing http://www.zeit.de/2013/35/...rd-strate-gustl-mollath/komplettansicht
"ZEIT: Auch der ARD-Talksendung Beckmann hat Mollath eine prima Quote beschert. Die Sendung hat erheblich von Ihrem Mandanten profitiert, und allzu kritische Fragen mussten Sie und Herr Mollath nicht fürchten – im Gegenteil. Zum Beispiel wurde die ganze Zeit unwidersprochen suggeriert, Herr Mollath sei lediglich von solchen forensischen Psychiatern für krank und gefährlich befunden worden, die ihn nicht kennengelernt und bloß nach Aktenlage entschieden hätten. Das ist, Sie wissen es besser als wir, schlicht falsch. Der letzte Sachverständige Professor Friedemann Pfäfflin beispielsweise hat sich lange mit Ihrem Mandanten unterhalten und dann die Verlängerung der Unterbringung für erforderlich gehalten. Ihr Mandant hat der Begutachtung durch diesen als liberal und fair geltenden Sachverständigen dezidiert zugestimmt.
Strate: Ich habe ausdrücklich in der Sendung gesagt, dass diese Information falsch ist und es einen weiteren Gutachter, Herrn Pfäfflin, gab, der Herrn Mollath sehr wohl untersucht hat. Die Aufnahme hatte acht Minuten Überlänge. Offenbar ist das herausgeschnitten worden.
ZEIT: In der Sendung war nichts von einer persönlichen Begutachtung durch einen forensischen Psychiater zu hören, und wir haben besonders darauf geachtet, weil das einer der immer wiederkehrenden Vorwürfe des lautstarken Unterstützerkreises von Herrn Mollath ist. Angeblich habe es nie eine Begutachtung zur Frage der Unterbringung gegeben, bei der Sachverständige mit Herrn Mollath gesprochen haben. Das ist falsch.
Strate: Ja, das ist falsch. Über Fakten müssen wir uns nicht streiten. Aber ich habe es in der Aufzeichnung klar gesagt, das kann ich Ihnen versichern.
ZEIT: Bei Beckmann trat auch eine Psychiaterin auf, die erklärte, der Erkenntnisgewinn eines Sachverständigen, der nicht mit dem Probanden gesprochen hat, sei mit dem eines Gynäkologen zu vergleichen, der seiner Patientin aus mehreren Metern Entfernung in die Vagina blicke. Was soll das? Sollen gestörte Straftäter ihre Unterbringung künftig dadurch verhindern können, dass sie bei der Begutachtung nichts sagen? Ist das im Sinne der Allgemeinheit? " ----------- Tja, kann ja so sagen, kann nichts dazu sagen, ob das sein kann, oder nicht. |