Gewerkschaften blasen zum Großkampftag...

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neuester Beitrag:  20.10.11 20:11
eröffnet am: 05.10.11 17:26 von: lehna Anzahl Beiträge: 96
neuester Beitrag: 20.10.11 20:11 von: zockerlilly Leser gesamt: 2565
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10.10.11 14:46 #26 #21 Ja, und?

Beamte konnten ihre realen Bezüge also um nicht einmal 1,5 % pro Jahr verbessern. Aber immerhin, sie konnten sie verbessern. Arbeiter wurden komplett verarscht und Angestellte bekommen heute in etwa real das, was sie vor 20 Jahren bekommen haben.

Und wer profitierte dann vom Produktivitätsfortschritt der Gesellschaft?
 

 
Wer denkt, man könne die Verhältnisse durch Einkommenssteuersenkungen in Ordnung bringen, ist entweder dumm, Demagoge oder bei der FDP.

 
10.10.11 15:07 #27 hmmmmm ...
also der grösste gewerkschaftswitz seit 3o jahre ist die mit gewachsener produktivität begründete lohnforderung, denn diese zuwächse werden nicht von der belegschaft erwirtschaftet. fakt ist: die produktivität wächst, wenn man automatisiert und leute rauskickt, ergo mehr mit weniger produziert.

bzgl. dem unternehmensvermögen:
zum einen steht in kaum einen arbeitsvertrag, dass die mitarbeiter über den lohn hinaus am unternehmens beteiligt werden - und wenn jemand nicht damit zufrieden ist, dass das da nicht drinsteht, dann braucht er ihn ja nicht zu unterschreiben.
zum anderen weiss ich aus gesicherter quelle, dass die gesamte deutsche wirtschaft im weltweiten vergleich auf dünnem eigenkapital steht ... es kann ja wohl nicht angehen, dass man die übermacht der banken und shareholder value kritisiert, feindliche übernahmen fast immer für unsozial hält, meint die firmen müssten sich mehr gegen krisenzeiten und insolvenz rüsten und wenn sie es dann que erhöhtem ek tun, wird gesagt, die verdienen zu viel ... so kürzlich besprochen mit einem freund der bei stihl arbeitet - der fand es scheisse, dass er am guten konzernergebnis 2010 nicht per gratifikation partizipierte - als ich ihn darauf ansprach, dass stihl trotz völlig zusammengebrochener märkte 2008/2009 nicht in die kurzarbeit ging und das aus eigener tasche gelatzt hat, zuckte er nur die schultern ... sowas ist dann halt normal und fällt unter den tisch.  
10.10.11 15:21 #28 @ # 26 nurmalso - falscher Zusammenhang!
Deine graf. Unternehmensgewinne gehen an juristische Personen = AG's & GmbH's.

Die FDP-EinkoSt jedoch betrifft private Personen!

Außerdem bleiben bei den Einkommen der Reichen deren Verluste in der Finanzkrise außen vor.
Und - das meiste Geld der Reichen wandert zurück in die Wirtschaft.
Denn Geld hat nur einen Wert, wenn man es ausgibt!

Der wahre Profiteur ist unser Staat. Denn Er erhält zunehmend höhere Steuern.
Außerdem zeigt sich jede Lohnerhöhung nach wenigen Monaten in höheren Preisen.

Ich messe unseren Wohlstand eher in den langen Schlangen vor den Flughafenbüros und den 3-reihigen Staus auf den Autobahnen.  
10.10.11 15:29 #29 rightwing,
mit Einzelfällen kann man alles belegen. Hitler war im Prinzip kein schlechter Mensch, denn er war nett zu seinem Schäferhund.

In den 70er Jahren ging es (West-)Deutschland gut, denn da profitierten Arbeiter und Kapitaleigentümer von den Produktivitätszuwächsen. Seit fast 20 Jahren fuktioniert das ehemals austarierte System aber nicht mehr. Wird Zeit, dass starke Gewerkschaften und die Politik da wieder für einen vernünftigen Ausgleich sorgen.  
10.10.11 15:37 #30 Kritiker,
bei Kapitaleigentümern muss man nicht grundsätzlich zwischen juristischen und natürlichen Personen unterscheiden. Auch juristische Personen haben Eigentümer, die letztlich natürliche Personen sind.

Angesammelte Gewinne oder Einkommen fließen nicht immer in die Erweiterung der Produktion. Sie werden heute zunehmend in der reinen Finanzsphäre investiert und erzeugen dort Blasen, z.B. bei den Rohstoffpreisen oder in der Nahrungsgüterproduktion.

