der Glückseligen, sondern in einer globalisierten Welt, in der sich das Kapital die günstigsten Investitionsmöglichkeiten aussuchen kann. Viele Arbeitgeber haben eben die Möglichkeit, bei zu hohen Lohnforderungen der inländischen Gewerkschaften oder tariflich fixierter Inflexibilität die Produktion ins Ausland zu verlegen.
Dort lacht man sich über das Neoliberalen-Bashen im Westen ins Fäustchen. Dort herrscht teilweise Turbo-Merkantilismus schlimmer als er in Europa je geherrscht hat. Und das krasse ist, vielen Arbeitern dort geht es trotzdem besser als in den Jahrzehnten staatlicher Planwirtschaft zuvor. Vielen allerdings nicht (jeder sollte den Film Workingman's Death mal gesehen haben), denn sie gehören zur "Human-Hinterlassenschaft" staatlicher Planwirtschaft; sie können aufgrund fehlender Bildung geschweige denn Ausbildung oftmals nur die Kraft ihrer zwei Hände anbieten.
In diesen Ländern werden aber nicht nur die Arbeitskräfte ausgebeutet, sondern auch die natürlichen Ressourcen, sei es durch Umweltverschmutzung, wie sie selbst die marode DDR-Industrie nie zustandegebracht hat, sei es durch verschwenderischen Umgang mit Rohstoffen.
Diese Entwicklung wird natürlich nicht ewig anhalten. Gehälter in China, Vietnam und Indien steigen, Proteste gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen nehmen zu und selbst die Partei-Bonzen merken langsam, daß mehr als ein Sandsturm pro Jahr in Peking unerwünscht ist. ABER: Man wird sicher in den dortigen Regierungen ein Auge darauf haben, daß ein gewisser Kosten- und Flexibilitätsvorsprung ggü. dem Westen erhalten bleibt; natürlich ist man dort über die Mindestlohnforderungen und Verteufelung der Leiharbeit in Deutschland hoch erfreut.
Die Mindestlohndebatte ist in meinen Augen an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die die jetzt laut nach Mindestlöhnen rufen, haben doch die Grundlagen für die Leiharbeit und die Unterwanderung der Tariflöhne erst geschaffen: Rot-Grün hat 2002 mit den Hartz-Gesetzen das besondere Befristungsverbot, das Synchronisationsverbot, das Wiedereinstellungsverbot und die Beschränkung der Überlassungsdauer auf höchstens zwei Jahre aufgehoben. 2004 hat man dann zwar denn Gleichstellungsgrundsatz im Gesetz verankert, gleichzeitig aber Tariföffnungsklauseln zugelassen, denen die Gewerkschaften zustimmen mussten und die Gewerkschaften haben das getan: http://de.wikipedia.org/wiki/...berlassungsgesetz#Reform_des_Gesetzes |