Vertreter des intellektuellen Postfaschismus würde man hier auch gerne mal sehen. Einen gibt es, der vielleicht das Zeugs dazu hätte, aber er inszeniert sich lieber als Tichy-Echo, vermutlich um die Blase für die er schreibt nicht zu überfordern.
Was ist die Zeitschrift Tumult ? Hier der Versuch einer Antwort:
...zunächst einmal findet sich hier ein Motiv wieder, das die ideologische Kehre der Zeitschrift gewissermaßen überwölbt. Denn die Feier der Differenz ist ein wesentliches Kennzeichen der »Postmoderne«. Allerdings geht es nun nicht um das »Patchwork der Minderheiten« (Jean-François Lyotard), sondern eben darum, dieses Patchwork wieder auseinander zu dividieren: Jede Kultur in ihren eigenen Raum, Grenzen dicht und scharf schießen.
Was also als Kritik einer letztlich bloß behaupteten abstrakt-universalistischen Indifferenz daherkommt, ist gar keine Kritik, sondern ein strategischer Diskurseinsatz. Es geht nicht darum, wie man den Anderen als Anderen schätzen könnte, wie man ein soziales Gefüge unter einander Fremden friedlich und produktiv gestalten könnte, ohne Individualität und Erfahrung zu negieren. Böckelmann geht es nicht um den »Kampf um Anerkennung« (Axel Honneth), sondern um die Durchsetzung kulturell-völkischer Reinheitsgebote nach dem Motto »Jedem seine Heimat«.
Vermischung und Hybridität werden abgelehnt. Stattdessen wird für ethnisch möglichst reine, monokulturelle Territorien und auf Kontinuität und Tradition gegründete scharfe Identitäten (Jürgen Link) plädiert. Die Kritik der Indifferenz ist sozusagen die Injektionsnadel, um das Gift völkisch-kulturalistischer Kategorien einzuspritzen...
https://www.frankfurter-hefte.de/artikel/...er-rechtspopulismus-2369/
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