Nebenbei haben die Reichen die Verluste aus der Krise im Schnitt schon wieder ausgeglichen (wenn sie sich nicht vor den Zug geschmissen haben wie Merckle, der Opfer seiner eigenen Fehlspekulation war.)  
10.10.11 15:56 #31 Beispiel: Gewerkschaftsfunktionäre
Die Gewerkschaften trotzen ihren Mitgliedern Beiträge ab in Millionenhöhe.
Davon fließen angbl. 3% in die Streikkasse.

Die Bosse beziehen 6-stellige Bezüge - (davon träumt manch Unternehmer) - und nach Streik kriegen sie die gleichen %%, was bei 4% ihnen mtl. € 500,- bringen kann.

Als Leistung stehen sie bei Streik nicht in der Kälte, sondern quatschen in warmen Büro's, wenn sie nicht auf Talk-Show's rumeiern.

Manchmal sitzen die Pharisäer, wo man sie nicht vermutet.  
10.10.11 16:20 #32 @nms
ich schätze deine meinung, nms, auch wenn ich mit dir nicht übereinstimme - aber sorry: in dem stil wie #29 kann man sich einfach nicht fruchtbar unterhalten. ich kann dir eine vielzahl von "einzelfällen" nennen, in denen schlechte leistung, schlechte vorbildung, unwilligkeit zur weiterbildung, etc. einfach unter den tisch fallen und es ist stets einzig und allein der böse arbeitgeber, der den kleinen mann erdrückt ... die spezifisch deutsche melange aus neid und selbstmitleid macht manchen blind dafür, dass es ihm verhältnismässig gut geht und dass man selbst auch ein stück verantwortung trägt. wenn ich alleine die risikoaversion des lieben angestellten publikums sehe - ich kenne zig leute (und das bestätigen auch freunde aus dem personalwesen), die jammern den lieben langen tag über ihren job - am ende sind sie jedoch schlicht zu feige oder zu träge sich fortzubewerben, weil ihnen die sicherheit im ach so unterbezahlten job doch lieber ist, als sich aufs neue zu beweisen - mit so einer mentalität komme ich nicht klar.  
10.10.11 17:03 #33 einkünfte aus kapital und arbeit
müssen gleich besteuert werden fertig aus. Auf alles ne Flattax von 30-35% und wir würden nen ausgeglichenen haushalt haben !  
10.10.11 17:31 #34 hmmm ...
beim kapital bist du ja bereits bei 25% flat.
das macht den dicken fischen wenig aus, nimmt aber den kleinem sparer und anleger die entscheidenden kirschen vom kuchen, nämlich den zinseszins, der einem den lebensabend sichert.  
10.10.11 19:52 #35 #4 lehna zum thema gr

eigentlich schon allgemein bekannt, aber zur Verdeutlichung der griechischen Posse noch mal nachstehender Bericht.

 

"Griechische Krise und bulgarische Wirtschaft                 

Die bulgarische Wirtschaft spürt positive Impulse, die von den massiven  Problemen des Nachbarlands Griechenland ausgehen. Allein in diesem Jahr  sollen rund 800 griechische Unternehmen das eigene Land in Richtung  Südwestbulgarien verlassen haben. In der Folge sind diese Unternehmen  mit rund 82.000 bulgarischen Beschäftigten zu wichtigen Arbeitgebern  geworden.

Angezogen werden die griechischen Betriebe vor allem  von den niedrigen Steuersätzen in Bulgarien: sowohl Einkommens- wie auch  Gewinnsteuern liegen bei einem Satz von zehn Prozent. Zum Vergleich –  die Körperschaftssteuer in Griechenland beträgt momentan 24 Prozent.  Weitere Vorteile Bulgariens als Investitionsstandort sind die günstige  Arbeitskraft sowie ein niedriges Preisgefüge auf dem Immobilien- und  Büromietmarkt. Für den Wirtschaftsexperten Georgi Angelow ist das  stabile makroökonomische Umfeld ebenfalls ein Plus im Vergleich zu  Griechenland."

 

source:

http://bnr.bg/sites/de/Lifestyle/Euranet/Pages/...iechischeKrise.aspx

 
10.10.11 19:53 #36 Man nennt sowas Marktwirtschaft
10.10.11 19:56 #37 Ja, McM

der  Griechische Unternehmer zieht in ein anderes Land und die EU-Kasse muss die Euronen liefern.

