Der grösste Fehler in Bezug auf den Bitcoin könnte genau darin liegen, dass man diese Innovation als reine Vermögensklasse betrachtet, wie eine Aktie, Staatsanleihe oder meinetwegen auch eine Tulpe – und den Netzwerkeffekt dabei vergisst. Bitcoin ist netzwerkzentriertes Geld, und Blockchain-basierte Geschäftsmodelle sind neuartige Plattformen, die überall dort einen Sinn ergeben, wo es darum geht, Mittelsmänner zu ersetzen. Die Blockchain-Technologie ist eine Erfindung, wie ein neues Handwerkszeug. Und Erfindungen kann man ebenso wenig rückgängig machen, wie man aus einem Omelett wieder ein Ei machen kann.
Wie funktioniert eine Blockchain?
Das nie da Gewesene dieser Entwicklung besteht auch darin, dass man das Wachstum Blockchain-basierter Geschäftsmodelle quasi in Echtzeit verfolgen kann, ein Blick auf coinmarketcap.com genügt. Dies bedeutet nicht, dass es hierbei nicht auch zu Verlusten oder Rückschlägen kommen kann, zumal der Sektor noch jung und hoch volatil ist. Doch wer Bitcoin und Co. mit Modeerscheinungen wie Pokémon Go, dem Fidget-Spinner oder eben Tulpenzwiebeln vergleicht, sollte nicht vergessen, dass man auf Tulpenzwiebeln nur schlecht ein protokollbasiertes, weltweites und dezentrales Netzwerk aufbauen konnte.
https://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/...och-keine-blase-ist-ld.1347841
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