»Scheria, der Weg der Religion, besteht zu 99% aus Ethik, Gebet, Jenseits und Tugendhaftigkeit. Nur 1% ist Rechtsordnung. Und dies ist die Sache des Staates.« (Tarihce'i Hayat 59)
Said Nursi war ein Säkularist, war ein Laizist, ein Demokrat, ein Republikaner, hatte volle Anerkennung den allgemeinen Menschenrechten gegenüber.
Er hat keinen Kampf geführt gegen Laizismus oder Säkularismus wie gewisse fundamentalistische Nurcugruppen behaupten.
Er war ein neuzeitlicher, progressiver Islamgelehrte und Denker. Gegen die Politisierung und den Missbrauch der Religion hat er sich entschieden aufgelehnt.
Die von Religion abgeleiteten Feindbilder waren ihm zuwider.
Er hat erkannt, dass das größte Unheil unter den Menschen die Anarchie und der Terrorismus sein wird.
Durch allgemeine Unkenntnis über Islam und aufgrund historisch bedingter Konfrontationen hat das Ansehen von Said Nursi viel gelitten, da seine den Glauben aufbauenden tiefreligiösen, tiefsinnigen Schriften vielfach von den Fundamentalisten übernommen wurden, ohne dass sie diese ganzheitlich verstanden hatten, geschweige denn sich danach gerichtet haben.
Große islamische Theologen dieses Jahrhunderts sind hierzulande nur wenig bekannt. Ihre Ideen und Anstöße haben hingegen in der islamischen Welt für eine religiöse Belebung gesorgt und auch Lösungswege für die Probleme der Gesellschaften geliefert. Sie waren und sind Idealisten und mit ihrem harten, strapaziösen, religiösen Leben sind sie zu Vorbildern für die Muslime geworden. Die herausragendste Persönlichkeit unter den neuzeitlichen islamischen Denkern ist zweifellos Said Nursî, in dessen Biographie, Werke und zeitkritischen Stellungnahmen auf diesen Seiten eingeführt wird. http://www.said-nursi.de/ |