 
11.10.11 09:17 #38 # 29 starke Gewerkschaften...
sind kein Allheilmittel sondern können ins Gegenteil ausarten. Das sieht man aktuell in Griechenland, wo sie für ein "Königreich" von Frührentnern und Beamten kämpfen. Die Schuldenkönige am Mittelmeer streiken für ein System, dass nur mit butterweicher Währung funktioniert.
Auch darf nicht vergessen werden, dass selbst der Deutsche hohe Löhne hasst. Bei Schnäppchen aus Fernost- zu Löhnen unter einem Euro gefertigt- stürmt er die Läden und trampelt sich gegenseitig auf die Füsse.
Tscha, du kannst nicht alles haben...  
11.10.11 09:27 #39 hmmm...
Waren das die Gewerkschaften, die sich die Jobs verschafft hat oder waren das die Politiker?
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Doppel-ID, Doppel-D, alles eine Baustelle!
11.10.11 09:43 #40 die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst
sind das Problem, denn hier ist der Konkurrenzdruck nicht so hoch wie in der freien Wirtschaft; die Müllabfuhr läßt sich eben nicht so einfach nach China verlegen.

Aber der Staat, Länder und Kommunen werden sich nicht auf Dauer erpressen lassen. Viele Tätigkeiten im öffentlichen Dienst lassen sich privatisieren oder sind bereits privatisiert worden. Hinterher klagen dann die Gewerkschaften, daß es da nur Scheinselbständige gibt; aber mit ihren überhöhten Lohnforderungen tragen sie einen Gutteil zu der Misere mit bei.  
11.10.11 09:57 #41 #38: Lehna, das habe ich auch noch nie versta.
einerseits wollen die Deutschen höhere Löhne und gute Arbeitsbedingungen, bei ihrem Einkauf meiden sie aber genau die Produkte, die wegen genau dieser höheren Löhne "zu teuer" geworden sind, und kaufen lieber Sachen, die für Hungerlöhne und mit fürchterlichen Arbeitsbedingungen im anderen Teil der Welt produziert werden.  
11.10.11 10:41 #42 # 41 Tscha Wärna...
ein Gewerkschafter aus meinem Bekanntenkreis liess bei seinem Häuslebau ein Trupp Jugoslawen ankarren. Die zogen die Bude billig und schnell hoch.
Ich verdamme das nicht- seh hier allerdings unerhörte Heuchelei bei vielen Deutschen.
Wer für Mindestlohn kämpft. sollte dann auch bereit sein, ihn zu bezahlen...  
11.10.11 11:27 #43 Konsequentes Handeln
ist nicht gerade eine Stärke des deutschen Michels.

Beispiele: Es wird gejammert über
- zu hohe Energiepreise: aber nur wenige nutzen die Möglichkeiten zum konsequenten Anbieterwechsel
- schlimme Arbeitsbedingungen und Umweltsünden in China und ähnlichen Ländern: aber alle kaufen genau diese Produkte
- Billiglöhne: aber Billigstprodukte und -leistungen haben bei den Kunden Hochkonjunktur
- EU-Rettungsschirme etc.: aber (fast) niemand geht auf die Straße, sitzt lieber in der warmen Stube und schaut im Fernsehen zu, wie die Politiker uns ruinieren
etc.
etc.

Vielleicht geht's uns trotz aller Jammeri noch viel zu gut. Anders kann ich mir diese unsere Mentalität nicht erklären.  
11.10.11 13:58 #44 ums mal klar zu sagen
1. den leuten soll es gut gehen
2. wer meint, seine mitarbeiter mit 4 euro fuffzich/stunde abspeisen zu können, soll sich gefälligst in irgend ein land verpissen, dass auf "-stan" endet ... z.b. läden, wie "tele2"

