Hier ein Kommentar, den ich für vernünftig halte:
Beim Euro (EUR/USD) ist nach Meinung von Dieter Schwarz, Marktexperte bei der Helaba Trust, ein Andauern der aktuellen Konsolidierung realistisch.
Im Vorfeld des am Dienstag anstehenden Berichts von Fed-Chef Greenspan zu Konjunktur und Geldpolitik erwarteten FX Marktteilnehmer bereits von dem heutigen Inflationsreport Aufschlüsse über die weitere Zinspolitik der Fed. Inflationsdämpfend hätten im Juni die rückläufigen Energiepreise gewirkt. Zum Teil dürfte dieser Effekt allerdings von steigenden Lebensmittelpreisen kompensiert worden sein. Bei der Entwicklung der im Fokus stehenden Kernrate gingen preistreibende Effekte zuletzt vor allem von dem Immobilien- und Gesundheitsbereich aus.
Im Hinblick auf die zu erwartenden Marktreaktionen wäre die Risikoverteilung asymmetrisch. Nachdem in den letzten beiden Wochen ein substanzieller Abbau der Zinserhöhungserwartungen statt gefunden habe, werde eine positive Inflationszahl kaum noch eine merkliche Revision der Zinseinschätzung nach sich ziehen. Umgekehrt dürften die FX Märkte bei einer wider Erwarten stärkeren Teuerung rasch dazu übergehen, einen restriktiveren Kurs der Fed einzupreisen. In diesem Fall werde sich die Konsolidierungsneigung beim Verhältnis des Euro zum US-Dollar verstärken, wobei Kurse unter 1,2200 rasch erreichbar erscheinen.
Ein potenzieller Belastungsfaktor für den Euro zum US-Dollar stelle daneben die Bekanntgabe des US Verbrauchervertrauens dar. Die wöchentlichen ABC-Umfragen deuteten darauf hin, dass sich die Stimmungsverbesserung bei Konsumenten auch im Juni fortgesetzt habe. Zwar hätten die Aktienmärkte zuletzt zur Schwäche geneigt, der robuste Immobilienmarkt und eine verbesserte Wahrnehmung der Arbeitsmarktbedingungen dürften jedoch die Stimmungslage unterstützt haben. Geholfen habe wohl aber auch, dass der Terror im Irak nach der Machtübergabe etwas aus den Schlagzeilen gerückt sei und die Politik von Präsident Bush sich wieder einer größeren Zustimmungsrate erfreue. Eine positive Abweichung von der Konsenserwartung erscheine daher nicht unwahrscheinlich.
Dieses Szenario werde von den technischen Indikatoren bestätigt. Negativ eingefärbte Oszillatoren und Candlestick-Formationen und ein unmittelbar bevorstehendes Verkaufssignal des auf Tagesdaten basierenden MACD-Indikators verdeutlichten die bestehenden Abwärtsrisiken. Das kurzfristige Abwärtspotenzial reiche dabei zunächst bis zu dem bei 1,2190 verlaufenden Aufwärtstrend. |