Genau das ist es, was ich ja unter fehlendem Sportgeist und Verständnis vom Fußball verstehe.
Wenn ich an die Zeit Berti Vogts zurück denke, wie sich Dtl. da in vielen Spielen zum Sieg geholzt und mit teils viel Glück gestolpert hat, so bin ich nicht der Meinung, dass Berti da besser war, es war jedoch damals eben möglich mit viel Kampf und Härte die weniger optimale Balltechnik zu kompensieren. Die Zeiten haben sich mittlerweile jedoch etwas geändert, das Regelwerk ist insgesamt strenger geworden und hartes kampfbetontes Spiel ist zunehmend nicht mehr bzw. nur noch begrenzt durchsetzbar. Zudem hat sich eine hohe spielerisch-technische Qualität als Vorteil herausgestellt und das spanische Spiel in den letzten Jahren zum Erfolg geführt, obwohl Spanien schon seit Jahrzehnten einen technisch sehr guten, wenn nicht besten Fußball spielt, jedoch spätestens in den Finalrunden mangels der "fehlenden" Kampfbereitschaft scheiterte.
Und eine solch spielerisch-technisch hohe Leistung haben wir unter Berti & Co. noch niemals gehabt und so ähnelt die Nationalmannschaft zunehmend mehr den Spaniern, welche ihre Siege eben bevorzugt mit ihren spielerischen Möglichkeiten und Cleverness als mit Kampf und Härte gewinnen.
Nun könnten wir uns ja die Frage stellen, Wollen wir lieber spielerisch-technisch attraktiv ähnlich wie Spanien spielen (was in den letzten Jahren erfolgsversprechender war) oder wollen wir Turniere wieder über Kampf und Härte gewinnen?
Des Weiteren ist unsere Nationalmannschaft so jung und unerfahren wie wohl nie zuvor, so dass man mit einem solch jungen Team eigentlich von vornherein geringe Chancen auf den Titel hat.
Und auch noch was zu Italien. Italien haben in der Vorrunde zwei mal nur Unentschieden gespielt und auch gegen England haben sie das Spiel selbst machen müssen und haben aus ihren Chancen nix gemacht und letztendlich im Elfmeterschießen pures Glück gehabt, dass sie auf die alten erfahrenen Haudegen Pirlo und Bufon setzen konnten.
Unsere erfolgreiche Zeit wird kommen und auch wenn sich manche mit der Art und Spielweise unseres Teams angesichts alter Gewohnheiten nicht anfreunden mögen, so ist es jedoch längerfristig betrachtet der wohl erfolgsversprechendere Weg. Zudem ist davon auszugehen, dass mit zunehmender Reife auch ein Stück weit mehr Selbstvertrauen und Hitzköpfigkeit ins Spiel kommen wird. U.a. kann ich mich noch gut an Ballack erinnern, der zu Anfang eher kleinlaut war und zum Schluss die große Klappe hatte und sich nix mehr gefallen lassen wollte. |