aber

was ich nicht ertragen kann sind neid und blödheit, die sich durchsetzt. dass die blödheit weltweit ziemlich ähnlich verteilt wurde und bei uns ab und zu abschwillt ist unser glück, ansonsten hätten wir die auswirkungen der auf die grossindustrie zugeschnittenen flächentarifverträge wirtschaftlich nicht überlebt. was aber in deutschland ausgeprägter ist, als in jedem anderen westlichen land, ist der neid ... daher habe ich mit vielen deutschen statements mein problem, in dem der passus "gerechtigkeit" vorkommt - expl. wenn dies von journalisten kommt.  
11.10.11 14:00 #45 Was wäre denn ein angemessener Lohn deiner.
Meinung nach?
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11.10.11 14:06 #46 @saku
den "angemessenen lohn" gibt es nicht. ich selbst (nicht meine angestellten) muss z.b. mit dienstleistern aus indien konkurrieren - tolle sache, das. bin für einen mindestlohn auf niedrigem niveau, allerdings mit rücksicht auf region und branche, denn bei 10 euro ml braucht im östlichen grenzgebiet keiner mehr einen frisiersalon aufmachen.  
11.10.11 14:13 #47 5,6,7,8,9 Euro?
Was ist denn die Mindestgrenze deiner Auffassung nach?

Hans-Joachim Fuchtel, seines Zeichens parlamentarischer Staatssekretär (CDU) hat auf Anfrage mal errechnet, was für ein Lohn notwendig wäre, um eine Grundsicherung von 684 Euro Rente (Das sind 364 Öre Hartz-Regelsatz plus 320 Öre für eine etwaige Miete) zu erhalten.

"Um dies bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden über 45 Jahre versicherungspflichtiger Beschäftigung hinweg zu erreichen, wäre rechnerisch ein Stundenlohn von rund zehn Euro erforderlich."
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11.10.11 14:25 #48 @saku
ist ja nett, wenn man vom bedarf her denkt (ich brauche eigtl. auch mehr) ... allerdings besteht unsere welt immer aus 2 parteien - denen, die für ihre leistungen den preis x verlangen und, denen die für diese leistung den preis y bieten - solange man keine mauer ums land zieht, wird es nicht gelingen, x und y zwangsweise gleichzusetzen. ja, 10 eu wäre nett ... und? ich bin mir nicht sicher, ob es genügen wird, wenn die handwerker in görlitz demnächst einen kleinen "kauft deutsch"-stempel nebens logo drucken.  
11.10.11 14:26 #49 Gewerkschaftsbashen
gehört schlicht zum guten neoliberalen Grundton, der uns nix als Ärger, Krisen und permanente Besäuselung mit Flachtröten-Ökonomie eingebracht hat.

Natürlich gibts im Gewerkschaftsapparat auch Deppen. Wie in jedem Apparat. Aber daraus irgend ne politische Ökonomie abzuleiten, ist nur dieses typische dünne Bretter bohren.

Auch die permanente Behauptung, D sei eine Neidgesellschaft, lässt sich nicht belegen, außer mit einem Bauchgefühl und mit einer Reihe Ariva-typischer Ausflüge in die geistige Umnachtung, die es hier ja zu jedem Thema gibt.

Die deutsche (Arbeits-)Bevölkerung hat ja nun mit viel Geduld die letzten 20 Jahre der Einkommensstagnation in der Mitte der Gesellschaft ertragen und mit angesehen, wie ein Großteil der durch (ansehnliche) Produktivitätsgewinne erzielten Überschüsse in die notwendigen Transfers in die neuen Länder geschaufelt wurden, aber auch in die drastischen Anstiege der Kapitaleinkommen. Das ließe sich besser belegen als mit der eher schlecht gestalteten Grafik von Nurmalso weiter oben.

Gerade heute steht in der Tagespresse, dass wir dieses Jahr wohl die Billionenmarke im Export erreichen. Wo soll das hinführen, wenn wir bald die Hälfte des BIP expüortieren und die Früchte dieses Wirtschaftens nur in Sozialtransfers und in den Taschen der Kapitaleigner landen? Das ist volkswirtschaftlich eine absurde Situation und führt in letzter Konsequenz auch zu solchen Währungs- und Schuldenkrisen, wie wir sie jetzt Erleben.

Wann in den letzten 20 Jahren gab es mal irgendeinen Moment, in dem die sehr moderaten Forderungen der deutschen Gewerkschaften nicht vom immer gleichen Gedöns über die unverschämten oder zumindest wirtschaftlich unangemessenen Forderungen begleitet wurden?

Dauerhafte immense Exportüberschüsse sind alles andere als ein untrügliches Zeichen für wachsenden Wohlstand in der Breite. Sie belegen allenfalls, dass wir bereit sind, unseren Kram unter Wert und auf Pump zu verkaufen...
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Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche)
11.10.11 14:29 #50 In Spanien streiken übrigens gerade die Barkeep.
Aber natürlich sind Linses Ausführungen richtig.  
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