Projizierte Auswirkungen des Klimawandels in einer Vier-Grad-Welt
Die Folgen einer Erwärmung um 4°C werden sich nicht gleichmäßig über die Erde verteilen und auch nicht einfach nur die verstärkte Form einer Erwärmung um 2°C sein. Die Erwärmung wird am stärksten über dem Land ausfallen und 4 bis 10°C betragen. Zu erwarten ist ein Anstieg der durchschnittlichen monatlichen Sommertemperaturen um 6°C oder mehr in großen Regionen der Welt, zum Beispiel im Mittelmeerraum, in Nordafrika, im Nahen Osten und auf dem zusammenhängenden Gebiet der Vereinigten Staaten (Abbildung 2). Projektionen für eine Vier-Grad-Welt sagen eine dramatische Steigerung der Intensität und Häufigkeit hoher Temperaturextreme voraus. Extreme Hitzewellen wie in Russland 2010 werden in einer Vier-Grad-Welt wahrscheinlich zum ganz normalen Sommer gehören. Das tropische Südamerika, Zentralafrika und alle tropischen Inseln im Pazifik werden aller Voraussicht nach regelmäßige Hitzewellen von beispielloser Intensität und Dauer erleben. In diesem neuen „Hochtemperatur-Klimaregime“ werden die kältesten Monate wahrscheinlich wesentlich wärmer als die wärmsten Monate des ausgehenden 20. Jahrhunderts sein. In Regionen wie dem Mittelmeerraum, Nordafrika, dem Nahen Osten und dem Hochland von Tibet werden vermutlich alle Sommermonate wärmer sein als die heftigsten Hitzewellen der Gegenwart. Im Mittelmeerraum beispielsweise könnte der wärmste Juli 9°C wärmer sein als der wärmste Juli unserer Zeit. Die extremen Hitzewellen der vergangenen Jahre haben gravierende Folgen gehabt und zu hitzebedingten Todesfällen, Waldbränden und Ernteausfällen geführt. Zu den Folgen der extremen Hitzewellen, die für eine Vier-Grad-Welt projiziert sind, gibt es noch keine Auswertungen. Es ist jedoch zu erwarten, dass sie erheblich schwerer sein werden als die, die wir heute erleben, und dass sie die Anpassungskapazitäten vieler Gesellschaften und natürlicher Systeme bei Weitem übersteigen werden.
Steigende CO2 -Konzentration und die Versauerung der Meere
Abgesehen von der Erwärmung des Klimasystems ist eine der bedrohlichsten Folgen des steigenden Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre die Versauerung der Meere. Sie resultiert aus der Löslichkeit von Kohlenstoffdioxid in Wasser. Beobachtungen zufolge hat die Versauerung der Ozeane, verglichen mit vorindustriellen mehr bis 2100 entspräche einer CO2 -Konzentration von mehr als 800 ppm und einem Anstieg des Säuregehalts der Meere von etwa 150 Prozent. Die beobachteten und für das nächste Jahrhundert vorhergesagten Veränderungsraten der Meeresversauerung gelten als beispiellos in der Geschichte der Erde. Meeresorganismen und marine Ökosysteme zeigen erste Anzeichen einer Schädigung durch Versauerung in Verbindung mit den Auswirkungen von Erwärmung, Überfischung und der Zerstörung von Habitaten (Abbildung 3). Vor allem Korallenriffe reagieren empfindlich auf veränderte Wassertemperaturen, pH-Werte des Meerwassers und Intensität und Häufigkeit tropischer Wirbelstürme. Riffe bieten Schutz vor Küstenüberschwemmungen, Sturmfluten und Schäden durch Wellen; sie sind Kinderstube und Lebensraum für zahlreiche Fischarten. Es ist möglich, dass Korallenriffe das Wachstum einstellen, wenn die CO2 -Konzentration in den kommenden Jahrzehnten auf etwa 450 ppm ansteigt, (was bei einer Erwärmung um ca. 1,4°C in den 30er-Jahren dieses Jahrhunderts der Fall wäre). Bei einer Konzentration von etwa 550 ppm (entspricht einer Erwärmung um ca. 2,4°C in den 60er Jahren des Jahrhunderts) gilt es als wahrscheinlich, dass viele Korallenriffe beginnen sich aufzulösen. Schon bei einer Erwärmung der Erdatmosphäre um 1,5°C gefährdet die Kombination aus thermisch induzierter Bleiche, Versauerung der Meere und Meeresspiegelanstieg große Teile von Korallenriffen. Die regionale Vernichtung ganzer Korallenriff-Ökosysteme, die lange vor Erreichen der Vier-Grad-Grenze geschehen könnte, hätte tief greifende Folgen für die in ihnen lebenden Arten und für die Menschen, denen sie Nahrung und Einnahmen, etwa aus dem Tourismus, wie auch Küstenschutz bieten.
usw, usw. Ließt sich wie ein Horrobuch.
Werten, stark zugenommen. Eine Erwärmung um 4°C oder |